Montag, 4. Januar 2010

Silvester, Neujahr und Co.

FROHES, NEUES JAHR, LIEBES DEUTSCHLAND!
Ich melde endlich wieder aus Riobamba, meiner geliebten Heimat hier in Ecuador.
Die letzten Tage waren anstrengend, aber auch cool.
Vamos a ver. ;)
Am 31. haben wir uns um 7 Uhr WIEDER mal auf den Weg nach Quito gemacht. Dort angekommen habe ich erstmal ein bisschen gechillt. Daraufhin gings in den Megamaxi - ein fetter, fetter Supermarkt, wo ich mich nach einem MP3-Player umgeschaut habe. Sie haben echt nur Ipods hier. :( Als wir wieder zu Hause waren, habe ich mich schick gemacht mit Kleid und Maske und dann ging's zu der "Año viejo"-Party ins Haus eines Onkels. Wuerde euch gerne sagen, wie er heisst, aber komm irgendwie nicht so ganz klar mit einer gefuehlten Million neuer Namen. Der Weg dorthin war... cool, sagen wir mal. Hier sind die Silvester-Sitten naemlich mehr als anders. Die Maenner verkleiden sich als Frauen und halten die Autos an in der Stadt. Dann tanzen sie fuer die Autofahrer, kassieren einen Cent und lassen die Autos durch. Soo cooool. Ich schwoer's euch. Das naechste Silvester werden die Jungs in Deutschland zum Tanzen verdonnert. :) Im Haus angekommen, sassen auch schon fast alle da mit ihren Masken und die Fresserei ging los. Ausserdem ist hier noch eine Sitte, dass ein alter Mann ins Haus der Festgesellscahft kommt und sein Testament vekuendet, da er zum Sterben verurteilt ist. (Das kann man sich ungefaehr so vorstellen, wie der Nikolaus. Es ist einfach ein Mann, der sich eine Maske aufsetzt und dann so tut, als ob er ganz alt ist. In unserem Fall war es mein Onkel.) Mein Testament war ein deutscher Satz, der mit irgendeinem billigen Translator uebersetzt wurde und den ich beim besten Willen nicht verstehen konnte. :D Aber suesse Idee. Dann irgendwann war es kurz vor 24:00 Uhr und da kommen wir zu der naechsten Sitte, naemlich dass man hierin der ersten Minute des neuen Jahres 12 Weintaruben verschlingt und sich fuer jede etwas wuenscht. Ausserdem soll man etwas Rotes tragen um Glueck in der Liebe zu haben, etwas Blaues um Frieden zu haben, Geld fuer's Geld, Gruen fuer Gesundheit... Ich kann mich nicht mehr ganz genau erinnern, wie die Reinfolge jetzt war, aber so ungefaehr. :) Mega cool. Um 12 wurden dann Feuerwerke in die Luft geschossen, wie in Deutschland auch und Puppen verbrannt, die alles Schlechte des vergangenen Jahres darstellt. Ich habe alles fleissig gefilmt. (Oh man, das wird ein langer DVD-Abend, Freunde!) Naja, den Rest der Nacht habe ich meinen Cousins beim Wii spielen zugeguckt, da ich nicht wirklich Lust hatte mit meinen Onkels auf typischer ecuatorianischer Musik zu tanzen.
Neujahr haben wir uns in dem Haus eines anderen Onkels getroffen, nachdem meine ganze Familie bis um 1 geschlafen hat. :D Dort haben wir gegessen und Caiperinhas gemixt mit seamtlichen Fruechten, die Ecuador so hergibt. Herrlich. Oh man, die Fruechte sind echt mit das Tollste hier. :) Es war soo mega witzig und ich liebe meine Cousinen und Cousins. Sind echt mega cool und das aller Coolste ist, dass sie jetzt alle "Basis-Deutsch" drauf haben. :)
