Buenas tardes!
Heute morgen bin ich mit den Rotarierinnen und den anderen beiden Austauschschuelern in die Stadt gefahren um dort das fuer diese Zeit typische Getraenk "Colada Morada" und Brot an die armen, alten(!) Leute zu verteilen. Wir haben erst alles vorbereitet und dann ging es an

eine Kirche, wo die Leute auch schon alle mit ihren mitgebrachten Tassen auf uns gewartet haben. Uns wurde gesagt, dass wir noch warten muessen und somit sind Alex, die Amerikanerin, und ich in den anliegenden Park gegangen um uns die Zeit ein wenig zu vertreiben. Oh mein Gott. Haben ein paar Fotos geschossen, Spass gehabt, bis ich hinter Alex auf einmal einen Mann habe stehen sehen, der, tut mir Leid, ich kann es nicht viel besser ausdruecken, -auf gut Deutsch- einen "runtergeholt hat". Wie mein Schicksal es wollte, habe natuerlich nur ich das gesehen und aus dem Affekt und aus lauter Schock mit Alex auf Deutsch gesprochen, was natuerlich bewirkt hat, dass sie mich nicht verstanden hat. :D Oh mein Gott, ich hab einfach nur an ihrem Aermel gezogen und bin gerannt... Sie hat die ganze Zeit gelacht und ist mir stumpf hinterher gerannt. An der

Kirche wieder angekommen, habe ich ihr, wie auch den anderen erzaehlt, was ich leider Gottes gesehen habe (er, wie auch der kleine "er", wie auch der Akt waren einfach alles andere als schoen anzu sehen... :( -.- ) und sie haben alle angefangen zu lachen, was mich voll verwirrt hat. In Deutschland wuerde man alles tun, als aller Letztes aber lachen... Es kam mir so vor, als wuerden die das hier jeden Tag sehen. Naja, ich haette mich auf jeden Fall am liebsten uebergeben. Dann sind wir angefangen, die Sachen zu verteilen und mir ging es irgendwie gar nicht so gut. Erstens wegen der Parksache und dann, weil mir zum ersten Mal bewusst geworden ist, wie beduerftig die Menschen hier wirklich sind. Sonst sehe ich sie immer nur in der Strasse, aber Hunger

erkennt man da nicht wirklich, wenn man nur so oberflaechlich drauf guckt. Heute habe ich den Hunger richtig gesehen. Wie sie sich darauf gestuerzt haben. Ich habe beobachtet, wie sie aus lauter Not, ihre Brote unter der Kleidung versteckt haben und vielleicht die Chance auf noch ein Stueck zu haben. Unglaublich. Dann sind wir zu 3 Schulen ausserhalb Riobambas gefahren und haben da weiter verteilt. Das war so schoen... Die Kinder waren zwar genauso arm, wie die alten Leute und gehen in richtigen "Bruchbuden" zur Schule, aber im Gegensatz zu denen, waren die einfach ungemein dankbar und haben sich gefreut, als haetten sie gerade 1000 Dollar zu gesteckt bekommen. :) Diese Lebenfreude ist einfach unuebertreffbar! :):):) Diese strahlenden Gesichter zu sehen, kann ich zu den schoensten Augenblicken in Ecuador hinzufuegen. Was nicht so schoen war: Eine Lehrerin hat Alex und mich mit in ihren Klassenraum genommen und uns instaendig um Geld angebettelt. Sowas ist echt nervenzerrend. Nicht um angenervten Sinne, sondern aus Mitleid. :(
Oh man, und jetzt gerade sitzte ich hier auf einem weichen, luxurioesen Stuhl, ein Flachbildfernseher neben an und schreibe per Computer. Ungerecht nicht?
So, das alles musste ich jetzt unbedingt loswerden...
Gestern war ich nur beim Spanisch, wo ich neue Duetsche aus Riobamba kennen gelernt habe. (mit einem berliner Akzent - me encanta)
Das war's!
Liebste Gruesse aus Ecuador! :):):)
Johanna
heey Jojo...
AntwortenLöschenohh man, das hoert sich echt hart an, aber ich weiss echt wie komisch sich das anfuehlt...zwar ist das hier glaube ich nicht ganz so krass...
aber man merkt und sieht es schon sehr und kommt dann nach hause in sein riesen haus mit allem was man will....
espero que estas muy bien en ecuador y te quiero muchisisisisisimo =)
Caro
Hallo Jojo....
AntwortenLöschenwollte dir mal nen ganz lieben Gruß schicken... wir denken oft an dich! ;x
Bis bald...
Florian, Lea Mai und Carmen