Dienstag, 29. September 2009

1. Quartalsbericht

Liebe Leute, hier mein erster Bericht, den ich fuer Rotary schreiben muss. Wenn ihr meinen blog fleissig verfolgt habt, werdet ihr hier nichts Neues lesen, sondern nur noch mal eine Zusammenfassung von allen posts. :)

Mit meinem ersten Bericht aus dem wunderschoenen Land Ecuador, moechte ich einen Einblick in mein absolut spannendes, aber auch anderes Leben in Suedamerika geben.Nach der ca. 16 stuendigen Reise von Duesseldorf nach Quito, der Haupstadt Ecuadors, wurde ich total nett von meiner Familie empfangen. Sie hatten mir sogar ein Schild gebastelt und ich war sehr geruehrt. Wie lange hatte man auf diesen Moment gewartet und dann war er auch noch besser als erwartet. Meine erste Nacht in Ecuador habe ich in Quito in dem Haus meines Onkels verbracht. Direkt am ersten Abend wurde typisch ecuatorianisches Essen aufgetischt. Natuerlich habe ich alles probiert und fand es gar nicht mal so schlecht. Ich bin jetzt 5 Wochen hier und habe mich mittlweile daran gewoehnt, auch wenn ich nach den ersten 2 Wochen die schlimmsten Margen-Darm-Probleme meines Lebens hatte. Als wir dann am 2. Tag in meinem zu Hause in Riobamba ankamen, war ich ueberweltigt – so schoen war es. Ich habe hier mein eigenes Zimmer, was meine Familie extra in meiner Lieblingsfarbe gestrichen hat. Ich habe 3 Geschwister: Sebastian, der 13 Jahre alt ist, Alejandra, die 8 ist und Johanna, 17 Jahre, die aber im Moment im Austausch in Deutschland ist. Zu Anfang war es echt schwer, sich mit ihnen zu unterhalten, weil mein Spanisch zu wuenschen uebrig lies, aber mittlwerweile funktioniert die Kommunikation schon echt gut. Was wahrscheinlich auch sehr dazu beigetragen hat, war die erste Reise nach Quito, wo ich alle anderen Austauschschueler aus meiner Region getroffen habe und wir zusammen Spanischunterricht hatten. Es war sehr schoen nach den ersten Wochen die ersten Erfahrungen und Eindruecke besprechen zu koennen. Die Schule in Ecuador ist im Gegensatz zu der deutschen Schule sehr viel lockerer. Hier geben sich die Lehrer und Schueler zur Bergruessung Kuesschchen und auch ansonsten ist das Verhaeltnis zwischen Schuelern und Lehrern viel freundschaftlicher. Was mir hier ziemlich gut gefaellt sind die Schuluniformen. Montags kommen alle in einer schicken Uniform, die aus Blazer, Bluse, Krawatte und Rock besteht. Die restlichen Tage sind etwas legerer. Kontakte zu knuepfen ist in Ecuador nicht schwer. Alle sind neugierig auf das grosse, blonde Maedchen mit den blauen Augen. Manchmal kommt man sich schon vor, wie eine Art Alien, weil einem auf der Strasse alle hinterher starren und hupen. Im Moment finde ich es noch amuesant, aber das wird sich in den kommenden Monaten bestimmt aendern. Mir ist aufgefallen, dass es in Ecuador bei Weitem einfacher ist, “Freunde” zu finden, da die Menschen hier einfach viel offener, aber dafuer auch ein wenig oeberflaechlicher sind. Bis sich aber richtige, Freundschaften bilden, mag es wohl noch ein Weile dauern. Da meine Familie zu der oberen Schicht Ecuadors gehoert habe ich das grosse Gleuck, dass sie mir viel zeigen und mit mir reisen koennen. Ich war zum Beispiel auf dem Altar, ein Vulkan, wo wir geritten sind und ich einfach nur beeindruckt von der atemberaubenden Landschaft war. Als wir Verwandte in San Pablo, der Provinz Guayas, besucht haben, war ich eigentlich eingestellt auf ein Szenario der Kueste. Was mich aber erwartet hat, war der tiefste Regenwald. Diese Erlebnisse werde ich in meinem ganzen Leben nicht mehr vergessen, genauso wenig wie unseren Trip nach Quito, als ich einen Ausblick ueber die ganze Stadt hatte und ich auf der Mitte der Welt gestanden habe. An sich ist es ja nichts Besonderes, auf einer orangen Linie zu stehen, aber sich vorzustellen, dass man einen Fuss auf die eine Seite und den anderen auf die andere Seite der Erde stellen kann ist schon irgendwo, mir fallen keine anderen Woerter ein, cool und verrueckt. Es ist unglaublich, wie fassettenreich Ecuador ist, aber auf der anderen Seite erschreckend, welche Zustaende hier teilweise herrschen. In meiner Stadt zum Beispiel gibt es einen relativ grossen Anteil an indigener Bevoelkerung. Auf der Strasse wird man auf einer Distanz von 300 Metern mindestens 2 mal angesprochen, ob man nicht Suessigkeiten, Fruechte, Lose oder Sonstiges kaufen moechte. Was mich auch noch traurig stimmt sind die unzaehlbaren, herrenlosen Hunde, die hier rumlaufen. Ich kann mich nicht entsinnen, dass ich mal einen Hund an einer Leine gesehen haette oder einen der eindeutig zu einem Menschen gehoert.Dann gibt es auch noch die gefaehrliche Seite Ecuadors. Ich kann schon nicht mehr zaehlen, wie oft ich ich schon vorm Strasse ueberqueren einem Auto ausweichen musste, weil die Ecuadorianer, wie die „Wilden“ fahren. Ausserdem ist es komisch zu sehen, dass die Polizisten in der Stadt alle eine Pistole mit sich tragen. Mich erschreckt es, dass soetwas notwendig ist, denn es ist alles andere als selten, Schuesse zu hoeren. Das hoert sich jetzt alles schrecklich an, aber ich darf trotzallem alleine in die Stadt, was mir zeigt, dass ich nicht in allzu grosser Gefahr stecke. Alles in Allem kann ich behaupten, dass der letzte Monat der praegenste, interssanteste und beste in meinem Leben war. Ich habe viele tolle Menschen kennen gelernt, habe Erfahrungen gesammelt, die ich nie wieder vergessen werde und bin durch Gefuehle gegangen, die ich niemals zu bekommen erwartet haette.

Muchas, muchas gracias, dass mir dieses wunderbare Jahr ermoeglicht wurde!

Rotary? Te amo!

Montag, 28. September 2009

Quito ♥ La mitad del mundo

Hallo ihr lieben daheim! :)
Ich muss euch unbedingt von meinem absolut tollen Wochenende erzeahlen...
Freitag haben wir uns direkt nach dem Mittagessen auf nach Quito gemacht. Die Fahrt habe ich, wie auch die letzten zwei Male, zum Schlafen genutzt, war aber trotzdem nicht wirklich ausgeruht. Angekommen ist nichts Spekatakuleares mehr passiert, ausser dass ich mein dormitorio bezogen habe, wir gegessen haben, ich mich mit meinem Onkel Alf wieder ein bisschen auf Deutsch unterhalten und geschlafen habe... Am naechsten Morgen ging es fuer uns so ca. gegen 9 nach ein paar Cornflakes con leche gekoppelt mit jogo de tomate auf zum Teleférico. Mein Vater hat, spendabel wie er ist, mein Ticket bezahlt, was doppelt soviel gekostet hat, wie das eines Einheimischen, nur weil ich eine Auslaenderin bin. Fand ich ja schon ein wenig unverschaemt, aber man sagt ja nichts, weil man nichts sagen kann. ;) Dann ging es los und ich wurde sehr an unseren Skiurlaub erinnert, weil die Gondel sehr der in Tirol geaehnelt hat. Allein die Fahrt auf den Berg war schon atemberaubend, aber als wir dann oben auf 4100(!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!) Metern angekommen waren, blieb mir doch glatt die Luft weg. Jaha, aus zwei Gruenden: 1. weil ich einfach nur "baff" war und 2. weil die Luft da oben, ganz simpel, einfach duenn ist. :D Wir mussten noch ein paar Meter bis zur Spitze des Berges laufen, was ganz schoen anstrengend war, auch wenn wir nicht schnell gelaufen sind. Und dann war es soweit: Ich, Johanna Brinkmann aus Raesfeld, habe eine Aussicht ueber die GANZE Haupstadt Ecuadors - unfassbar. Dieses Bild war einfach nur toll. Wir haben ein paar Bilder gemacht und ich wollte am liebsten gar nicht mehr weg. Da es fuer meine Familie aber nicht mehr ganz so interessant war (weil sie schon einige Male oben waren), ging es dann auch schon fast wieder runter. Unten angekommen, im Auto sitzend, habe ich das Erlebte erstmal ein bisschen verdaut, bis wir auch schon an der naechsten Atraktion ankamen: La mitad del mundo - die Mitte der Welt. Dessen Eintritt war wieder teuer, aber da ich wieder nichts bezaehlt habe, hat mich auch das nicht weiter gestoert. Dann ging es los in die Stadt der Mitte der Welt. Das sag ich jetzt nicht nur so. Bis zum Aequator musste man eine Zeit lang laufen und kam vorbei an kleinen Lokalen mit typisch, ecuatorianischem Essen, kleinen Indioshops und so weiter. Hat mich wieder einmal beeindruckt, sogar das gegrillte Meerschweinchen fand ich interessant, wenn auch traurig. ;) Dann waren wir endlich daaaaa - auf der Mitte der Welt! Uah, es war so toll. An sich ist es ja nichts Besonderes, auf einer orangen Linie zu stehen, aber sich vorzustellen, dass man einen Fuss auf die eine Seite und den anderen auf die andere Seite der Erde stellen kann ist schon irgendwo, mir fallen keine anderen Woerter ein, cool und verrueckt. :) Danach sind wir dann in das Museum der Mitte der Welt gegangen und haben uns da ueber die Indios, die Zeit und andere Dinge aufklaeren lassen. Auf Spanisch natuerlich, was bedeutet, dass ich etwas verstanden habe, aber nicht so viel, wie gerne gewollt haette. ;) Das Museum war unter freiem Himmel und da ich hier bekanntlich naeher an der Sonne bin, habe ich mir auch direkt mal einen fetten Sonnenbrand nach geschaetzten 10 Minuten eingefangen. Nach unserem Museumsbesuch ging es dann ins Haus, wo wir uns ein bisschen ausgeruht haben, bis wir dann am Abend in das Zentrum von Quito gefahren sind. Das war bis jetzt mit eines der schoensten Erlebnisse in Ecuador - Quito bei Nacht. Die ganzen alten, kulturellen Gebaude sind weiss, was bedeutet, dass sie in der Dunkelheit mit den ganzen Lichtern nur so erstrahlten. Richtig, richtig schoen. :) Mein Onkel Alf hat mir zu fast allen Gebauden etwas erzaehlen konnen, wovon ich wahrscheinlich aber nicht einmal mehr die Helfte behalten habe. Trotzdem war es sehr interessant. Besonders der Hauptplatz von Quito und die Kirchen haben mir sehr gut gefallen. :) Dann ging es noch in ein Lokal, welches in einer Strasse war, die nur so vor Leben bluehte... (Nein, wie poetisch ;) ) Wirklich, ich war wieder einmal so ueberrascht von der Mentalitaet der Suedamerikaner. Alle haben getanzt, wo es Musik gab, gespielt, wo es Spiele gab und so weiter. Danach sind wir dann auch wieder zum Haus, haben geschlafen und sind am naechsten Morgen in zwei Shoppingmalls, die sehr den deutschen, bzw. den europaeischen geaehnelt haben. Sowieso ist Quito sehr europaeisch, wie mir aufgefallen ist. Dort haben wir bei McDonalds gegegessen, was mir komischer Weise wie Heimat vorgekommen ist, obwohl ich hier von einem amerikanischen Restaurant spreche. Komisch... Dann haben wir noch meinen Verwandten Tschuess gesagt und es ging wieder nach Riobamba. :)
Ein unvergessliches Wochenende und schon muss ich mir wieder vor Augen fuehren, was ich fuer ein Glueck habe, hier zu sein...
Einen schoenen Montag wuensche ich euch! :)
Liebste Gruesse,
Johanna

