Dienstag, 27. Juli 2010

Ecuador

Ein Jahr voller neuer Erfahrungen.
Ein Jahr mit vielen tollen Leuten.

Ein Jahr mit neuen und verwirrenden Sitten.
Ein Jahr mit atemberaubenden Reisen.
Ein Jahr, das mein Leben praegen wird.

Ein Jahr wie kein anderes.

Mein Jahr in Ecuador...


...welches nun fuer mich ein Ende genommen hat.
Wie genau kann ich mich noch an meinen ersten Tag erinnern, als ich zwischen meinen ersten Gasteltern auf dem Sofa meines Onkels sass, so getan habe, als ob ich alles verstehen wuerde, gelaechelt habe und einfach nur ueberfordert war von den ganzen neuen Eindruecken, die auf mich einprasselten?
Wie genau kann ich mich noch an meinen ersten Schultag erinnern, als alle auf mich eingestuermt sind und die neue Deutsche mit den blonden Haaren und den blauen Augen kennen lernen wollten?
Wie genau kann ich mich noch daran erinnern als ich meine besten Freunde im Spanisch-Camp in Quito kennen gelernt habe?
All diese Dinge und die 10000...000000 anderen werde ich mein Leben lang nicht vergessen.
Dieses Jahr in Ecuador hat mich gepraegt fuer's Leben, reifer und staerker gemacht und mir so einige Sachen abverlangt, die alles andere als einfach waren.
  • Ich bin durch schwierige Situationen gegangen, wie auch durch die Leichtesten ueberhaupt.
  • Ich hatte Leute an meiner Seite, dich mich unterstuetzt haben, als waere ich schon ewig in deren Leben gewesen.
  • Ich habe Freundschaften geschlossen, die Potential fuer eine laange Weile haben.
  • Ich habe ein Jahr ohne all die Dinge und Menschen gelebt, die mir mein ganzen Leben ueber am wichtigsten waren.
  • Ich habe gelernt mich auf neue Dinge einzulassen, uneingenommen zu sein und alles auf mich einrieseln zu lassen, ohne Angst vor den neuen Dingen zu haben.

Dieses Jahr in Ecuador war die beste Schule meiner 18 Jahre und
...DAS BESTE JAHR MEINES LEBENS.

Ich bin so unendlich dankbar fuer all das, was ich hier erleben durfte, fuer all die Menschen die ich kennen lernen durfte, fuer all die Dinge, die mir gezeigt wurden und fuer all die Moeglichkeiten, die mir dieses Austauschjahr offenbarte und offenbaren wird...
Ich danke allen, die dieses Jahr moeglich gemacht haben, mich in jeglicher Hinsicht unterstuetzt und mich trotz der langen Distanz nicht vergessen haben. Ein letzter Dank gilt all die fleissigen Leser dieses Blogs... An dieser Stelle besonders an Ulli F. und Mama. :)
Ich koennte noch einige tausend andere Dinge schreiben, aber ich hoffe, dass ihr meine Dankbarkeit und Euphorie fuer Ecuador in diesem Post uebermittelt bekommen habt.
Ich sende euch ein allerletztes Mal die liebsten Gruesse aus diesem Blog,
Johanna

el viaje a alemania, mi pais

Hallo meine Lieben - zum ersten Mal aus Deutschland.
Man, man, wie soll man nur von all diesen hier verbrachten Tagen berichten, wenn sie doch schon so lang her sind?
Mein letzter Tag war sehr aufregend. Habe mich mit meiner Familie schon realtiv frueh nach Quito aufgemacht, nach dem ich mich von Riobamba verabschiedet hatte. In Quito angekommen haben wir ein letztes Mal zusammen gegessen und Geschenke getauscht. Habe dann ein schnelles Bad genommen und dann ging es zum Flughafen. Von da aus ging alles ganz schnell. Es wurde eingecheckt, ich habe mich schweren Herzens von meinen Familien und auch von den ganzen anderen Leuten verabschiedet, die mir wichtig sind und dann wurde nach einer kurzen Wartezeit auch schon das Flugzeug bestiegen. Ein letzter Blick auf das schoene Quito, ein paar letzte Trauertraenchen der Unfassbarkeit. Man, man. Einfach so unglaublich. Ich war dennoch froh, dass ich Sabrina und Friedrich bei mir hatte. Auch Deutsche. Ay, wir haben geschlafen, sind in Madrid umgestiegen und dann ging es auch schon mit meiner neuen spanischen Freundin auf nach Duesseldorf. Mein Herz ist mir fast aus der Brust gesprungen und das Gefuehl kurz vor einem Herzinfakt zu stehen kam auch noch dazu. Meine Guete. Ich war einfach fix und fertig, aber meine Familie und meine Freunde endlich wieder in die Arme schliessen zu koennen, hat so einiges der langen Reise entschaedigt. Man, was hab ich mich gefreut, alle wieder zu sehen. Besonders, als ich in meinen Garten kann und dort nochmal ein paar duzend Menschen auf mich warteten. Einfach unglaublich.
Vielen Dank, dass ihr alle da wart und mich so unglaublich herzlich empfangen habt.
Ihr seid die Besten.

Jetzt, 10 Tage danach, habe ich mich schon wieder einigermassen im deutschen Lande eingelebet. Die Tage danach waren gespickt von Besuchern und Dingen, die ich unbedingt mal wieder machen wollte. Dinge, die man ein Jahr vermisst hatte. Nudeln mit Gehacktessosse, Inliner und Fahrradfahren und einfach mal wieder die deutsche Kultur, das deutsche Aussehen und einfach all das zu geniessen. Dinge die man doch so gut kannte vor dem Austausch, kommen dir auf einmal wieder so neu vor und du koenntest meinen, dass du sie noch nie gesehen haettest. Na gut, vielleicht im Traum. Es ist so schoen, seine Freunde wieder zu treffen, mit ihnen zu reden ueber neue/alte Dinge. Durch den Supermarkt zu laufen und die Leute zeigen Interesse. Mit seiner eigenen Familie am Tisch zu sitzen. All diese Dinge machen das deutsche Leben mehr als lebenswert und ich bin gluecklich Deutsche zu sein, auch wenn ich Ecuador jetzt schon vermisse.
Ich wuensche euch noch einen schoenen Abend.
Liebste Gruesse aus Raesfeld,
Johanna

Donnerstag, 15. Juli 2010

Los ultimos dias en Ecuador

Liebste Leute!
Bevor meiner anstehenen Reise, moechte ich euch noch einmal aus diesem wunderschoenen Land von meinen letzten Tagen in Ecuador berichten. Ich denke nicht, dass dieser Post der Letzte sein wird - jedoch ganz sicher der letzte aus Ecuador. Naja, was soll man sagen. Die Abschiede werden immer schwerer, der Kloss im Hals immer dicker und die Aufregung steigt ins Imense...

Am Montag habe ich mich, nach einem langen Nachmittag mit meinen Koffern, zu den Rotariern begeben, von denen ich mich mit ein paar offiziellen Worten und vielen offiziellen verabschiedet habe. Der Rotary-Club Riobamba ist einfach nur wunderbar und ob ihr es glaubt oder nicht, werde ich die Leute ungeheim vermissen. Sie haben uns immer unterstuetzt und uns das ganze Jahr ueber begleitet mit einer Freude, die unglaublich ist. Sich jedes Jahr von neuem wieder auf die Austuaschschueler so einzulassen, wie auf uns, ist bestimmt nicht einfach.
Am Dienstag hat meine Familie Tacos fuer mich gemacht, die ich ja so liebe und worueber ich mich besonders gefreut habe, war dass Ivanna auch vorbei gekommen ist mit ihrer Cousine aus Cuenca. Wir hatten einen Heiden Spass... Danach haben meine Schwestern mir die Fingernaegel bemalt und es wurde ubere Gott und die Welt geredet. Nach Vollendung derer Werke hatten wir Langweile und haben uns dem Coca-Cola-Lied zur WM hingegeben und den dazugehoerigen Tanz kopiert. Man, man, welch ein Spaaaaass... Danach wurde die bereits eingepackte Raubkopie von "Eclipse" wieder aus dem Koffer geholt und angeschaut. Auch hier kommt der Film erst am 15. raus, aber da wir gluecklicherweise die ganzen Laeden voller Filme haben, konnte ich meine persoenliche Premiere schon vorziehen.
Am Mittwoch wurde ich von Familie Donoso zum Mittagessen eingeladen. Das war gleichzeitig auch das vorerst letzte Mal, dass ich meinen geliebten Matthias und meine geliebten Hauser gesehen habe. Mir sind ein paar Traenchen ueber die Wanen gekulltert, als wir das Grundstueck irgendwann verlassen hatten. Wie viele tolle Momente habe ich in diesen 2 Hausern noch verlebt. :(:(:( Spaeter bin ich mit meinen Schwestern in die Stadt, wo wir zum letzten Mal ein burrito am burrito place gegessen haben und dann habe ich meine Koffer zu 100% vollendet. Die beiden hatten ein wenig Uebergewicht, aber das ist jetzt alles im Reinen. Danach bin ich mit meiner Familie noch durch all die Sachen gegangen, die ich hier lassen muss und sie hatten Spass wie Bolle. So viele Geschenke auf einen Haufen. ;)
Das "heute" sieht so aus: Ich sitze das letzte Mal auf dem Schreibtischstuehl der Familie Tinajero Baldus, habe mich von meiner alten Spanischlehrerin und von meinem besten Freund verabschiedet, die letzten Erledigungen hinter mich gebracht und geniesse jede Sekunde, die mir noch bleibt.

Morgen frueh geht's nach Quito und was dann folgt sind Abschiede, die ich mir gar nicht erst vorstellen moechte. Dann wird das Flugzeug bestiegen, in Madrid das Flugzeug gewechselt und dann kann ich euch alle endlich wieder in meine Arme schliessen.
Ich sende euch ein allerletztes Mal die allerliebsten Gruesse aus Ecuador,
Johanna

Dienstag, 13. Juli 2010

Tulcán, COLOMBIA

Meine Lieben.
Hier folgt der wahrscheinlich vorletzte Post aus Ecuador.
Was danach kommt, weiss man nicht.
Wie geht es euch?
Todo en orden?
Wie ich gerade festgestellt habe, gibt es Einiges aufzuholen, was das Erzaehlen betrifft.
Fangen wir an mit dem Dienstag letzter Woche, der ganz meiner Schwester Paz galt, die sich an diesem Tag Geburtstagskind nennen durfte. Habe sie bis zum Mittagessen nicht gesehen, was an ihren taeglichen Deutschstunden lag. Unsere Grosseltern waren im Haus, die sich nach dem niederlaendischen Sieg aber schon verabschiedeten. Am Nachmittag haben wir uns ein paar Filmen gewidmet und sind dann zum Monaco gefahren - meiner Lieblingspizzaria. :) Die Pizzen verschlungen ging es fuer mich zum ersten Mal in ein Casino. Wir haben uns fuer 2 Dollar die kolumbianischen Pesos gekauft, die in diesem Casino als Spielmuenzen dienten. Nach 10 Minuten war der Spass auch schon vorueber, denn ich bin ein kleiner Loser, was diese Sachen betrifft. Gluecklich ueber die neue Erfahrung wurde sich dann auch schon bettfertig gemacht.
Am Mittwoch habe ich mich mit Iva in der Stadt getroffen, die mir bei all meinen Erledigungen Gesellschaft geleistet hat. Ein sehr komisches Gefuehl so durch die Strassen zu laufen und all die Dinge ausfindig zu machen, die einem fuer die grosse Heimreise noch fehlen koennten. Anschliessend haben wir uns bei ihr zu Haue ein wenig breit gemacht, ich habe meine alte Familie besucht und bin dann nach Hause, wo ich mit meinen Schwestern mal wieder "luna nueva" geguckt habe - der 2. Teil von Twilight. Als ich dann irgendwann ins Bett fiel, war die erste Tasche auch schon gepackt.
Am Donnerstag habe ich mich wieder mit Iva getroffen, die sich fuer 8:30 angekuendigt hatte und dann letztendlich auf meiner Hausmatte so gegen 9:30 stand. Es lebe die Unpuenktlichkeit. Naja, war nicht weiter tragisch, da ich ihr sehr dankbar fuer den grossen Beistand war. Wir sind unteranderem zum Colegio gefahren, wo ich ein paar MEINER Fotos abholen konnte. Leider nicht alle, denn irgendjemand hat sich die Coolsten wohl unter den Nagel gerissen. Danach sind wir nochmal in die Stadt und anschliessend bin ich dann der Einladung meiner ersten Familie gefolgt, die mir Tacos offenbarte. Diese Situation von wegen "Abschiedsessen" und "wir sitzen alle nochmal zusammen" hatte ich schonmal, nur dass ich damals das Haus in Ecuador gewechelt habe und es nun auf nach Deutschland geht. Es war sehr schoen, noch einmal mit allen zusammen zu sitzen, auch wenn ich leider nicht viel Zeit hatte, da es so gegen 2 nachmittags nach Quito ging. Nach einem Drittel der Strecke wurde ich dann an den mitzubringenen Reisepass erinnert, den ich natuerlich vergessen hatte und es ging nochmals nach Riobamba. Ein paar Stunden spaeter in Quito angekommen wurde das Apartment meiner Familie analysiert und das war's dann auch schon vom Tag.