Am naechsten Tag musste ich ganz frueh aufstehen um bei den Vorbereitungen zu helfen, da bei uns (bzw. im Haus meines Onkels und meiner Tante muetterlicherseits) eine riesen Bingoparty veranstaltet wurde. Haben also einbisschem rumgewirkt und sind dann irgendwann zu meinem ersten Kirchgang gefahren. War echt mega interessant und ich war erstaunt, dass in diesem Fall Ecuador mal ausnahmsweise nicht allzu unterschiedlich der deutschen Kultur ist, was ich naemlich eigentlich erwartet hatte. Es wird auf Spanisch gesprochen (man glaubt es kaum), der Orgel-Mann orgelt und singt fast alleine und die Hostie wird erst in Wein getunkt und einem dann in den Mund gelegt. Das war's an Unterschieden. Achja, was noch sehr anders ist, ist, dass jede Familie ein "niñito", ein Christuskind, in der Familie hat, was im wahrsten Sinne des Wortes vergoettert wird. Das wird mit in jede Messe genommen und dort gesegnet. Komisch irgendwie, weil sie echt vernatisch damit sind. Dann ging's wieder zurueck mit der gaaaaaaaaanzen Familie, es wurde gegessen und auf zu der grossen Bingo-Zockerei. Wir haben 5 Stunden gespielt, da es so viele Preise gab. Oh man und was fuer Welche. Unfassbar, wie reich meine Familie ist. Naja. Ich habe nichts gewonnnen. Sowie mein gesamter Tisch nicht. :D War aber trotzdem sehr witzig. Danach bin ich mit meinen Cousins ins Haus eines Cousins gefahren, wo wir ein bisschen Wii gespielt haben und nichts weiter. Hatte eigentlich damit gerechnet, dass wir noch ausgehen, was auch eigentlich so geplant war, aber nachher hatte keiner mehr Lust, ausser ich. Toll. -.- Naja, bin dann mit ins Haus meiner Cousine gefahren und habe da im Flur geschlafen, was irgendwie witzig war, da alle eher aufgestanden sind als ich und ich mich eher als Zootier gefuehlt habe, als Schlafende. :D Dann bin ich mit meiner Tante zu einem Markt gefahren, wo es typische Sachen gab. :) Ich liebe diese Maerkte. :) Von da aus sind wir zu einer anderen Messe gefahren, um dort die Eltern der gewaltigen Familie zu eheren. Ich wollte die ganze Ecuador-Zeit ueber in die Kirche und jetzt wo es Schlag auf Schlag kommt, bin ich mehr als unmotiviert. :D Als wir uns heute den Frieden gegeben haben (der uebersetzt nicht "Der Friede sei mit dir!" ausgesprochen wird sondern mit einem plumpen "FRIEDEN!"), haben ploetzlich alle geweint. Ich kann euch echt nicht sagen warum, habe es naemlich selbst nicht verstanden. Achja, wenn sie sich den Frieden geben, bleibt es uebrigens nicht bei denen, die einem am neachsten sitzen, sondern es aehnelt einer gewissen Person in der raesfelder Kirche. Ichnenne jetzt keine Namen. :D Danach ging es zum Friedhof, der einfach nur anders ist, als der unsere. Echt mega beeindruckend. Hier liegen die Grabsteine auf dem Grass und das war's dann auch schon, abgesehen einer Vase, die mit Blumen gefuellt ist. Ansonsten hat man vom quitenischen Friedhof eine Aussicht, die sich gewaschen hat. WOW. Wir haben am Grab meiner Gastgrosseltern gebetet und dann ging's zum Ceviche essen. Mag ja sein, dass Leute sich davon 8Liter am Tag reinziehen koennen - ich gehoere nicht dazu und habe fliessig meine Empanadas de Queso gegessen. :D Dann wurde sich verabschiedet. Von den meisten habe ich das fuer immer und immer und immer gemacht, aber wenn sie einhalten, was sie versprochen haben, dann kommen mich meine Cousins aus Brasilien besuchen. :) Dann haben wir uns unsere Sachen geschnappt und jetzt sitze ich wieder in Riobamba mit meinem frisch gekauften MP3-Player, den ich zum guten Schluss doch noch gefunden habe. :)
Ich hoffe, ihr habt auch gut gefeiert und seid gut ins neue Jahr gekommen.
Ich wuensche euchnur das Beste!
Habe euch lieb,
Johanna

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen