...und auf einmal uebernahmen die Straende wieder die Ueberhand!Hallo meine Lieben,
ich melde mich zurueck aus einer Woche, die man mehr oder weniger als Urlaub bezeichnen kann. Habe viele tolle Sachen erlebt, aber vorallem das typische Leben der ecuatorianischen Kueste kennen gelernt.
Am Sonntag ging es fuer Alex, Sabrina und mich in den Bus Richtung Guayaquil. Sind um 5 Uhr losgefahren (in der Kaelte) und kamen dann nach rund 5 Stunden in der groessten Stadt Ecuadors an. (in der hitzigsten Hitze ever) Es ist so interessant zu sehen, wie sich die Landschaft schon nach ca. 3 Stunden von den beindruckensten Bergen in Flachland mit Unmengen an Banaenbaumen verwandeln kann. Dort haben wir uns ein bisschen Zeit genommen um etwas zu essen - bei MCDONALDS(!). Als war dann endlich unser "gate" gefunden hatten ging es weitere 4 Stunden nach Portoviejo. Der "terminal terrestre" in Guayaquil aehnelt mehr einem Flughafen, als einem Busbahnhof und somit haben wir uns auch in dem naechsten Bus wie im Flugzeug gefuehlt, da Filme gezeigt wurden und es sogar Klimaanlagen gab. In Portoviejo angekommen wurde ich dann von meiner Familie abgeholt, wie auch die anderen von deren Familien. Ich war sehr aufgeregt sie alle kennen zu lernen. Das Haus der Familie Iñiguez ist typisch ecuatorianisch. Sehr anderes als mein Haus hier, aber nicht minder schoen. Es hat halt seinen eigenen Stil. Die Waende total hoch, knarrener Fussboden, gewoehnungsbeduerftige Moebel, aber einfa

ch super familiaer. Alle haben mich total nett begruesst und ich war ein wenig ueberfordert, weil ca. 15 Leute mit mir am Tisch sassen, als ich gegessen habe und mich dazu noch vollgetextet haben. Daraufhin haben wir uns dann aufgemacht und sind an den Strand von Manta gefahren. Diese Stadt kannte ich bisher nur vom Rotarytrip, aber da haben wir nur zu Mittag gegessen. In Manta gibt es eine Caffee-Fabrik, die schon aus 20 Metern Entfernung riecht. :) Super lecker. Der Strand ist auch sehr schoen, wobei die Mutter meint, dass er super gefaehrlich ist. (Wie auch schon so manch andere Sachen.) Dann sind wir wieder "nach Hause", ich habe mein Zimmer bezogen und direkt geschlafen. Am naechsten Morgen bin ich vom zu meinem Zimmer hochschallenden Reggaeton aufgewacht.
...Kurze Exkursion in das Ambiente der Kueste Ecuadors: Die Leute sind hier so viel offener und freundlicher. Viel einfacher im Umgang. Selbst am Tag machen die Personen Party. Es gibt jeden Tag Maerkte auf der Strasse und aus jedem Stand schallt andere Musik. Ueberall gibt es Staende mit Fruechten die Fruechte-Moegern das Herz hoeher schlagen laesst. Man gruesst sich freundlich unter Bekannten. Einfach ganz anders als das Leben in der Sierra.
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Als ich dann Erlaubnis meiner Familie hatte, bin ich mit ein paar anderen Austauschschuelern an den Strand von Crucita gefahren, was ca. eine Stunde von Portoviejo entfernt ist. Diesen Ort kannte ich auch schon von der Rotary-Reise. War dieses Mal aber nicht so gut, weil es geregnet hat und wir nicht allzu viel machen konnten. Dann am Abend bin ich mit Brenda, meiner derzeitigen "Gastschwester" noch zu einem Freund nach Hause gefahren, der letztes Jahr auch einen deutschen Austauschschueler bei sich zu Hause hatte. Portoviejo ist grob gesagt eher haesslich und schmutzig, aber in diesem Viertel - unglaublich, was dort fuer ein Reichtum herrscht. Es gibt einen Pool fuer alle in der Mitte des Viertels, aber die meisten Hauser haben auch noch ihre eigenen. Ausserdem sind die Hauser, eher gesagt Villen ueberdimensional gross. Abends habe ich mich mit der Mutter unterhalten, als wir auf einmal ein riesen Krachen aus der Strasse hoerten. Alle sind sofort runtergestuerzt, um zu sehen, was passiert ist. E

s war ein alter Herr, der auf einem Klappstuhl in einem dieser offenen Autos sass und daraus gefallen ist. Alle, die jetzt lachen, sollten ein schlechtes Gewissen haben, da es gar nicht witzig war. ... ;) :P Der Krankenwagen ist verhaeltnismaessig schnell gekommen und von daher war alles wieder gut.
Am
Dienstag bin ich mit Brenda ein bisschen durch die Strassen gelaufen, die sich zu Maerkten verwandelt hatten. Seehr cool, wie ich ja oben auch schon mal beschrieben habe. :) Das Ambiente ist super. Na gut, eine Sache habe ich zu bemaengeln. Dadurch, dass die Ecuatorianer so offen und einfach sind, halten sie auch nicht an sich, wenn ihnen eine Auslaenderin gefaellt. Das gibts in Riobamba auch zu Hauf, aber hier ist es noch mal einen Tacken schlimmer. Zu Anfang fand ich es noch interessant zu sehen, wie die Leute auf einen raegieren, aber mittlerweile, und vorallem in diesem Pensum, nervt es! Dann bin ich mit Brenda zu einem SPA-Zentrum gefahren und habe zugesehen, wie sie behandelt wurde. Bin fast eingeschlafen. So mega cool. :) Abends haben wir dann noch einen Zwischenfall mitbekommen, naemlich, dass 3 Maenner eine Bank ausrauben wollten, sich dafuer einen Tunnel gebaut haben, der direkt in die Schatzkammer der Bank fuehren solle. Sind aber aufgeflogen und wurden dann samt Bild in die Zeitung gesetzt. Gar nicht mal so unschlau, die Kerlchen. Man darf nur nicht zu laut haemmern.
Am
Mittwoch bin ich mit Brenda zu einem "Laden" gefahren, wo

den ganzen Tag Frauen massgeschneiderte Kleider anfertigen. Brenda bekommt eins fuer ihren Abschluss und dieses Kleid kostet exakt 60 Dollar. Unfassbar, wie billig. Die Perlen werden sogar per Hand angebracht... Falls ich irgendwann heirate, wird das in Ecuador sein... ;) Nein, Spass! Da bin ich mir noch nicht so sicher. Danach bin ich mit den anderen Austauschschuelern nach San Clemente gefahren. Ein kleines unscheinbares Doerfchen, was sich an Karneval, wie ich gehoert habe, immer zu dem reinsten Partyort verwandelt. Dort haben wir Ceviche (eine kalte Fischsuppe) gegessen und haben ein bisschen im Pazifik geplanscht. :) Abends bin ich mit "meinem Vater" und Brenda noch in die "fruta prohibida" gegangen - ein Lokal, wo es nur Fruchtgerichte gibt und Sanwiches. Sooo lecker. :) Haben uns ueber Gott und die Welt unterhalten. Die beiden sind meine Lieblingsfamilienmitglieder.
Am
Donnerstag bin ich mit der Mutter in ihr Colegio gefahren, wo sie als Englischlehrerin arbeitet. Ich fand es mega interessant, da dieses Colgio ein Oeffentliches ist und sich somit total anders ist als meins in Riobmaba. Eine Maedchenschule, auf der nur Maedchen sind, die nicht unbedingt so viel Geld haben. Da in der Kueste die Ferien immer so um diese Zeit beginnen und sie in den letzten Tagen Schule nicht viel machen, haben die chicas mich die ganze Zeit ueber alle moeglichen Dinge ausgefragt, bis sich dann irgendwann auch anderer Lehrerinnen gemeldet haben, ob ich denn nicht vielleicht auch mal zu ihnen in die Klasse kommen koennte. Letztendlich habe ich dann nachher vor 3 Klassen gestanden und Vortraege gehalten. Danach sind Emma (die Mutter) und ich in den "Jadin botanico" gefahren. Ein riesen Gelaende, auf dem

alle Regionen Ecuadors durch ihre Pflanzen und Tiere dargestellt werden. Super schoen und super interessant, obwohl meine Beine jetzt von Mueckenstichn nur so uebersaeht sind, was dank vieler Impfungen aber gar nichts macht. ;) Danach habe ich mich mit einem deutschen Austauschschueler in der Stadt getroffen. Wir sind ein bisschen rumgelaufen, haben ueber Unterschiede der Sierra und der Costa diskutiert, bis er dann irgendwann gehen musste und ich auch. Habe mich mit einem Bekannten in einem Restaurant getroffen und wir haben den ganzen Abend gelabert. Echt mega cool.
Am
Freitag habe ich den Morgen mit den ganzen kleinen Maedchen im Haus verbracht... :) Die Familie besteht aus Vater Mutter, 5 Kindern und diese Kinder wiederrum haben Kinder. Sehr suess sind die und seeeehr aufgedreht. Danach hat der Vater mich mitgenommen und wir sind ein bisschen durch die Stadt gefahren und haben uns ueber Gott und die Welt unterhalten. Ich hatte es ja vorher schon mitbekommen, dass diese Familie sehr religioes ist, aber da ist mir das noch mal ganz krass aufgefallen. Sie halten rein gar nichts von vielem Ausgehen, was trinken und tanzen beinhaltet; ausserdem Sex vor der Ehe und Rumgemache. MHHHHM... Das liegt zum Grossteil daran, dass sie Evangelisch sind. Hier sind die Evangelischen Leute weitaus glaubischer als die Katholischen. Das wusste ich vorher auch, aber dass es so krass ist, dann doch nicht. Naja, auf jeden Fall haben wir uns so unterhalten und da er der einzige Katholische in der Familie ist, tat er mir irgendwie Leid, da es offensichtlich war, dass ihm was im Leben fehlt. Der Spass. Ich habe ihn gefragt, ob ich am Abend weggehen duerfe, was er bejaht hat. Somit dachte ich, dass das alles gebont ist, da ich in meiner riobabeñischen Familie immer nur den Vater - als Oberhaupt der Familie - fragen muss. Bin also erst zu einem Karaoke-Abend gegangen, danach zum Kino "Sherlock Holmes" und danch bin ich mit einem Freund rausgegangen. Als ich am naechsten Morgen dann wieder in der Kueche sass, habe ich kritische Blicke von Emma zugeworfen bekommen, wo ich denn wohl am vorherigen Abend gesteckt habe. Oha. Pustekuchen... Von wegen nur den Vater fragen... War aber im Nachhinein nicht weiter tragisch.
Am Samstag bin ich mit Brenda nach "San irgendwas" gefahren, wo wir uns mit einem B

oot uebersetzen haben lassen nach Bahia, einer Halbinsel. Seeeeehr schoen. Ein toller Strand. Es gibt fast keine Wellen, dafuer ist der Strom aber unter Wasser umso staerker. Brenda hat sich mit ihrer besten Freundin getroffen und ich habe einfach nur am Strand gechillt. Irgendwann habe ich dann einen Freund aus Deutschland von mir angerufen, der mich dann ein bisschen durch die Stadt gefuehrt hat. Danach bin ich dann nochmal ins Nachtleben Portoviejos aufgebrochen - aber nur bis 12. MHHHM... War aber genug, um nochmal einen Berg netter Leute kennen zu lernen. :)
Am Sonntagmorgen ging es dann ganz frueh wieder auf die Rueckreise, aber vorher hat Emma noch meine Hand genommen und hat fuer meine Zukunft gebetet. Oh man. Alles echt anders.
Dann noch einmal McDonalds und dann war ich auch schon wieder im netten Riobamba.
Soo, das waren die kleinen Geschichtchen von meiner Woche an der Kueste Manabis. :)
Jetzt gerade -ein Tag spaeter- habe ich Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Schnupfen. Wie Herrlich sind Klima-, Essenswechsel und so weiter.. ;)
Wie gehts dem Schnee dahinten?
Ich gruesse euch aus dem wunderschoen, vielseitigen Ecuador.
Johanna
P.S.
Am 16. Juli komme ich wieder nach Hause!!!!!!!!!