Dienstag, 27. Juli 2010

Ecuador

Ein Jahr voller neuer Erfahrungen.
Ein Jahr mit vielen tollen Leuten.

Ein Jahr mit neuen und verwirrenden Sitten.
Ein Jahr mit atemberaubenden Reisen.
Ein Jahr, das mein Leben praegen wird.

Ein Jahr wie kein anderes.

Mein Jahr in Ecuador...


...welches nun fuer mich ein Ende genommen hat.
Wie genau kann ich mich noch an meinen ersten Tag erinnern, als ich zwischen meinen ersten Gasteltern auf dem Sofa meines Onkels sass, so getan habe, als ob ich alles verstehen wuerde, gelaechelt habe und einfach nur ueberfordert war von den ganzen neuen Eindruecken, die auf mich einprasselten?
Wie genau kann ich mich noch an meinen ersten Schultag erinnern, als alle auf mich eingestuermt sind und die neue Deutsche mit den blonden Haaren und den blauen Augen kennen lernen wollten?
Wie genau kann ich mich noch daran erinnern als ich meine besten Freunde im Spanisch-Camp in Quito kennen gelernt habe?
All diese Dinge und die 10000...000000 anderen werde ich mein Leben lang nicht vergessen.
Dieses Jahr in Ecuador hat mich gepraegt fuer's Leben, reifer und staerker gemacht und mir so einige Sachen abverlangt, die alles andere als einfach waren.
  • Ich bin durch schwierige Situationen gegangen, wie auch durch die Leichtesten ueberhaupt.
  • Ich hatte Leute an meiner Seite, dich mich unterstuetzt haben, als waere ich schon ewig in deren Leben gewesen.
  • Ich habe Freundschaften geschlossen, die Potential fuer eine laange Weile haben.
  • Ich habe ein Jahr ohne all die Dinge und Menschen gelebt, die mir mein ganzen Leben ueber am wichtigsten waren.
  • Ich habe gelernt mich auf neue Dinge einzulassen, uneingenommen zu sein und alles auf mich einrieseln zu lassen, ohne Angst vor den neuen Dingen zu haben.

Dieses Jahr in Ecuador war die beste Schule meiner 18 Jahre und
...DAS BESTE JAHR MEINES LEBENS.

Ich bin so unendlich dankbar fuer all das, was ich hier erleben durfte, fuer all die Menschen die ich kennen lernen durfte, fuer all die Dinge, die mir gezeigt wurden und fuer all die Moeglichkeiten, die mir dieses Austauschjahr offenbarte und offenbaren wird...
Ich danke allen, die dieses Jahr moeglich gemacht haben, mich in jeglicher Hinsicht unterstuetzt und mich trotz der langen Distanz nicht vergessen haben. Ein letzter Dank gilt all die fleissigen Leser dieses Blogs... An dieser Stelle besonders an Ulli F. und Mama. :)
Ich koennte noch einige tausend andere Dinge schreiben, aber ich hoffe, dass ihr meine Dankbarkeit und Euphorie fuer Ecuador in diesem Post uebermittelt bekommen habt.
Ich sende euch ein allerletztes Mal die liebsten Gruesse aus diesem Blog,
Johanna

el viaje a alemania, mi pais

Hallo meine Lieben - zum ersten Mal aus Deutschland.
Man, man, wie soll man nur von all diesen hier verbrachten Tagen berichten, wenn sie doch schon so lang her sind?
Mein letzter Tag war sehr aufregend. Habe mich mit meiner Familie schon realtiv frueh nach Quito aufgemacht, nach dem ich mich von Riobamba verabschiedet hatte. In Quito angekommen haben wir ein letztes Mal zusammen gegessen und Geschenke getauscht. Habe dann ein schnelles Bad genommen und dann ging es zum Flughafen. Von da aus ging alles ganz schnell. Es wurde eingecheckt, ich habe mich schweren Herzens von meinen Familien und auch von den ganzen anderen Leuten verabschiedet, die mir wichtig sind und dann wurde nach einer kurzen Wartezeit auch schon das Flugzeug bestiegen. Ein letzter Blick auf das schoene Quito, ein paar letzte Trauertraenchen der Unfassbarkeit. Man, man. Einfach so unglaublich. Ich war dennoch froh, dass ich Sabrina und Friedrich bei mir hatte. Auch Deutsche. Ay, wir haben geschlafen, sind in Madrid umgestiegen und dann ging es auch schon mit meiner neuen spanischen Freundin auf nach Duesseldorf. Mein Herz ist mir fast aus der Brust gesprungen und das Gefuehl kurz vor einem Herzinfakt zu stehen kam auch noch dazu. Meine Guete. Ich war einfach fix und fertig, aber meine Familie und meine Freunde endlich wieder in die Arme schliessen zu koennen, hat so einiges der langen Reise entschaedigt. Man, was hab ich mich gefreut, alle wieder zu sehen. Besonders, als ich in meinen Garten kann und dort nochmal ein paar duzend Menschen auf mich warteten. Einfach unglaublich.
Vielen Dank, dass ihr alle da wart und mich so unglaublich herzlich empfangen habt.
Ihr seid die Besten.

Jetzt, 10 Tage danach, habe ich mich schon wieder einigermassen im deutschen Lande eingelebet. Die Tage danach waren gespickt von Besuchern und Dingen, die ich unbedingt mal wieder machen wollte. Dinge, die man ein Jahr vermisst hatte. Nudeln mit Gehacktessosse, Inliner und Fahrradfahren und einfach mal wieder die deutsche Kultur, das deutsche Aussehen und einfach all das zu geniessen. Dinge die man doch so gut kannte vor dem Austausch, kommen dir auf einmal wieder so neu vor und du koenntest meinen, dass du sie noch nie gesehen haettest. Na gut, vielleicht im Traum. Es ist so schoen, seine Freunde wieder zu treffen, mit ihnen zu reden ueber neue/alte Dinge. Durch den Supermarkt zu laufen und die Leute zeigen Interesse. Mit seiner eigenen Familie am Tisch zu sitzen. All diese Dinge machen das deutsche Leben mehr als lebenswert und ich bin gluecklich Deutsche zu sein, auch wenn ich Ecuador jetzt schon vermisse.
Ich wuensche euch noch einen schoenen Abend.
Liebste Gruesse aus Raesfeld,
Johanna

Donnerstag, 15. Juli 2010

Los ultimos dias en Ecuador

Liebste Leute!
Bevor meiner anstehenen Reise, moechte ich euch noch einmal aus diesem wunderschoenen Land von meinen letzten Tagen in Ecuador berichten. Ich denke nicht, dass dieser Post der Letzte sein wird - jedoch ganz sicher der letzte aus Ecuador. Naja, was soll man sagen. Die Abschiede werden immer schwerer, der Kloss im Hals immer dicker und die Aufregung steigt ins Imense...

Am Montag habe ich mich, nach einem langen Nachmittag mit meinen Koffern, zu den Rotariern begeben, von denen ich mich mit ein paar offiziellen Worten und vielen offiziellen verabschiedet habe. Der Rotary-Club Riobamba ist einfach nur wunderbar und ob ihr es glaubt oder nicht, werde ich die Leute ungeheim vermissen. Sie haben uns immer unterstuetzt und uns das ganze Jahr ueber begleitet mit einer Freude, die unglaublich ist. Sich jedes Jahr von neuem wieder auf die Austuaschschueler so einzulassen, wie auf uns, ist bestimmt nicht einfach.
Am Dienstag hat meine Familie Tacos fuer mich gemacht, die ich ja so liebe und worueber ich mich besonders gefreut habe, war dass Ivanna auch vorbei gekommen ist mit ihrer Cousine aus Cuenca. Wir hatten einen Heiden Spass... Danach haben meine Schwestern mir die Fingernaegel bemalt und es wurde ubere Gott und die Welt geredet. Nach Vollendung derer Werke hatten wir Langweile und haben uns dem Coca-Cola-Lied zur WM hingegeben und den dazugehoerigen Tanz kopiert. Man, man, welch ein Spaaaaass... Danach wurde die bereits eingepackte Raubkopie von "Eclipse" wieder aus dem Koffer geholt und angeschaut. Auch hier kommt der Film erst am 15. raus, aber da wir gluecklicherweise die ganzen Laeden voller Filme haben, konnte ich meine persoenliche Premiere schon vorziehen.
Am Mittwoch wurde ich von Familie Donoso zum Mittagessen eingeladen. Das war gleichzeitig auch das vorerst letzte Mal, dass ich meinen geliebten Matthias und meine geliebten Hauser gesehen habe. Mir sind ein paar Traenchen ueber die Wanen gekulltert, als wir das Grundstueck irgendwann verlassen hatten. Wie viele tolle Momente habe ich in diesen 2 Hausern noch verlebt. :(:(:( Spaeter bin ich mit meinen Schwestern in die Stadt, wo wir zum letzten Mal ein burrito am burrito place gegessen haben und dann habe ich meine Koffer zu 100% vollendet. Die beiden hatten ein wenig Uebergewicht, aber das ist jetzt alles im Reinen. Danach bin ich mit meiner Familie noch durch all die Sachen gegangen, die ich hier lassen muss und sie hatten Spass wie Bolle. So viele Geschenke auf einen Haufen. ;)
Das "heute" sieht so aus: Ich sitze das letzte Mal auf dem Schreibtischstuehl der Familie Tinajero Baldus, habe mich von meiner alten Spanischlehrerin und von meinem besten Freund verabschiedet, die letzten Erledigungen hinter mich gebracht und geniesse jede Sekunde, die mir noch bleibt.

Morgen frueh geht's nach Quito und was dann folgt sind Abschiede, die ich mir gar nicht erst vorstellen moechte. Dann wird das Flugzeug bestiegen, in Madrid das Flugzeug gewechselt und dann kann ich euch alle endlich wieder in meine Arme schliessen.
Ich sende euch ein allerletztes Mal die allerliebsten Gruesse aus Ecuador,
Johanna

Dienstag, 13. Juli 2010

Tulcán, COLOMBIA

Meine Lieben.
Hier folgt der wahrscheinlich vorletzte Post aus Ecuador.
Was danach kommt, weiss man nicht.
Wie geht es euch?
Todo en orden?
Wie ich gerade festgestellt habe, gibt es Einiges aufzuholen, was das Erzaehlen betrifft.
Fangen wir an mit dem Dienstag letzter Woche, der ganz meiner Schwester Paz galt, die sich an diesem Tag Geburtstagskind nennen durfte. Habe sie bis zum Mittagessen nicht gesehen, was an ihren taeglichen Deutschstunden lag. Unsere Grosseltern waren im Haus, die sich nach dem niederlaendischen Sieg aber schon verabschiedeten. Am Nachmittag haben wir uns ein paar Filmen gewidmet und sind dann zum Monaco gefahren - meiner Lieblingspizzaria. :) Die Pizzen verschlungen ging es fuer mich zum ersten Mal in ein Casino. Wir haben uns fuer 2 Dollar die kolumbianischen Pesos gekauft, die in diesem Casino als Spielmuenzen dienten. Nach 10 Minuten war der Spass auch schon vorueber, denn ich bin ein kleiner Loser, was diese Sachen betrifft. Gluecklich ueber die neue Erfahrung wurde sich dann auch schon bettfertig gemacht.
Am Mittwoch habe ich mich mit Iva in der Stadt getroffen, die mir bei all meinen Erledigungen Gesellschaft geleistet hat. Ein sehr komisches Gefuehl so durch die Strassen zu laufen und all die Dinge ausfindig zu machen, die einem fuer die grosse Heimreise noch fehlen koennten. Anschliessend haben wir uns bei ihr zu Haue ein wenig breit gemacht, ich habe meine alte Familie besucht und bin dann nach Hause, wo ich mit meinen Schwestern mal wieder "luna nueva" geguckt habe - der 2. Teil von Twilight. Als ich dann irgendwann ins Bett fiel, war die erste Tasche auch schon gepackt.
Am Donnerstag habe ich mich wieder mit Iva getroffen, die sich fuer 8:30 angekuendigt hatte und dann letztendlich auf meiner Hausmatte so gegen 9:30 stand. Es lebe die Unpuenktlichkeit. Naja, war nicht weiter tragisch, da ich ihr sehr dankbar fuer den grossen Beistand war. Wir sind unteranderem zum Colegio gefahren, wo ich ein paar MEINER Fotos abholen konnte. Leider nicht alle, denn irgendjemand hat sich die Coolsten wohl unter den Nagel gerissen. Danach sind wir nochmal in die Stadt und anschliessend bin ich dann der Einladung meiner ersten Familie gefolgt, die mir Tacos offenbarte. Diese Situation von wegen "Abschiedsessen" und "wir sitzen alle nochmal zusammen" hatte ich schonmal, nur dass ich damals das Haus in Ecuador gewechelt habe und es nun auf nach Deutschland geht. Es war sehr schoen, noch einmal mit allen zusammen zu sitzen, auch wenn ich leider nicht viel Zeit hatte, da es so gegen 2 nachmittags nach Quito ging. Nach einem Drittel der Strecke wurde ich dann an den mitzubringenen Reisepass erinnert, den ich natuerlich vergessen hatte und es ging nochmals nach Riobamba. Ein paar Stunden spaeter in Quito angekommen wurde das Apartment meiner Familie analysiert und das war's dann auch schon vom Tag.
Am Freitag wartete eine lange Reise auf uns, da es in die noerdlichste Stadt Ecuadors ging - Tulcán. Tulcan ist einer mehr oder weniger grosse Stadt, mit ein paar mehr oder weniger anders sprechenen Ecuatorianern, aber was wohl das groesste mehr oder weniger grosse Merkmal ist: KAELTE! Man, ihr koennt euch nicht vorstellen, wie ich gelitten habe. Waere ja alles nicht so schlimm gewesen, wenn wir nicht in einem Haus untergekommen waeren, welches keine Flure kennt sondern nur die frische Luft. Naja, gut fuer's Klo, welches sich auch in freier Wildbahn befand und dazu noch durchsichtig war, bzw. grosse Guckritzen hatte. Naja, ich will mich nicht beschweren - es war eine gute Erfahrung. Wir wurden super nett empfangen von der Familie meines Vaters, welcher total aufgeregt war, da er die Leute schon seit Ewigkeiten nicht gesehen hatte. Es gab essen und dann ging es auch schon zu der Atraktion, die ich mir seit Ewigkeiten zu sehen gewuenscht hatte - DER FRIEDHOF. Ihr denkt jetzt bestimmt "Die ist doch verrueckt!", aber Pustekuchen, denn dieser Friedhof hat ueberlebensgrosse Buschfiguren zu bieten, die einfach nur genial sind. Oh man, ich habe mich ein bisschen gefuehlt wie ein Harry Potter im Labyrinth. Sehr cool. Schon an diesem Punkt, hatte sich die lange Reise gelohnt. :) Spaeter sind wir dann noch ein wenig duch Tulcan gefahren, haben uns ein Museum angeguckt und dann ging wieder ins Haus der Kaelte.
Was mich am Samstag erwartete war das absolute Highlight meiner letzten Reise in Ecuador oder besser gesagt: KOLUMBIEN??????!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Richtig gelesen, es ging fuer die kleine Johanna aus Raesfeld nach Kolumbien. Ecuador ist ein Land, bei dem schon mal vermutet wird, dass es dem afrikanischen Kontinent zubehoert, da es einfach keiner kennt - ich meine fast keiner. Kolumbien hingegen ist ein beruehmtes Land, wenn auch fuer dessen negative Seiten. Auf der Reise zur 10 Minuten entfernten Grenze wurden mir einige Schauergeschichten naeher gebracht, die mich aber nicht wirklich abgeschreckt haben. Wer Interesse an diesen Geschichten hat, fragt mich am besten in 5 Tagen von face to face. ;) Dann war es auch schon soweit. Es wurde das Auto verlassen und die Greze wurde zu Fuss ueberschritten. Wie coool. :) An der Grenze wollen dir die Leute keine Manderinen andrehen, auch keine Wasserflaschen. Nein, in diesem Fall werden einem die Pesos um die Ohren geworfen. In unserem Fall nicht noetig, da wir schon in Tulcan gewechselt vom Dollar zu Pesos gewechselt hatten. Wieder ins Auto gestiegen ging es dann durch die nicht viel anders aussehende, wenn auch waermere Landschaft die uns dann zur "virgen de las lajas" fuehrte, was