Am Freitag wartete eine lange Reise auf uns, da es in die noerdlichste Stadt Ecuadors ging - Tulcán. Tulcan ist einer mehr oder weniger grosse Stadt, mit ein paar mehr oder weniger anders sprechenen Ecuatorianern, aber was wohl das groesste mehr oder weniger grosse Merkmal ist: KAELTE! Man, ihr koennt euch nicht vorstellen, wie ich gelitten habe. Waere ja alles nicht so schlimm gewesen, wenn wir nicht in einem Haus untergekommen waeren, welches keine Flure kennt sondern nur die frische Luft. Naja, gut fuer's Klo, welches sich auch in freier Wildbahn befand und dazu noch durchsichtig war, bzw. grosse Guckritzen hatte. Naja, ich will mich nicht beschweren - es war eine gute Erfahrung. Wir wurden super nett empfangen von der Familie meines Vaters, welcher total aufgeregt war, da er die Leute schon seit Ewigkeiten nicht gesehen hatte. Es gab essen und dann ging es auch schon zu der Atraktion, die ich mir seit Ewigkeiten zu sehen gewuenscht hatte - DER FRIEDHOF. Ihr denkt jetzt bestimmt "Die ist doch verrueckt!", aber Pustekuchen, denn dieser Friedhof hat ueberlebensgrosse Buschfiguren zu bieten, die einfach nur genial sind. Oh man, ich habe mich ein bisschen gefuehlt wie ein Harry Potter im Labyrinth. Sehr cool. Schon an diesem Punkt, hatte sich die lange Reise gelohnt. :) Spaeter sind wir dann noch ein wenig duch Tulcan gefahren, haben uns ein Museum angeguckt und dann ging wieder ins Haus der Kaelte.
Was mich am Samstag erwartete war das absolute Highlight meiner letzten Reise in Ecuador oder besser gesagt: KOLUMBIEN??????!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Richtig gelesen, es ging fuer die kleine Johanna aus Raesfeld nach Kolumbien. Ecuador ist ein Land, bei dem schon mal vermutet wird, dass es dem afrikanischen Kontinent zubehoert, da es einfach keiner kennt - ich meine fast keiner. Kolumbien hingegen ist ein beruehmtes Land, wenn auch fuer dessen negative Seiten. Auf der Reise zur 10 Minuten entfernten Grenze wurden mir einige Schauergeschichten naeher gebracht, die mich aber nicht wirklich abgeschreckt haben. Wer Interesse an diesen Geschichten hat, fragt mich am besten in 5 Tagen von face to face. ;) Dann war es auch schon soweit. Es wurde das Auto verlassen und die Greze wurde zu Fuss ueberschritten. Wie coool. :) An der Grenze wollen dir die Leute keine Manderinen andrehen, auch keine Wasserflaschen. Nein, in diesem Fall werden einem die Pesos um die Ohren geworfen. In unserem Fall nicht noetig, da wir schon in Tulcan gewechselt vom Dollar zu Pesos gewechselt hatten. Wieder ins Auto gestiegen ging es dann durch die nicht viel anders aussehende, wenn auch waermere Landschaft die uns dann zur "virgen de las lajas" fuehrte, was