Montag, 22. Februar 2010

Yachana Lodge - Amazonia

Oriente, Amazonia, Regenwald, Urwald, Tropenwald, ... DSCHUNGEL!
All diese Woerter existierten immer nur fuer mich, haben jedoch in den vergangenen 5 Tagen Gestalt angenommen.
Sattes Gruen, kreischende Affen, Grillenzirpen, wunderschoene Landschaften...
Tag 1: Unsere Reise begann am Mittwochmorgen um 6 in der Fruehe. Die anderen Maedels sassen schon im Auto, als wir uns dann nach einer schlaflosen Nacht aufnach Quito machten. Dort angekommen sind wir auf die anderen Austauschschueler gestossen, was eine riesen Emotion war und bekamen unsere Tickets und alles Noetige fuer den anstehenden Flug nach Coca - einer Stadt in der Provinz Orellana. Wir sind erste Klasse geflogen und so waren auch die Sandwiches, die wir in der VIP-Lounge bekommen haben. Der Flug dauerte etwa 30 Minuten - 15 davon steil nach oben... 15 nach unten. Von oben konnten wir eine Aussicht geniessen, die sich gewaschen hatte - von Gletscherspitzen, die durch die Wolken hervor ragten, bis hin zu einer uberdimensional grossen Flaeche des tropischen Urwaldes, die sich unter uns erstreckte. In Coca angekommen, wurden wir von dem tropischen Klima empfangen, wie auch von unserem Guide Maximiliano , der mehr Tanzan aehnelte als jedem andern. Ist das nicht herrlich? Einmal im Dschungel schon haste Tarzan am Hals. :D Von dortaus fuehren wir zu dem Hafen in Coca, wo ich die ersten Tierchen antraf. Voegel, Schildkroeten, Meerschweinchen... Der erste Eindruck des Regenwaldes war schonmal gelungen. Erster Eindruck in der Tasche ging es auf ins Boot, mit dem wir 3 Stunden quer ueber den Napo gefahren sind - ein 1480km langer Fluss, der in den Amazonas muendet. Wir haben uns gut unterhalten und die Zeit ging mit einer wunderschoenen Aussicht in alle Richtungen super schnell um. Als wir dann am Yanchana Lodge, unserer hosteria, ankamen war ich noch um einiges baffer, da wir in unseren Speise"saal" gefuehrt wurden - eine Terasse, etwa auf der Mitte eines Berges gelegen mit einer unglaublichen Aussicht auf den Fluss und die herumliegenden Waelder. Wir bekamen Erfrischungsgetraenke, da die erwarteteten Schweissausbrueche vom feuchten Klima schon nach wenigen Metern Gehens einsetzten. Nach kurzer Beschreibung aller Regeln, Essenszeiten und so weiter haben Erin aus den USA, Luise und ich unser super gemuetliches Zimmer, mit eigener Terasse + Haengematte bezogen. Von da aus sind wir dann mit der ganzen Gruppe von 18 Personen in den Busch Ecuadors losgezogen. Der erste Halt war das Schmetterlingshaus, in dem wir auf die verschiedensten Arten getroffen sind. Unteranderem welche, die Punkte wie Eulenaugen auf ihren Fluegeln haben und sich somit vor ihren Feinden tarnen. weiter gings zu saemtlichen Aussichtspunkten uaf den Napo. Leute, ich haette am liebsten geheult, so schoen war es.