so viel heisst, wie die Jungfrau der Schieferplatten. Die Legende besteht darin, da eines Tages an einem wunderschoenen Ort eine Jungfrau auf Schieferplatten erschienen ist und von dort aus Wunder vollbrachte und das der Sage nach immer noch macht. Als wir den langen Weg, mit vielen typischen Sachen Kolumbiens hinter uns gebracht hatten, war ich hoffnungslos ueberweltigt von der Vielfalt an Danksagungen, die die Leute naher der Virgen an die Waende gebracht hatten. Einfach unglaublich. Irgendwann gelangten wir dann zur Kirche, in der sich die Virgen an die Schieferplatte bemalt befand. Wenn man gegenueber der Virgen steht ist es Sitte, seine Wuensche zu aussern und somit auf ein neues Wunder zu hoffen. Danach haben wir uns ein wenig mehr umgeschaut. Ein wirklich wunderschoener Ort. Er hat mich ein wenig an Baños erinnert, da die Kirche an einem Fluss liegt mit Wasserfall und allem drum und dran. Seeehr schoen. Von diesem kulturellen Ausflug ging es am Nachmittag in die Stadt Ipiales, wo alle Laeden von meiner Mutter und meinen Schwestern unsicher gemachtwurden. Man, man. Kolumbien ist beruehmt fuer seine billigen Klamotten, was sie aber nicht davon abhaelt haesslich zu sein. Egal. Maechtig muede, Greze ueberquert zum wunderschoenen, atemberaubenen, tollen Ecuador und ab "nach Hause".
Am Sonntag haben wir dann auch schon die Heimreise angetreten, die sich ueber den ganzen Tag erstreckte. Na gut am Morgen haben wir noch ein paar Sachen erledigt, Hornado gegessen, aber dann galt unser Tag dem Auto. Haben ein Weilchen in Ibarra angehalten, dort ein Eis de paila gegessen und dann ein Cafe in los chillos im Haus meiner Tanten getrunken. Dort wurde mir dann auch schon eine sehr ruehrseelige Abschiedsrede gehalten, die ich natuerlich nicht ohne Traenen ueberstanden habe. Diese Familie ist mir echt so sehr ans Herz gewachsen und ich werde sie ohne Ende vermissen. :( Die ganze Fahrt ueber habe ich mich nicht mehr einbekommen, was mich dann noch mueder ins Bett hat fallen lassen.
Heute habe ich mich den ganzen Tag mit dem Packen beschaeftigt, was alles andere als einfach war. Wie soll man ein ganzes Jahr, sein ganzes ecuatorianisches Leben in 1 Koffer und eine Reisetasche bekommen? Das ist quasi unmoeglich. Naja. Irgendwie muss ich das hinbekommen.
In diesem Moment sind die Gefuehle mehr als gespalten. Ich freue mich einerseits riesig meine Familie und Freunde wieder zu sehen, andererseits fuehle ich mich, als waere ich der traurigste Mensch auf Erden, da ich alle meine liebgewonnen Menschen hier zurueck lassen muss. Es ist ein Wechselbad der Gefuehle. :( Unglaublich schwer. Ich weiss, dass ich am Samstag den atlantischen Ozean ueberquert haben werde und meine Familie und Freunde in den Arm schliessen werden kann, aber fuehlen kann ich es noch nicht.
Mit diesen Worten und dem bevorstehenden Abschied von den Rotariern lasse ich euch nun allein in der Freude des baldigen Wiedersehens. ;)
Ich habe euch sehr lieb!
Johanna

Dienstag, 6. Juli 2010

Countdown

Buenos dias, queridos alemancitos!
Na, wie geht es euch?
Wie die Ueberschrift schon richtig sagt, lauft ab heute mein Countdown von 10 Tagen, bis ich in den Flieger steigen werde. Wie aufregend.
In den letzten Tagen hat sich so einiges abgespielt.
Am Freitag hatten die Tinajero Baldus einen netten Familientag, den wir mit einem gemeinschaftlichen Abendessen und Avatar gucken celebriert haben. In solchen Momenten vermisse ich sie immer schon so dermassen, dass ich am liebstem heulen wuerde. Aber naja, da kann man nichts machen. Visumsablauf ist Visumsablauf. ;)
Am Samstag trudelte eine Horde von quiteñischen Maedchen ins Haus. Eine Lautstaerke - kaum aushaltbar. Alles Freundinnen von Isa, die sich wie wild auf ein entspanntes Wochenende freuten in riobabeñischen Heim. Sehr nette Maedchen, auch wenn ich nach einem Jahr unter dem Motto "Ich muss neue Leute kennen lernen!" so langsam nicht mehr allzu motiviert bin, mich neuer Menschen auszusetzen, da ich ja schon die meinen habe und die mir ein wenig wichtiger erscheinen in meinen letzten Tagen. Man, man langer Satz. Ich hoffe, ihr wisst, was ich meine. Haben eine Tour durch die Stadt gemacht (9 Maedels ins einem 5-Sitzer) in der Isa ihnen alles ueber Riobamba erzaehlt hat. Haben auch das von mir gehasste Ceviche de Chochos gegessen, was ich aber mit ein bisschen Pepsi ueberstanden habe. :) Am Abend, nach ein paar Folgen OC. California, bin ich mit Pancho, einem Freund, und Esteffy, einer Klassenkameradin zum Fogong gefahren, wo ich ein paar andere Freunde getroffen habe und dann spaeter auch die anderen Maedels aus meinem Haus. War alles ganz witzig, da wir uns vorher eine Zhumir-Vuelta gegoennt haben. Jajaja. Spaeter ging es dann mal wieder ins Tentadero, wo sich alle dem hasta abajo-dance hingegeben haben. :) Man, man. Tanzen hier werde ich echt vermissen. Gegen 3 ca. ging es wieder in die Residence, wo die Matrazen alle schoen sorgfaeltig auf dem Boden verteilt wurden. MEINEM Boden. Nicht weiter schlimm, denn ich hatte ja mein Bett, welches ich mit meiner Schwester Paz deutschsprechend geteilt habe. Cool. :)
Am Sonntag ging es ein wenig chuchaqui zum Rotary-Ausflug, in dem die neue Presidentin ihre ganz persoenliche Ceremonie bekommen hat. War schoen, aber irgendwie auch ein bisschen eigenartig, wie alle da so standen und ihren Schwur runtergerattert haben. Danach gab's wieder mal typisches Essen (ein ironisches "Juhu" meinerseits) und eine Menge Fragen, die leider immer die selben waren. Somit auch meine Antwort:
  • "Si, si, ya estoy emocionada de ver a mi familia y a mis amigos pero tambien me da pena de dejar toda la gente que me importa por aca."
  • "Si, si, mi año paso super rapido."
  • "Si, si, me gusto bastante, gracias!"
Naja. Dann bin ich mit Pancho, der auch dort war, irgendwann nach Hause gefahren, wo wir uns alle von den Maedels verabschiedet haben und mein bester Freund Alvaro irgendwann aufgekreuzt ist, um mir die neusten Nachrichten seines Liebeslebens zu ueberbringen. Das war's es dann auch schon von meinem Sonntag.
Gestern habe ich den ganzen Tag im Haus mit meiner Familie verbracht, mit der ich aber nicht wirklich gesprochen habe, da mich ein seeeehr tiefes Tief eingeholt hat. Naja, was man
nicht alles mit OC. California fixen kann. :)
Soooo, ich hoffe, dass ihr alle okay seid und euch schon mal auf den 16. Juli vorbereitet.
Ich habe euch lieb und freue mich, euch wieder zu sehen!
Gruesse aus Ecuador,
Johanna