so viel heisst, wie die Jungfrau der Schieferplatten. Die Legende besteht darin, da eines Tages an einem wunderschoenen Ort eine Jungfrau auf Schieferplatten erschienen ist und von dort aus Wunder vollbrachte und das der Sage nach immer noch macht. Als wir den langen Weg, mit vielen typischen Sachen Kolumbiens hinter uns gebracht hatten, war ich hoffnungslos ueberweltigt von der Vielfalt an Danksagungen, die die Leute naher der Virgen an die Waende gebracht hatten. Einfach unglaublich. Irgendwann gelangten wir dann zur Kirche, in der sich die Virgen an die Schieferplatte bemalt befand. Wenn man gegenueber der Virgen steht ist es Sitte, seine Wuensche zu aussern und somit auf ein neues Wunder zu hoffen. Danach haben wir uns ein wenig mehr umgeschaut. Ein wirklich wunderschoener Ort. Er hat mich ein wenig an Baños erinnert, da die Kirche an einem Fluss liegt mit Wasserfall und allem drum und dran. Seeehr schoen. Von diesem kulturellen Ausflug ging es am Nachmittag in die Stadt Ipiales, wo alle Laeden von meiner Mutter und meinen Schwestern unsicher gemachtwurden. Man, man. Kolumbien ist beruehmt fuer seine billigen Klamotten, was sie aber nicht davon abhaelt haesslich zu sein. Egal. Maechtig muede, Greze ueberquert zum wunderschoenen, atemberaubenen, tollen Ecuador und ab "nach Hause".
Am Sonntag haben wir dann auch schon die Heimreise angetreten, die sich ueber den ganzen Tag erstreckte. Na gut am Morgen haben wir noch ein paar Sachen erledigt, Hornado gegessen, aber dann galt unser Tag dem Auto. Haben ein Weilchen in Ibarra angehalten, dort ein Eis de paila gegessen und dann ein Cafe in los chillos im Haus meiner Tanten getrunken. Dort wurde mir dann auch schon eine sehr ruehrseelige Abschiedsrede gehalten, die ich natuerlich nicht ohne Traenen ueberstanden habe. Diese Familie ist mir echt so sehr ans Herz gewachsen und ich werde sie ohne Ende vermissen. :( Die ganze Fahrt ueber habe ich mich nicht mehr einbekommen, was mich dann noch mueder ins Bett hat fallen lassen.
Heute habe ich mich den ganzen Tag mit dem Packen beschaeftigt, was alles andere als einfach war. Wie soll man ein ganzes Jahr, sein ganzes ecuatorianisches Leben in 1 Koffer und eine Reisetasche bekommen? Das ist quasi unmoeglich. Naja. Irgendwie muss ich das hinbekommen.
In diesem Moment sind die Gefuehle mehr als gespalten. Ich freue mich einerseits riesig meine Familie und Freunde wieder zu sehen, andererseits fuehle ich mich, als waere ich der traurigste Mensch auf Erden, da ich alle meine liebgewonnen Menschen hier zurueck lassen muss. Es ist ein Wechselbad der Gefuehle. :( Unglaublich schwer. Ich weiss, dass ich am Samstag den atlantischen Ozean ueberquert haben werde und meine Familie und Freunde in den Arm schliessen werden kann, aber fuehlen kann ich es noch nicht.
Mit diesen Worten und dem bevorstehenden Abschied von den Rotariern lasse ich euch nun allein in der Freude des baldigen Wiedersehens. ;)
Ich habe euch sehr lieb!
Johanna

Dienstag, 6. Juli 2010

Countdown

Buenos dias, queridos alemancitos!
Na, wie geht es euch?
Wie die Ueberschrift schon richtig sagt, lauft ab heute mein Countdown von 10 Tagen, bis ich in den Flieger steigen werde. Wie aufregend.
In den letzten Tagen hat sich so einiges abgespielt.
Am Freitag hatten die Tinajero Baldus einen netten Familientag, den wir mit einem gemeinschaftlichen Abendessen und Avatar gucken celebriert haben. In solchen Momenten vermisse ich sie immer schon so dermassen, dass ich am liebstem heulen wuerde. Aber naja, da kann man nichts machen. Visumsablauf ist Visumsablauf. ;)
Am Samstag trudelte eine Horde von quiteñischen Maedchen ins Haus. Eine Lautstaerke - kaum aushaltbar. Alles Freundinnen von Isa, die sich wie wild auf ein entspanntes Wochenende freuten in riobabeñischen Heim. Sehr nette Maedchen, auch wenn ich nach einem Jahr unter dem Motto "Ich muss neue Leute kennen lernen!" so langsam nicht mehr allzu motiviert bin, mich neuer Menschen auszusetzen, da ich ja schon die meinen habe und die mir ein wenig wichtiger erscheinen in meinen letzten Tagen. Man, man langer Satz. Ich hoffe, ihr wisst, was ich meine. Haben eine Tour durch die Stadt gemacht (9 Maedels ins einem 5-Sitzer) in der Isa ihnen alles ueber Riobamba erzaehlt hat. Haben auch das von mir gehasste Ceviche de Chochos gegessen, was ich aber mit ein bisschen Pepsi ueberstanden habe. :) Am Abend, nach ein paar Folgen OC. California, bin ich mit Pancho, einem Freund, und Esteffy, einer Klassenkameradin zum Fogong gefahren, wo ich ein paar andere Freunde getroffen habe und dann spaeter auch die anderen Maedels aus meinem Haus. War alles ganz witzig, da wir uns vorher eine Zhumir-Vuelta gegoennt haben. Jajaja. Spaeter ging es dann mal wieder ins Tentadero, wo sich alle dem hasta abajo-dance hingegeben haben. :) Man, man. Tanzen hier werde ich echt vermissen. Gegen 3 ca. ging es wieder in die Residence, wo die Matrazen alle schoen sorgfaeltig auf dem Boden verteilt wurden. MEINEM Boden. Nicht weiter schlimm, denn ich hatte ja mein Bett, welches ich mit meiner Schwester Paz deutschsprechend geteilt habe. Cool. :)
Am Sonntag ging es ein wenig chuchaqui zum Rotary-Ausflug, in dem die neue Presidentin ihre ganz persoenliche Ceremonie bekommen hat. War schoen, aber irgendwie auch ein bisschen eigenartig, wie alle da so standen und ihren Schwur runtergerattert haben. Danach gab's wieder mal typisches Essen (ein ironisches "Juhu" meinerseits) und eine Menge Fragen, die leider immer die selben waren. Somit auch meine Antwort:
  • "Si, si, ya estoy emocionada de ver a mi familia y a mis amigos pero tambien me da pena de dejar toda la gente que me importa por aca."
  • "Si, si, mi año paso super rapido."
  • "Si, si, me gusto bastante, gracias!"
Naja. Dann bin ich mit Pancho, der auch dort war, irgendwann nach Hause gefahren, wo wir uns alle von den Maedels verabschiedet haben und mein bester Freund Alvaro irgendwann aufgekreuzt ist, um mir die neusten Nachrichten seines Liebeslebens zu ueberbringen. Das war's es dann auch schon von meinem Sonntag.
Gestern habe ich den ganzen Tag im Haus mit meiner Familie verbracht, mit der ich aber nicht wirklich gesprochen habe, da mich ein seeeehr tiefes Tief eingeholt hat. Naja, was man
nicht alles mit OC. California fixen kann. :)
Soooo, ich hoffe, dass ihr alle okay seid und euch schon mal auf den 16. Juli vorbereitet.
Ich habe euch lieb und freue mich, euch wieder zu sehen!
Gruesse aus Ecuador,
Johanna