Tag 2: Wie jeden Morgen sassen wir um 7 beim Fruehstueck. Das Essen war einfach nur gut. :) Morgens Eier, Pancakes, Muesli. Mittags meistens ecuatorianische Sachen und Abends normale-weltweite Gerichte. Dort habe ich zum ersten mal seit knapp 6 Monaten Nudeln mit Gehacktessosse gegessen. Ungaublich. Naja, will ja nicht die ganze Zeit vom Essen reden. Nach dem Fruehstueck haben wir uns auf in das mehr oder weniger weit entfernte Colegio der Yachange Stiftung gemacht und auf dem Weg allerlei Baume und sonstige Dinge gesichtet. Dort angekommen wurden wir in Gruppen aufgeteilt. Ich war in der T-Shit-mach Gruppe. Fertige T-Shirts konnten wir mit unserem selbstgestalteten Design bedrucken. Anschliessend habe ich gelernt, wie man Armbaender macht, was aber mehr oder weniger in die Hose ging. Nach dem Mitagessen sind wir dann an die andere Seite des Ufers gefahren und besuchten dort einen "curandero". Dieser ist ein alter Mann, der nicht mal Spanisch sprechen konnte, sondern nur die Eingeborenensprache "Quichua", und ist mit einem Shaman zu vergleichen. Er mit uns eine innerliche Koerperreinigung vollzogen, indem wir uns jeweils zu 2. in die Mitte des Kreises gesetzt haben und er mit Rauch aus einer selbstgedrehten Zigarette und einem Wedel aus lauter Blaettern um uns herum getanzt ist und irgendwelche komischen Sachen gemurmelt hat. Es war schon irgendwie mystisch, aber Veraenderungen fuehle ich dann doch nicht. ;) Danach hat Tarzan uns verschiedene Arten gezeigt, wie man auf traditionelle Art und Weise Tiere zu erlegen hat. Wir haben Pfeile aus einem Spuckrohr geschossen (bei dem Spielchen habe ich uebrigens getroffen ;)) und Lanzen geworfen. Hat Spass gemacht. Anschlissend sind wir wie in jeder freien Sekunde wieder im Napo schwimmen gegangen und dismal war auch Tarzan dabei, de uns die Skills zum richtigen Hochklettern und Runterspringen des Baumes gezeigt hat. :)
Tag 3: "Fruehstuecken und auf zum Arbeiten". Das war die Ansage, die wir an diesem Tag bekamen. Wir sind zum Fluss gelaufen und haben von da aus Saecke mit Sand zu einer anderen Stelle in Mitten des Dschungels geschleppt. Das ging dann ca. 4 mal so, ausser bei mir, da ich Dumpfbacke in die fal
sche Richtung gelaufen bin und erstmal Muehe hatte aus dem Irrgarten an Dschungel meine Gruppe wieder zu finden. :D Danach haben die anderen noch ihre Sachen fertig gemacht und wir sind wieder zum lodge gegangen, wo wir dann kochen auf ganz andere Art gelernt haben. Wir haben Fische in Blaetter eingewickelt und Maden gegessen. Leute, ich habe eine lebende Made gegessen!!!!! Es hat echt Uberwindung gekostet, aber am Ende war es gar nicht so ekelig, wie ich eigentlich gedacht hatte. :) Nachher wurden sie auch noch gegrillt und das hat wie Speck geschmeckt. Nach dem Mittag ging es wieder auf in den Busch! Diesmal hat Tarzan das harcdcore-Programm durchgezogen und wir liefen eine gefuehlte Ewigkeit durch den Urwald. Hier gibt es zwei Zonen. Einmal die primaere Zone, welche total unbetastet ist und die sekundaere mit vorgegebenen Wegen und so weiter. Wir haben uns die ganze Zeit in der primaeren befunden, was anstrengend wie sonst was war. Oh mein Gott. Ich glaube ich habe noch nie in meinem Leben so viel geschwitzt, wie in diesen paar Stunden. Aber wie es mein Schicksal dann so wollte, fing es anzuregnen und wir konnten uns erfrischen. Sind dann mit einer Chiva(eine Art Bus) zurueck gefahren und wir haben die Frische auf dem Dach der Shiva geniessen koennen. Oh man, es war so cool. Danach waren wir samt Klamotten im Napo schwimmen, sind noch wieder mal vom Baum gesprungen und dann war auch der dritte Tag schon vorbei.