Freitag, 2. Juli 2010

Creatividad, como te extrañé

Hallo meine lieben Leute!
Wie geht es euch?
Nun sind es nur noch 2 Wochen bis zum Abflug aus Ecuador und natuerlich auch bis zum Ankommen in Deutschland. Ein Gefuehlschaos, was wohl kaum zu beschreiben ist. Trotzallem geniesse ich die letzten Tage mit den Leuten, die mir am allerwichtigsten sind.
Am Montag folgte der letzte Abschied. Diesmal hat es Avery getroffen. Manchmal waere es glaube ich einfacher, nicht die letzte zu sein, aber naja. :) Haben ein bisschen bei ihr gesessen und ihre Traenen getrocknet. Uiui, wie traurig sie war. :( Danach habe mich zum Hotel Chimborazo aufgemacht, um mir dort die Ceremonie des neuen Rotary-Presidenten anzuschauen. Habe mich mit Andrea und Tibi unterhalten, die Kinder des Ex-Presidenten. Sehr coole Gespraechspartner. :) Ich mag solche Abende immer sehr gerne, denn die Rotarier sind einfach nur lustig und wie man jetzt auf Spanisch sagen wuerde - BUENA GENTE. :) Ich werde sie sehr vermissen.
Am Dienstag habe ich angefangen all den Kram einzupacken, den ich in den letzten sowie so nicht vermissen werde. Leute, viele Geschenke, sage ich da nur. Habe die Reisetasche schon fast voll, was mir ehrlich gesagt ein wenig Angst macht, bei den vielen Klamotten, die im Kleiderschrank auf mich warten. Naja, werden wir mal schauen. Irgendwie haut das wohl hin. :) Danach bin ich mit Isa in die Stadt gefahren, wo wir einige Sachen fuer mich erledigt haben. Sie hat mich auf einen burrito eingeladen und ich habe ihr, wie immer, mein Herz ausgeschuettet. :) Es ist so cool, dass die auch eine Austauschschuelerin war, von daher weiss sie genau, was gerade bei mir abgeht und das kommt in dem Fall dann nicht nur durch's Erzaehlen. Auch sie werde ich sehr vermissen. Anschliessend folgte dann eine Disney-Film-Orgie da ich mir so gut wie alle Klassiker gekauft habe. Man, man. Die gute, alte Zeit.
Mittwoch haben Isa und ich nichts anderes gemacht, als Filme zu gucken, was ein heiden Spass war. Von Cinderella bis zu Susi uns Strolch. Einfach super. :) Abends sind wir mit der ganzen Familie, ausser Paz, die leider in Quito war, zu San Valentin und haben uns dort ein leckeres Chili-con-carne bestellt. Chili mit Fleisch. Ist das nicht lustig, dass man sowas versteht, mit ein wenig Spanisch-Kenntnis. Na gut, und wenn man weiss, was sich darin befindet. ;) Opa, Papa Ramiro 2, Mama Maria, Schwester Isa und ich haben uns mal wieder sehr gut unterhalten, was unteranderem auch Streichholzspielchen beinhaltete. Man, man. Die Familie ist einfach toll.
Gestern habe ich mich fertig gemacht und bin dann dirket zu Iva gefahren, wo wir keine halbe Stunde spaeter schon wieder "leckere" Mote gegessen haben - eine Spezialitaet aus Cuenca. Ekelig. Naja, haben Filme geschaut, bis wir dann auf die gloreiche Idee gekommen sind, Fotos von Iva zu schiessen im fashen Vamp-lock, hinterm Haus. Abgekommen bis zum geht nicht mehr, aber super cool fuer die Fotos. Hat meine alte kreative Ader wieder zum Vorschein gebracht. Leute, ich kann euch gar nicht sagen, wie traurig es ist, dass ich hier keine eigene Kamera mehr habe. Und auch wenn die andere noch "leben" wuerde, waeren das keine atemberaubenden Bilder. :( Ecuador ist so ein tolles Land fuer Fotosgrafie, was ich leider nicht ausnutzen konnte. Haben die Bilder mit Iva's Kamera geschossen. Die Neue, fuer den Austausch. Danach sind wir zur Kirche gegangen. Eine Messe, die sich sehen lassen konnte. Mit meinen compañeros und einem spanischen Priester. Somit auch das spanische Spanisch. Habe seit meiner Remigianums Zeit kein Spanisch aus Spanien mehr gehoert, was somit sehr interessant war, da ich ja jetzt ein ganz anderes spreche. Meiner Meinung nach Cooleres. ;) Hoffentlich kann ich mich im Flughafen in Madrid verstaendigen. ;) Danach sind wir wieder zu Iva, wo ich dann auch geschlafen habe, nachdem ich meine Arbeits des Bearbeitens der Bilder erledigt hatte.
Heute morgen aufgewacht, gab es Pancakes hecho de mi tia. :) Muuuy ricos. :) Danach folgte die Partie Uruguay - Ghanaaa... Que emocion. Man, man. Mein Vater ist fast ausgerastet: "Que bestiiaaaaa!" Mega cool, dass Uruguay gewonnen hat. :)
Sooo, jetzt bin ich wieder zu Hause, habe den Bericht fertig und werde schauen, was sich noch so machen laesst.
Man sieht sich in 14 Tagen wuerde ich sagen.
Bis zum naechsten Post wuensche ich euch ein erfolgreiches Battle mit der Hitze.
Wartet mit dem Wegschmilzen noch auf mich. ;)
Die foermlich schon Kaesebratwurst-riechende Johanna sendet euch Gruesse aus Ecuador.