Buenos dias!
Melde mich, um euch von meiner Vorweihnachtszeit und dessen Gefuehlstuecken zu berichten.
Am
Samstag haben wir uns um halb 7 auf in das 3 Stunden entfernte Quito gemacht. Habe mal wieder die ganze Fahrt geschlafen, bis wir dann bei meiner Tante Aure angekommen sind, wo wir ausgiebig gefruehstueckt haben. Sie hat keine Kinder und freut sich immer so seh

r, wenn wir kommen. :) Danach ging es zu meiner Uroma, die 93 oder so ist, krank war, aber jetzt schon wieder einigermassen fit ist. Von daaus haben wir dann den ersten Onkel abgeholt. (Wie ich wahrscheinlich schonmal berichtet habe, ist mein Vater Bruder und hat 11 weitere Geschwister) Er, Frau und Tochter kommen aus Brasilien und koennen dementsprechend nicht oft zu Besuch kommen. Quasi eine Ehre, dass ich sie kennen lerne. Alle waren ganz aufgeregt, dazu auch ich, weil mir aufgefallen ist, dass ich mich an meine ersten paar Minuten in Ecuador so gut, wie gar nicht mehr erinnern kann. Von daher war es komisch im Flughafen zu stehen, sich alle ne

u angucken zu koennen, obwohl man schonmal da war. Dann ging es zu einem anderen Onkel, wo wir Ceviche gegessen haben. (eine kalte Fischsuppe) War super lecker. Mir gefaellt das Essen der Kueste. Dieses Mal war es mit Camaron. Wie sassen mit geschaetzten 100 Leuten in dem kleinen Wohnzimmer und haben uns unterhalten. Ich muss sagen, bin stolz auf mein Spanisch. Funktioniert schon echt gut, besonders die Sachen, die ich schon eine Million mal gefragt wurde.
- Wo kommst du her?
- Trinkst du viel Bier?
- Esst ihr echt nur Wuerstchen?
- Tragen alle Lederhosen?
- Ogdobafest?
Dann irgendwann wurde wieder eine Novena abgehalten und wir sind zur Tia Aure zurueck gefahren. Am
Sonntag morgen ging es los Geschenke fuer meine Geschwister. Auf zu einem Musikshop, da deren Passion definitiv Musik ist. Die Leute, die schonmal mit mir geskypt haben wissen, wie es hier immer abgeht. Ale hat etwas fuer ihr Schlagzeug bekommen und fuer Sebas haben wir nach einer neuen Gitarre geguckt. Er hat eine gefunden, die aber

leider 2000$ gekostet hat, was selbst meiner Familie nicht moeglich war zu kaufen. Das Problem an der Sache ist aber, dass er seitdem ununterbrochen von dieser Gitarre spricht. Unglaublich. Ich habe noch nie in meinem ganzen Leben jemanden gesehen, der so besessen von Musik ist, wie Sebas. Danach ging es wieder zum Familientreffen, dass diesmal in dem Haus meines Onkels Chicho war. So ein wunderschoenes Haus, unglaublich. :) Haben dort eine Art Kartenparty mit Grillen und allem drum und dran veranstaltet. Man beachte 20. Dezember! Danach wurde mit allen Cousins Wii gezockt und ein Film geguckt bis es wieder zur Aure ging. Am
Montag sind wir mit allen zum Teleferico gefahren. Ihr erinnert euch noch? War ein bisschen langweilig fuer mich, da ich es ja schon kannte und so viel Neues gibt es dann doch nicht mehr da oben zu entdecken. Danach in das Haus von einem anderen Onkel, wo ich mit einer Freundin aus Deutschland gechattet habe, die im Moment in Mexiko ist. Wie haben auf Spanisch geschrieben - super cool, wei

l sie fuer so einige Dinge ganz andere Woerter als ich benutzt. :D Dann ging's nacht wieder zum Aeropuerto-Flughafen, wo wir wieder einen weiteren Teil der Sippe abholen wollten, was aber nicht moeglich war, da sie in Guayaquil unterkommen mussten, da irgendwas nicht korrekt mit dem Flieger war. Danach bin ich mit ins Haus meiner Cousine Maite gefahren, wo wir noch ein bisschen gequatscht haben, ich mir ueberlegt habe in wieviel verschiedenen Betten ich in Ecuador schon geschlafen habe und dann in meiner Traume uebergegangen bin. Am naechsten Tag bin ich dann mit ihrer Familie ins Quicentro gefahren, ein riesen Einkaufszentrum, wo meine Tante mir dann ein JAECKCHEN fuer 49 Dollar gekauft hat. Haette ihr fast den Vogel gezeigt, aber dafuer war das Teil dann doch zu schoen. Meine Oma hat diese Geste gestern mit: "Jaja, die Ecuatorianer sind grosszuegig!" kommentiert. Danach sind wir in das Haus eines anderen Onkels gefahren, was ganz ohne Witz dem Haus der Presidenten in Amerika geaehnelt hat. Unglaublich, wie gross. Die Kueche hat gehallt, obwohl wir viele waren. Von daaus ging es mit allen in einen Kleinbus, mit dem wir in die Stadt befoerdert wurden zu einem Punkt von dem man Quito in der vollen Sicht bestaunen konnte. Unglaublich wie gross und eindrucksvoll das ist. Die vollkommene Dunkelheit und deren kleine Lichter. :) Schoen. Dort haben sich die anderen, wie auch schon an den anderen Tagen Rum g

eingezogen. Danach ging es (!wieder!) durch's Verkehrchaos in ein gemuetliches Restaurant, wo wir mal wieder typisch ecuatorianisch gegessen haben. Ich mag das Essen hier wohl, aber nicht so sehr, dass ich es andauernd essen muss.
Am naechsten Tag haben mein Vater und ich uns aufgemacht nach Riobamba, weil er hier irgendwas erledigen musste. Eigentlich hatte das ueberhaupt keinen Sinn, weil wir naemlich spaeter schon wieder zuruck nach Quito fahren, also nur einen Tag hier waren. Fuer mich macht das aber sehrwohl Sinn, da die letzten Tage zwar schoen waren, aber auch hyper anstrengend. Ich kannte die Leute vorher alle nicht und dann jeden Tag bis in die spaeten Abendstunden mit ihnen zusammen zu hocken ist etwas viel. Ausserdem sind die letzten Tage im Allgemeinen schwierig, weil halt Weihnachten ist. Ein Fest der Familie, was ich noch nie in meinem Leben gefeiert habe, waehrend ich einen Ozean von meiner Familie getrennt war, geschweigedenn nur ein Haus weit. Bevor ich hierher gekommen bin dachte ich immer: "Achja, das steckst du locker weg!", was aber definitiv nicht der Fall ist. Alte Sitten lassen sich nicht allzu gut mit neuen Eindrucken verbinden. Naja, ich sehe die ganze Sache als eine neue Erfahrung, wobei es schwer faellt sich die ganze Zeit an diese Sichtweise zu erinnern.
Bin trotzallem gluecklich hier und wuensche euch mit dieser Erkenntnis wunderschoene Weihnachten! Lasst euch die Festessen schmecken, rodelt mit den Schlitten durch den Schnee und denkt an mich.
Habe euch lieb!
Johanna