Tag 4: Morgens fuehren wir wieder zum anderen Ufer, um zu Laufen und Voegel anzugucken. Haben noch Bekanntschaften mit Kakao-Bohnen gemacht und sonstigen Dingen, die man nur aus dem Urwald kennt, sowie Bananen, Lianen usw. Danach sind wir via B
oot zu einem kleinen Maerktchen gefahren und haben da ein paar Fruechte gegessen, bis es dann zum Mittagessen ging und der Regen so richtig einsetzte. Vorher war der Napo ein wenig niedrig. Binnen weniger Stunden hatte er sich so sehr gehoben, dass die Inseln im vetrockneten Napo nicht mehr zu sehen waren. Unglaublich wie es geschuettet hatte. Es war aber trotzdem angenehm, da damit ein bisschen Frische kam. :) Ich habe noch nie so viel Regen in meinem ganzen Leben gesehen. Gegen Nachmittag haben wir dann das aller Coolste, des ganzen Trips gemacht. Wir wurden von dem Boot flussaufwaerts gebracht, sind von da aus mit Rettungswesten ins Wasser gesprungen und haben uns flussabwaerts treiben lassen. Ihr koennt euch nicht vorstellen, wie unglaublich viel Spass das gemacht hat. Mit tollen Leuten auf dem Napo schwimmen, wer kann das schon von sich behaupten. Oh man. Abends versammelten wir uns alle auf der Terasse der hosteria und haben den atemberaubensten Sonnenuntergang ever bestaunt. Diese Momente. Ich kann's euch gar nicht beschreiben, was fuer ein Gefuehl das ist. Auf einer Terasse sitzend mit Ausblick auf den Napo und den Sonnenuntergang mit den herrlichsten Farben bestaunen. Man, man, man...
Abends haben wir dann vorm Lagerfeuer getanzt, Gruselgeschichten erzaehlt und dann wurde Bekanntschaft mit einer giftigen Schlange gemacht, die sich in dem Zimmer der Jungs rumgetrieben hat. Tarzan hat sie in die Wildnis entlassen und danach brach die letzte Nacht an.
Tag 5: Ich habe alle Sachen gepackt, ein bisschen gefruehstueckt und dann ging es auch schon wieder auf in das Boot, was diemals wesentlich weniger Zeit gebraucht hat uns nach Coca zu bringen, da wir Fluss abwaerts getrieben sind. Von Coca aus ins Flugzeug und ab nach Quito. Von dortaus zu McDonald mit meinen Riobambeñas und dann ging auch schon in die Heimatstadt.
Jetzt sitzte ich hier wieder vor dem PC, habe meinen Eltern bereits alles erzaehlt und sehne mich jetzt schon wieder nach den anderen und den Abenteuern, die man auf solch unglaublichen Reisen erlebt. Diesen Trip werde ich niemals in meinem ganzen Leben vergessen.
Nun sind schon 6 Monate um, 5 fehlen noch und ich schicke euch mit diesen Worten und den liebsten Gruessen ganz viele besos nach Deutschland.
Johanna

P.S. Hier ein Video von Yachana Lodge:

1 Kommentar:

  1. Hallo mein Hanneken!
    Wie sehr ich mich für dich freue und wie toll du wieder alles beschrieben hast.Ich sehe deinen Tarzan förmlich vor meinen Augen.Gerne würde ich es selber auch ein mal erleben,die Farben Geräusche und Düfte(und Geschmäcker).Man man man so toll alles!!!
    Hier ist alles etwas langweiliger.Franzi und ich sind am kränkeln (die Luft mal wieder)der Schnee ist weg und der Regen ist da,aber dafür steigen die Temperaturen leicht.Bei der Winterolympiade haben die Deutschen schon 6 Goldene(im Ranking zur Zeit auf Platz 2)und die Bayern auch immer noch auf den 2 Tabellenplatz.Naja.
    Du mein Schätzchen mache weiter so und geniese dein Leben in der Ferne weiterhin so aufmerksam und interessiert.
    Habe dich ganz ganz doll leib!!! Dein Papa

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