Freitag, 25. September 2009

Peliculas :D

Guten Abend! :)
Habe eigentlich nicht viel Spannendes zu berichten von daher halte ich mich kurz. ;)
Am Montag habe ich wie immer einen Film geguckt. ;) Der war aber nicht so interessant. Irgendwann hat Iva dann eine SMS bekommen, ob wir nicht mit 2 anderen Freunden in die Stadt gehen wollen und das haben wir dann natuerlich gemacht. Ab ins Auto und los ging die 3-ruendige Fahrt durch die Stadt bis wir uns dann drauf geeinigt hatten, in den Giralda-Plaza zu gehen. Wenn man nicht weiss, was zu tun ist, fahert man einfach durch die Stadt, ohne Ruecksicht auf das Ozonloch. Haben ein bisschen rumgegammelt und dann ging es auch schon wieder nach Hause...:)
Der Abend war sehr schoen, auch wenn ich nur zu einem Smalltalk mit meinen neuen Freunden faehig bin. Am Dienstag hat mir die Anita aus dem Hause meiner Cousine meine Fingernaegel lackiert, was echt mega cool aussieht. In Deutschland mag ich wild aufgemachte Fingernaegel eigentlich nicht, aber hier ist das Standard welche zu haben und du bist quasi Outsider, wenn deine Naegel nicht kunterbunt sind. Danach haben Iva und ich "The boy in the striped pyjamas" geguckt. Ich habe ja schon viele Nazi-Filme geguckt und fand sie auch immer schlimm, wahnsinnig und absolut abscheulich, aber so einen dann in einem anderen Land zu gucken, laesst einen die ganze Geschichte Deutschlands nochmal ganz anders wahrnehmen. Nicht, dass ich mich fuer das was passiert ist schuldig fuehlen wuerde, aber geschaemt habe ich mich schon. Die Haerte war dann, dass ich am naechsten Tag in der Schule ein Harkenkreuz gesichtet habe. Wie konnen die Leute nur? Unglaublich, wie man sich aus so einer ernsten Geschichte einen Spass machen kann.
Am Mittwoch waren wir (die Austauschschueler) und die Leute aus einer Stufe unter mir in einem Kino in Riobamba, was aber nur fuer kulturelle Verantstaltungen genutzt wird. Wir sind hingelaufen, was irgendwie komisch war, weil die schicken Uniforman, gar nicht in die Strassen von Riobamba gepasst haben. Dort angekommen haben wir uns einen Film angeschaut, der von der Welt und dessen Fassetten gehandelt hat. War eigentlich ganz beeindruckend, aber ich habe die meiste Zeit genutzt um zu schlafen. :D Naja, am Nachmittag war ich ein bisschen geknickt, weil meine groesste Freizeitbeschaeftigung (IVAAAANNAAA) auf Klassenfahrt gefahren ist und ich von dortan Langeweile zu bekaempfen hatte. :D Habe mich dann meiner Lieblingsaktivitaet (Schuhe bemalen) hingegeben und mir ging's wieder gut.
Heute morgen habe ich endlich mal wieder ausschlafen koennen, weil meine Klasse, wie gesagt, in Kolumbien ist, und ich deswegen nicht zur Schule muss. :) Bin dann aber doch irgendwann aufgewacht, weil eine Grundschule neben meinem Fenster ist und es somit ziemlich laut war. Habe dann ein bisschen geskyped, bis ich dann mit Levke in die Stadt gegangen bin. Kaum zu glauben aber war, ich war das erste mal alleine in der Stadt - nach einem Monat! =-O Oh man... Es war einfach nur cool, hinlaufen zu koennen, wo ich hinlaufen moechte und einfach der Fakt, mal "frei" zu sein. Ausserdem habe ich sogar den "walk of fame" in Riobamba gefunden. :D Jetzt bin ich aber auch ordentlich muede und freue mich auf mein Bett.:)
Leute, jetzt bin ich schon einen Monat hier und ich kann zusammenfassend sagen, dass dieser Monat einfach nur toll, praegend und voller Gefuehle war! Unglaublich, was man in einem Montag alles erleben kann. Aber auch unglaublich, was man in einem Monat alles vermissen kann. Hier eine Liste, der Sachen, die am meisten fehlen bzw. die ich jetzt am meisten schaetze:
  • Nudeln
  • Wasser mit Sprudel
  • frei zu sein
  • mein Fahrrad
  • frische Luft
  • wechselnde Jahreszeiten
  • ein grosses Waschbecken
  • saubere Strassen
  • sich gescheit verstaendigen koennen
  • dunkels Brot
  • anti-oberflaechliche Leute
  • Teppiche
  • meine Freunde
  • meine Familie
So, jetzt habt ihr mal einen kleinen Einblick in die harte Seite Ecuadors. ;) Falls mir noch etwas einfaellt, werde ich es hinzufuegen.
Ich werde mich jetzt mal auf ins Bettchen machen, denn morgen geht's nach Quito - zur Mitte der Welt! Uah, ich freue mich schon! :)
Bis Sonntag oder so...
Ich habe euch lieb! :)

Montag, 21. September 2009

Paseo al San Pablo

Hola! :)
Wie geht's, wie steht's in Deutschland?
Wo fang ich nur an. Der Donnerstag war langweilig. Schule war wie immer langweilig, weil ich immer noch nicht viel verstehe. So langsam sollte das echt mal was werden; geht mir naemlich gewaltig auf die Nerven mich nicht richtig verstaendigen zu koennen. Am Nachmittag habe ich erst mit Sebas 2 Coldplay-Konzerte angeschaut und direkt hinterher "Koenig der Loewen" mit Ivanna... Uah, wie ich diesen Film liebe. War auch kein Problem auf Spanisch, weil ich ihn schon so oft geschaut habe. :) Das war der Tag eigentlich schon. Am Freitag mussten Levke und ich einen Vortrag in Englisch halten ueber die Unterschiede zwischen deutscher und ecuatorianischen Kultur, was fuer uns kein Problem war, weil uns genug ein- bzw. aufgefallen ist. :) Am Nachmittag habe ich mich nur fertig gemacht und ein bisschen relaxed, bis es dann auf meine Geburtstagsparty ging. Ich war ein bisschen nervoes, weil ich nicht wusste, wie es werden wuerde, weil ich zu den Leuten, die ich kenne, bis jetzt nur eine oberflaechliche Bindung habe. Wir haben uns alle im "Fogong" getroffen, einer kleinen Bar in Riobamba. Es sind wirklich viele Leute gekommen und ich habe mich soo gefreut. :) Wir haben ein bisschen gesessen, geredet, soweit es ging und dann sind wir in eine Disco gegangen. Eintritt: 3$. Herrlich! :) Dort wurde ordentlich getanzt und ich habe viele tolle Leute kennen gelernt. :) Ausserdem habe ich noch Leute getroffen, die ich zu Anfang in Ecuador kennen gelernt habe. Es war wie alte Freunde wieder sehen. Dann sind wir ENDLICH zum ersten Mal hinten in einem... wie nennt man die Autos, die hinten offen sind? Keine Ahnung, auf jeden Fall so ein Auto. Ich hab mich gefreut ohne Ende. :) Wir waren ziemlich viele und irgendwann, als wir dann keine Lust mehr hatten, haben wir auf einer Strasse angehalten und da weitergetanzt. Das liebe ich an den Suedamerikanern; sie sind soooo spontan. Irgendwann mussten wir dann auch nach Hause und ich habe bei Iva geschlafen, weil sie alleine im Haus war. Am naechsten Morgen sind wir schon um 7 aufgestanden und dann gegen 8 auf nach San Pablo in die Provinz Guayas gefahren. Waehrend der Fahrt habe ich viel geschlafen, was ich ein bisschen bereue, da ich jetzt weiss, wie schoen der Weg dorthin war. Ich hatte damit gerechnet ein bisschen Kuesten-Luft zu schnuppern, aber es war der pure Jungle. Uaaah, ich war einfach nur beeindruckt und total ueberweltigt, wie schon so oft. Wir haben in einem schoenen Haus gewohnt, was komplett von der Familie Donoso, der Familie muetterlicherseits, besetzt war. Ich habe insgesamt 4 Generationen kennen gelernt. Oma meiner Mutter, Mutter meiner Mutter, Cousinen und Schwestern meiner Mutter und ihre Nichten. Sehr cool. :) Am Nachmittag waren wir in der Kaesefabrik, die auch auf dem Grundstueck ist. Wenn ich spaeter keinen Job finde, ziehe ich nach Ecuador und werde Kaesemacherin, Leute; das liegt mir. :D Aber nur im aussersten Notfall. ;) Dann haben wir die Ferkel angeguckt und ein bisschen mit ihnen gespielt, was seehr lustig war. Soviel gelacht, wie an dem Nachmittag habe ich schon lange nicht mehr. :D Dann sind Ale, Iva und ich auf in den Jungle, haben Bananen gepflueckt und haben dem Gerausch gehorcht, das man nur von "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" aus dem Hintergrund hoert. Die Grillen, wisst ihr? ;) Naja, tut auch nichts zur Sache, auf jeden Fall, war es wunderschoen und ich habe wieder einmal gedacht, was fuer ein Glueck ich habe hier sein zu duerfen. :) Am naechsten Tag haben wir die Quesos zu Ende gemacht und dann ging es auch schon wieder nach Hause. Diesmal habe ich mir fast den ganzen Weg angeschaut. :) Den Nachmittag habe ich relaxed, mit Iva Filme geschaut und mit meiner Lieblingsschwester telefoniert!
Morgen geht's wieder in die Schule und ich bin ueberhaupt nicht motiviert!
Wie war das Schuetzenfest?
Wie ist eure erste Klausur gelaufen?
Liebste Gruesse aus dem fernen Ecuador,
Johanna

Donnerstag, 17. September 2009

Enferma...

Holaaa todos!
Es folgen:
DIE BERICHTE DER LETZTEN TAGE!
Am Sonntag habe ich mit meiner ecuatorianischen Familie ein bisschen meinen Geburtstag gefeiert. Es gab Wuerstchen zur Feier des vorherigen Tages und ich habe mich irgendwie total darueber gefreut. Ein bisschen Heimat. ;) Die restliche Zeit bis zum schlafen gehen habe ich genutzt, um mich ein bisschen zu erholen. Das haette ich noch sorgfaeltiger machen sollen, wenn ich gewusst haette, was mir am naechsten Tag blueht.
Mitten in der Nacht bin ich aufgewacht und von da an hatte ich die schwereste Ecuatorianische Zeit meines Lebens - zumindest bis jetzt. Habe den ganzen Tag mit einer Margen-Darm-Grippe gekaempft und wusste echt nicht so ganz wie ich das ueberstehen sollte. Alles fremd, besonders diese Situation, ohne eine Mami, die einen den ganzen Tag mit Cola, Zwieback und Salzstangen umsorgt. Das mir schon etwas zum weinen zumute, was ich aber noch unterdrucken konnte. Meine Familie hat sich auch ruehrend gekuemmert. Zumindest in der Zeit als sie alle zu Hause waren. Ansonsten hat Anita diesen Part uebernommen. Ja, das war auch schon der Montag, da ich zu nichts anderem faehig war, als krank sein. Am Dienstag ging es dann schon ein bisschen bergauf, wobei ich schon ein bisschen geschockt war, dass ich direkt wieder zur Schule musste. In Alemania haette meine Mama mich mindestens noch 2 Tage laenger zu Hause gelassen, damit ich wieder richtig fit bin. Aber was ist in Ecuador schon so wie in Deutschland? In der Schule habe ich ein Maedchen getroffen, was auch aus Deutschland kommt und seitdem in meine Klasse geht. Sie heisst Levke und ist sehr nett. :) Nachmittags habe ich mich noch ein bisschen auskorriert und 2 Filme geguckt. (Das macht man hier aber nicht nur um sich von einer Krankheit zu erholen, sondern eigentlich jeden Tag, weil man nichts anderes zu tun hat. Das ist mir bis jetzt so aufgefallen, aber bei mir ist dieser absolute Langeweile-Fall noch nicht eingetreten.) Heute war eigentlich ein recht cooler Schultag und ich hatte zum ersten Mal das Gefuehl, dass ein bisschen Alltag eintritt. Ich habe wieder ein Maedchen aus Deutschland in der Schule getroffen. Eher gesagt eine Frau, weil sie eine ehemalige Austauschschuelerin aus Deutschland ist, die auch das Jefferson-Colegio gegangen ist. War cool sich mit ihr auszutauschen. Nachmittags bin ich mit Levke und Ivana in die Stadt gegangen, wo ich mir fuer einen geschlagenen Dollar 3 (!) Flaeschchen Nagellack und fuer 4 Dollar 4 Filme gekauft habe. Da fuehlt man sich immer, wie der groesste Schnaeppchen-Finder, was aber nicht stimmt, da billig einkaufen fuer ein europaeisches Maedchen hier normal ist. :D Dann sind wir, haltet euch fest, zur Post gegangen, weil meine Mutter hier mir gesagt hat, dass ich das unbedingt tun sollte. Dort angekommen musste ich meinen Pass vorzeigen, 1 Dollar hinblaettern und taaaadaaaaaaa hatte ich ein Geburtstagsgeschenk von meiner Familie aus Deutschland in der Hand. Uaaaah, das war ein unbeschreibliches Gefuehl. Da ist das ein oder andere Traenchen geflossen und ich habe mich gefreut wie Bolle. Ich wurde die ganze Zeit gefragt, ob ich traurig sei oder Sonstiges, aber neeeein, ich war so gluecklich. Von meiner Familie was in der Hand zu halten, ist so toll und erinnert mich an mein vollkommen anderes, dennoch perfektes Leben in Deutschland. Wirklich so lange man hier ist, immer was zu tun hat, bleibt kaum Zeit an die Heimat zu denken. Natuerlich vermisse ich meine Familie und meine Freunde, aber das Leben woanders nimmt einen so sehr in Anspruch, was durch die ganzen aufkommenden Probleme nur noch verstaerkt wird. Trotzallem, liebe Familie, ich vermisse euch sehr und freue mich unendlich ueber das Packet. Ihr seid die beste Familie, die man sich vorstellen kann und ich bin froh, euch an meiner Seite zu wissen. :) Ich liebe euch! Das selbe gilt auch fuer meine Freunde; besonders Koddi.
Ja, wie ihr seht waren die letzten Tage bestueckt mit sentimentalen Phasen. Man koennte jetzt anfangen und diese Tage schlecht reden, was ich weiss Gott nicht moechte. Ich traue mich jetzt einfach mal zu schreiben, dass das lauter neue Erfahrungen fuer mich waren, die mich praegen.
So, Schluss fuer heute und bis bald...
Eure Johanna

P.S. Danke, dass ihr meinen blog immer so fleissig lest und an mich denkt. :)
Achja, falls ich im ICQ einfach mal so weg sein sollte, dann liegt es wahrscheinlich an meinem miserablen Internet! ;)

Montag, 14. September 2009

Campamento y cumpleaños

Buenas noches!
Wie geht es euch?
Nach 5 Tagen in Quito ist es so langsam mal wieder Zeit fuer einen Bericht. :)
Am Mittwoch sind die anderen beiden Austauschschuelerinnen aus meinem Club und ich so gegen 10 Uhr in Quito angekommen. Wir waren die Letzten, was aber nicht weiter tragisch war. Haben dann Namensschilder, Polos und Equipment fuer die Unterrichtsstunden bekommen. Es waren Leute aus Frankreich, Belgien, Daenemark, Brasilien, Deutschalnd, USA, Canada, Japan, Taiwan, und Finnland da. Wir haben uns alle sofort super verstanden und von da an wusste ich eigentlich, dass wir unglaublich coole 5 Tage haben werden. Es ging los mit einer Rotary Orientation, inder genau das erzaehlt wurde, was ich schon gefuehlte 300 mal gehoert habe. Naja, auf Spanisch ist doch auch mal was, gell? :) Dann mussten wir einen 8 oder 9 Seiten langen Test machen, mitdem unser Spanischwissen abgefragt wurde. Es gab insgesamt 5 Gruppen und ich war in der 3, was heisst, dass mein Spanisch genau "mittel" ist. Ich war froh, dass ich in der Gruppe gelandet bin, denn so sind wir in allen Tagen die ganze Grammatik nochmal durch gegangen, die ich auch schon in der Schule hatte. Ziemlich praktisch, da ich dummerweise gar keine Spanischutensilien mit hierher gebracht habe und somit jetzt alles wieder neu nachlesen kann, falls ich Fragen habe. Wir hatten jeden Tag 5 Stunden Spanisch, was schon ziemlich anstregend war, aber auch lustig mit den anderen zusammen. Dadurch, dass die anderen auch Austauschschueler sind und quasi das Gleiche "durchmachen" wie ich, tut es einfach nur super gut, sich mal austauschen zu koennen. Besonders mit den Deutschen habe ich viel geredet, weil es einfach nur toll ist, reden zu koennen ohne grossartig nachdenken zu muessen. Man konnte sich endlich mal ueber tiefgruendigere Dinge unterhalten, wie Gefuehle, erste Eindruecke und Erfahrungen, die man gesammelt hat. Obwohl ich noch nichtmal einen Monat hier bin, denke ich jetzt schon, dass ich so manche Dinge anders sehe und anders ueber sie denke. Was ich hier gerade erlebe sind Sachen, die mich fuer mein Leben praegen und deswegen bin ich so unendlich dankbar, dass ich hier sein darf.
Spanischstunden waren immer morgens und nachmittags hatten wir Rotaryorientationen, die unteranderem ueber Vergewaltigungen bis hin zum Kulturschock reichten. Das Meiste wusste ich schon vorhher, trotzdem war es schockierend zu hoeren, dass Maedchen in Taxis vergewaltigt werden, die Politik die armen Leute besticht, um ihre Stimmen fuer Wahlen zu bekommen und andere "Dinge". Gerade heute habe ich mir noch Gedanken darueber gemacht, dass Ecuador zwei Gesichter hat. Zum einen sind hier die ausgelassenen Suedamerikaner, die ihr Leben geniessen, Party machen, auch mit Nichts zufrieden sind und auf der anderen Seite sieht man schwerbewafnete Polizisten auf der Strasse um Riesenmauern um Hauser. Allein zu wissen, dass sowas noetig ist, ist etwas, was sich irgendwo total von Deutschland unterscheidet und gerade deswegen denke ich, dass ich dem richtigen Land gelandet bin...
Mein Geburtstag war einfach nur super. Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie sehr mir die anderen jetzt schon ans Herz gewachsen sind. Kann es jetzt schon kaum erwarten, sie alle in einem Monat bei unserer Strandreise wieder zu sehen. Ich wurde morgens geweckt von strahlenden Gesichtern, bin dann ins Bad, wo der Spigele mit Lippenstift und einem "Happy B-day" bemalt war. :) Nachmittags sind wir in die Shoppingmall, wo ich einfach nur die ganze Zeit gegessen habe, weil 1. die Shops viel zu teuer waren und 2. unser Hotal miserable, kleine Portionen zum Essen serviert hat und wir einfach nur ausgehungert waren. Abends bin ich dann samt Klamotten im Pool gelandet und habe Geschenke bekommen. :) Diesen Geburtstag werde ich wohl in meinem Leben nicht vergessen, so schoen war er, auch wenn ich meine deutschen Freunde und meine Familie an dem Tag vermisst habe. An dieser Stelle !DANKE!, dass ihr mir alle geschrieben habt! :)
Soo, ich werde mich jetzt mal ein bisschen ausruhen, da morgen mein 3. Schultag ansteht und es gestern ein "bisschen" spaet geworden ist. ;)
Ich habe euch lieb.
Liebste Gruesse aus Ecuador,
Johanna

Dienstag, 8. September 2009

Colegio

Hola mis corazones... :)
Alles toeffte bei euch?
Hier wieder ein paar Geschichten aus meinem ecuatorianischen Leben. :)
Am Sonntag bin ich mit meinen Geschwistern auf einen kleinen Jahrmarkt gegangen. Wir sind Tretboot gefahren, was ziemlich lustig war, weil wir zu 7 in dem Boot sassen, das Boot an sich schon super schwer war und nur exakt 2 Leute trampeln konnten. Das heisst, dass wir fuer eine Runde von ein paar Metern ca. eine Stunde gebraucht haben. :D Naja, ansonsten war der Nachmittag eher uninteressant, weil keiner sich mit mir unterhalten hat, ich mich mit keinem unterhaltenkonnte und ausserdem war es kalt bis zum geht nicht mehr. Jetzt zu den interessanten Dingen: Mein erster Schultag! :)
Uaaaaaaaaah, Schule in Ecuador ist soooo coool.
Montag Morgen habe ich mich gefuehlt wie ein kleiner Erstklaessler. :D Es war sehr aufregend. Ich bin mit meiner Tante und meiner Cousine zur Schule gefahren. Es war der erste Tag ohne Wolken, seitdem ich hier bin von daher habe ich auf dem Weg dorthin den Chimborazo in seiner vollen Schoenheit gesehen. Umwerfend. :) Dann waren wir da, die Aufregung stieg, war aber auch gleich wieder weg, weil ich meine Freunde getroffen und auch noch die andere Austauschschuelerin aus den USA, die zu meinem Entsetzen aber schon fliessend Spanisch konnte, das aber auch nur, weil das ihre first language ist und der Vater aus Mexico kommt. Dann wurden alle Schuler von der Direktorin begruesst und die Hymne von Ecuador wurde gespielt. Ohjaa, alles so offiziel. Mit meiner Uniform habe ich mich sofort dazu gehoerig gefuehlt. :) Dann ging es auch schon in die Klassen. Sehr trist sage ich euch. In Deutschland haben wir ja wenigstens etwas an den Waende, aber hier hallt es, weil der Raum so leer ist. Wir haben Tische und Stuehle aneinander haengend, was ich ziemlich cool finde. :) Dann kam auch schon der erste Lehrer, was mir nicht aufgefallen waere, wenn meine Cousine mich nicht aufmerksam gemacht haette, so laut war es in der Klasse. Irgendwann haben sich dann alle hingesetzt, was aber nicht lange anhielt, weil die ersten dann schon wieder zu Freunden gelaufen sind, um von den Ferien zu erzaehlen. Aufstehen und labern ist die Devise. :D Hast du Lust dich zu schminken? Kein Problem. :D Oh man, einfach so anders als in Deutschland. Alle sind einfach mega respektlos manchen Lehrern gegenueber, was ich nicht so gut finde. Hier werden die Lehrer beim Vornamen genannt. Zwischen manchen Lehrern und Schuelern ist das Verhaeltnis aber so gut, dass sie sich zwischendurch "Checks" geben. Lustig. :D Dann ging es nach 4 Stunden auch schon nach Hause. Normalerweise habe ich jeden Tag 8 Stunden, was ich ziemlich viel finde. Naja, werde ich mich dran gewoehnen muessen. Bleibt viel Zeit, um zu Malen und natuerlich um Spanisch zu lernen. :) Nachmittags habe ich meinen Rock kuerzen lassen und der Blazer wurde korregiert, weil die ecuatorianischen Schneidereien es irgendwie nicht so drauf haben. Abends bin ich mit Iva, meiner Mutter und zu meinen Geschwistern zu einem deutschen Symphonie Orchester gegangen. Ich dachte erst: "Oh man, wird bestimmt langweilig!", aber es war alles andere als das. Ich habe jede Minute genossen, weil 1. die Musik wunderschoen war und 2. die Leute des Orchesters alle Deutsch gesprochen haben. Ich meine, eigentlich ist das ja natuerlich fuer ein deutsches Orchester, aber nicht fuer eine kleine Austauschschuelerin, die keine Ahnung wie viele 1000 km von zu Hause entfernt ist und trotzdem Deutsch sprechen kann. Es hat so viel Spass gemacht. :) Und mir ist aufgefallen, dass seitdem ich hier bin weiss, wie schoen ich Deutschland finde. :) Gestern abend war ich sogar zum ersten Mal richtig stolz auf mein Land und habe mich gefreut eine Deutsche zu sein. Das ist aber nicht immer so, wenn man bedenkt, dass ich schon 2 mal gefragt wurde, ob ich denn ein Nazi sei. Naja, darauf wurden wir ja vorbereitet. Nachdem Orchester sind wir zum Rotary-Club gefahren und dort habe ich mein erstes Taschengeld bekommen - 60$! :) Davon kann man viele Schuhe kaufen. Hier geht das Geld echt weg wie warme Semmeln. ;) Heute war mein 2. Schultag und ich hatte einfach nur Langweile. Konnte meine Plaene vom Spanisch lernen und Malen schon gut umsetzen... :) :D Ich musste die gruene Uniform tragen, die sehr gemuetlich ist. Ich gehe quasi zum Relaxen in die Schule. :D In keinem Fach verstehe ich irgendwas, ausser in English, welches sowas von dermassen einfach ist. Unsere Lehrerin hat den Leuten heute beigebracht, dass wenn sie etwas nicht verstehen "I don't understand" zu sagen haben. Das ist doch mal was.
Naja, liebe Leute. Ich werde jetzt mal rueber zu Iva und ein Film gucken.
Ich melde mich dann am Montag um euch vom Spanisch-Camp und von meinem ersten Geburtstag in Ecuador zu berichten. ;)
Liebste Gruesse,
eure Johanna

P.S. Liebe Ruth! Ich hoffe, du hattest einen wunderbaren Geburtstag! :)
Ich hab dich lieb!

Montag, 7. September 2009

Yo amo Ecuador

Hallo meine Lieben!
Wie geht es euch im weitentfernten Deutschland?
Ich hoffe, dass alles okay ist.
Die letzten Tage waren sehr "voll", deswegen finde ich erst jetzt die Zeit zu schreiben.
Am Mittwoch war ich zum ersten mal in Ecuador zum Friseur. Ihr koennt euch nicht vorstellen, was fuer eine Angst ich hatte. Mein Pony war so lang, dass ich fast nichts mehr sehen konnte und deswegen wollte ich ihn ein kleines Stueck kuerzer haben. Das erklaere aber mal auf Spanisch. Naja, ist dann aber doch alles gut gegangen, weil meine Cousinen dabei waren. Wir haben fuer 3 Haarschnitte 10 Dollar bezahlt. Stelle sich das mal einer vor. Dann habe ich mit Ivanna "Forrest Gump" geguckt. Zum ersten Mal in meinem Leben. Oh mein Gott, musste ich weinen. Fast so, wie bei "My girl"... ;) :D Abend sind wir zum "Fogong", einem gemuetlichen Restaurant und haben da den Geburtstag einer Freundin gefeiert. Ich habe mich die ganze Zeit mit Iva unterhalten - sie ist einfach toll. Sie aehnelt mir charakterlich sehr, denke ich bis jetzt zumindest. Am Donnerstag habe ich mit Iva Spanisch gelernt. Ich habe festgestellt, dass ich die Grammtaik eigentlich soweit drauf habe, mich nur nicht so traue, zu sprechen. Naja, ich hoffe, dass sich das aendert, sobald ich das Spanish-Camp hinter mir habe und ein bisschen mehr Sicherheit habe. Dann sind wir in die Stadt und haben Schuhe gekauft. Uaaaah, fuer 4,5$. Hallo? :D Oh mein Gott, ich liebe sie. :) Als wir abends zurueck kamen, habe ich meine Uniform zum ersten Mal anprobiert und haette sie am liebsten anbehalten, weil sie mir so gut gefaellt. Ein bisschen wie in Hogwarts. Hach, ich freue mich auf morgen - MEINEN ERSTEN SCHULTAG! :) Am Freitag haben Iva und ich uns um die Angeleigenheit "Maedchen aus Belgien" gekuemmert. Sie ist, wie ich, eine Rotary-Austauschschuelerin, aber ihr gefaellt es hier gar nicht. Iva hat bei ihr zu Hause angerufen, ob sie nicht Lust habe, mit uns in die Stadt zu gehen. Sie hatte keine. Fand ich schon ein bisschen komisch. Nachher sind wir dann mit einem Freund in die Stadt gegangen und haben sie mit ihrem Cousin getroffen. Komischer. Auf die Frage, ob sie jetzt mitkommen wolle, meinte sie nur, dass sie schlafen muesse. Am komischsten. Mein Vater hat mir gesagt, dass sie wieder nach Belgien fliegen wolle. Ich habe dafuer kein Verstaendnis, weil man das nach 2 Wochen noch nicht entscheiden kann. Naja, aber ich respektiere es. Nebenbei, ich habe wieder Schuhe gekauft. Ich liebe sie nochmehr, weil sie meine eigene Kreation sind. :D Am Samstag musste ich ganz frueh aufstehen, weil ich mit den Donoso's in die Berge gefahren bin. Eigentlich bin ich ja immer in den Bergen, aber gestern waren wir auf 3500 Metern. Die Luft wurde ganz schoen knapp, aber das Panorama hat alles entschaedigt. Oh mein Gott, wie schoooooeeeen! Ihr koennt es euch nicht vorstellen. Sowas Schoenes. Wir sind auf eine Farm gefahren mit ganz vielen anderen Leuten und habe da ganz typisch ecutorianisch gegessen. :) Es war sehr lecker und ich habe das Gefuehl, dass ich mich so langsam an das Essen hier gewoehne. :) Als wir in das Haus der Farm kamen, habe ich mich gefuehlt wie Harry Potter, weil es exakt, wie das Haus der Weasley's war. Wirklich. Ganz klein, eng und zugestellt - einfach suuuuper schoen. Oh man, ich war ganz geflasht. Erst von der wunderschoenen Umgebung und dann von dem schoenen Haus. Dann sind Ericka und ich noch auf einem Pferd geritten und haben uns die Berge nochmal genauer angeschaut. Dieser Moment war der bis jetzt ueberweltigenste Moment in meinem Leben. Ich sitzte auf einem gemuetlichen Pferd, mitten in dem wunderschensten, groessten Gebirge der Welt, umgeben von frischer (smokfreien) Luft und die Sonne strahlt auf mich herunter. Uaah! Ich liebe Ecuador! Als wir nach Hause gefahren sind, war ich auch ordentlich muede, aber bin trotzdem noch mit den anderen zu einer Hausparty gegangen, die aber langweilig und erschreckend war, weil die Leute alles kaputt gemacht haben und das sogar gewollt. Nicht so mein Ding. Heute war ich mit meiner Familie in Guano, wo wir auch wieder ecuatorianisch gegessen haben. So ziemlich das Gleiche wie gestern, aber das wusste meine Familie ja nicht. Dann bin ich mit Freunden von Sebas, ihm und Ale in die Stadt gegangen, was aber uninteressant war und sooo cald. Mama, Papa, warum habe ich meine Fliessjacke nicht eingepackt. Hier ist es so kalt. Naja... :) Jetzt werde ich mal schlafen gehen, die letzten Tage verdauen und mich mental auf die Schule vorbereiten. Ich freue mich schon soooo!
Ich wuensche euch eine wunderschoene Nacht! :)
Liebste Gruesse aus Ecuador sendet euch:
Johanna

Mittwoch, 2. September 2009

Amigos! :) Que bueno!

Hola mis amores!
Wie geht es euch?
Ich muss euch unbedingt von den vergangenen Tagen erzaehlen. Aber bevor ich das tue, wuensche ich meinen Eltern einen schoenen Hochzeitstag, wenn auch nach traeglich. ;) Ich hoffe, ihr habt gut gefeiert!
Am Montag war ich mit meinen Cousinen in meiner Schule und habe die ganzen Uniformen anprobiert. Es sind sooo viele. Am Montag muessen wir im karrierten Faltenrock, weisser Bluse, schwarzen Schuhen, dunkelblauer Strumpfhose, dunkelblauem Blazer und roter Krawatte erscheinen. Dienstag ist es ein dunkelgruener Jogginganzug angesagt und die restlichen Tage sind Faltenrock und Poloshirts, wenn ich mich nicht irre. Naja, ich werde das nochmal auschecken; spaetestens, wenn ich endlich am 7. zur Schule gehe. Ist nur alles ein bisschen bloed gelaufen, weil ich am 9. schon direkt das Spanish-Camp von Rotary habe, somit also nur 2 Tage gehen kann. :( Naajaaa.... :)
Nachmittags musste ich noch zum Schneider, weil mir der Blazer noch nicht paaste und meine Tante hat den Namen "Hanna Prieto" angegeben. :D Nachher habe ich mich ganz lange mit Ivanna unterhalten und ich weiss jetzt schon, dass das zwischen und stimmt. Sie ist so nett und hat mir diekt alles anvertraut, was ihr so durch den Kopf geht. Eingentlich kann es nichts Besseres geben, weil man sich dann eingeweiht fuehlt, also auch dazu gehoerig. Wir sassen ein bisschen im Giralda Plaza, wo sich die meisten Jugendlichen am Nachmittag aufhalten, von daher haben wir auch viele Leute getroffen. Als wir weiter durch die Stadt gelaufen sind, konnte ich zum ersten Mal jemanden gruessen, den keiner kannte. :D Das war lustig. Abend waren wir alle bei Ericka und Ivanna zu Hause und haben da ein bisschen "abgehangen". Spaeter bin ich dann tot muede ins Bett gefallen und habe geschlafen wie ein Stein. Soo viele neue soziale Kontakte. ;) Am naesten Morgen habe ich mit Iva meine Cuadernos (Hefte) gestaltet, wodrauf hier wohl viel Wert gelegt wird. Oha, ich hatte noch nie in meinem Leben so viele Hefte. In Deutschland benutze ich einen CollegeBlock und wenn der voll ist, wird ein neuer gekauft. Hier kauft man direkt gefuehlte 300. Nachmittags habe ich mich mit meiner Gastschwester Jois, die in Deutschland ist, unterhalten. Sie ist nett! :) Danach bin ich zu Iva und dort habe ich dann meine Klassenkameradinnen getroffen, die wie durch ein Wunder English sprechen konnten. Oh man, ich habe waehrend meines ganzen Austausches nicht so viel geredet, wie an diesem Tag. :D Sie sind soooo nett! Am Abend sind wir dann bei uns auf die Strasse, wo dann auch noch andere Leute waren (Freunde von Ericka). Ich sag's euch, ich will auf der Stelle Spanisch lernen. Nichts verstehen zu koennen ist so deprimierend. Seit gestern Abend weiss ich, dass in Riobamba genauso viel gelaestert und getratscht wird, nur in Stadt-Format. Hier weiss jeder irgendwas ueber den anderen und keiner darf es aussprechen, weil er sonst Probleme bekommt. Schon verrucket irgendwie. Ich weiss jetzt schon so viel, was ich nicht sagen darf. Ich dachte das hoert erstmal auf, wenn ich aus Deutschland wegfliege. :D Naja, ich wuensche euch noch einen schoenen Abend. :)
Habe euch lieb und vermisse euch,
Johanna