Freitag, 2. Juli 2010

Creatividad, como te extrañé

Hallo meine lieben Leute!
Wie geht es euch?
Nun sind es nur noch 2 Wochen bis zum Abflug aus Ecuador und natuerlich auch bis zum Ankommen in Deutschland. Ein Gefuehlschaos, was wohl kaum zu beschreiben ist. Trotzallem geniesse ich die letzten Tage mit den Leuten, die mir am allerwichtigsten sind.
Am Montag folgte der letzte Abschied. Diesmal hat es Avery getroffen. Manchmal waere es glaube ich einfacher, nicht die letzte zu sein, aber naja. :) Haben ein bisschen bei ihr gesessen und ihre Traenen getrocknet. Uiui, wie traurig sie war. :( Danach habe mich zum Hotel Chimborazo aufgemacht, um mir dort die Ceremonie des neuen Rotary-Presidenten anzuschauen. Habe mich mit Andrea und Tibi unterhalten, die Kinder des Ex-Presidenten. Sehr coole Gespraechspartner. :) Ich mag solche Abende immer sehr gerne, denn die Rotarier sind einfach nur lustig und wie man jetzt auf Spanisch sagen wuerde - BUENA GENTE. :) Ich werde sie sehr vermissen.
Am Dienstag habe ich angefangen all den Kram einzupacken, den ich in den letzten sowie so nicht vermissen werde. Leute, viele Geschenke, sage ich da nur. Habe die Reisetasche schon fast voll, was mir ehrlich gesagt ein wenig Angst macht, bei den vielen Klamotten, die im Kleiderschrank auf mich warten. Naja, werden wir mal schauen. Irgendwie haut das wohl hin. :) Danach bin ich mit Isa in die Stadt gefahren, wo wir einige Sachen fuer mich erledigt haben. Sie hat mich auf einen burrito eingeladen und ich habe ihr, wie immer, mein Herz ausgeschuettet. :) Es ist so cool, dass die auch eine Austauschschuelerin war, von daher weiss sie genau, was gerade bei mir abgeht und das kommt in dem Fall dann nicht nur durch's Erzaehlen. Auch sie werde ich sehr vermissen. Anschliessend folgte dann eine Disney-Film-Orgie da ich mir so gut wie alle Klassiker gekauft habe. Man, man. Die gute, alte Zeit.
Mittwoch haben Isa und ich nichts anderes gemacht, als Filme zu gucken, was ein heiden Spass war. Von Cinderella bis zu Susi uns Strolch. Einfach super. :) Abends sind wir mit der ganzen Familie, ausser Paz, die leider in Quito war, zu San Valentin und haben uns dort ein leckeres Chili-con-carne bestellt. Chili mit Fleisch. Ist das nicht lustig, dass man sowas versteht, mit ein wenig Spanisch-Kenntnis. Na gut, und wenn man weiss, was sich darin befindet. ;) Opa, Papa Ramiro 2, Mama Maria, Schwester Isa und ich haben uns mal wieder sehr gut unterhalten, was unteranderem auch Streichholzspielchen beinhaltete. Man, man. Die Familie ist einfach toll.
Gestern habe ich mich fertig gemacht und bin dann dirket zu Iva gefahren, wo wir keine halbe Stunde spaeter schon wieder "leckere" Mote gegessen haben - eine Spezialitaet aus Cuenca. Ekelig. Naja, haben Filme geschaut, bis wir dann auf die gloreiche Idee gekommen sind, Fotos von Iva zu schiessen im fashen Vamp-lock, hinterm Haus. Abgekommen bis zum geht nicht mehr, aber super cool fuer die Fotos. Hat meine alte kreative Ader wieder zum Vorschein gebracht. Leute, ich kann euch gar nicht sagen, wie traurig es ist, dass ich hier keine eigene Kamera mehr habe. Und auch wenn die andere noch "leben" wuerde, waeren das keine atemberaubenden Bilder. :( Ecuador ist so ein tolles Land fuer Fotosgrafie, was ich leider nicht ausnutzen konnte. Haben die Bilder mit Iva's Kamera geschossen. Die Neue, fuer den Austausch. Danach sind wir zur Kirche gegangen. Eine Messe, die sich sehen lassen konnte. Mit meinen compañeros und einem spanischen Priester. Somit auch das spanische Spanisch. Habe seit meiner Remigianums Zeit kein Spanisch aus Spanien mehr gehoert, was somit sehr interessant war, da ich ja jetzt ein ganz anderes spreche. Meiner Meinung nach Cooleres. ;) Hoffentlich kann ich mich im Flughafen in Madrid verstaendigen. ;) Danach sind wir wieder zu Iva, wo ich dann auch geschlafen habe, nachdem ich meine Arbeits des Bearbeitens der Bilder erledigt hatte.
Heute morgen aufgewacht, gab es Pancakes hecho de mi tia. :) Muuuy ricos. :) Danach folgte die Partie Uruguay - Ghanaaa... Que emocion. Man, man. Mein Vater ist fast ausgerastet: "Que bestiiaaaaa!" Mega cool, dass Uruguay gewonnen hat. :)
Sooo, jetzt bin ich wieder zu Hause, habe den Bericht fertig und werde schauen, was sich noch so machen laesst.
Man sieht sich in 14 Tagen wuerde ich sagen.
Bis zum naechsten Post wuensche ich euch ein erfolgreiches Battle mit der Hitze.
Wartet mit dem Wegschmilzen noch auf mich. ;)
Die foermlich schon Kaesebratwurst-riechende Johanna sendet euch Gruesse aus Ecuador.

Montag, 28. Juni 2010

semana dura - oh si

Hallo meine Lieben!
Wie auch meine 10-Monats-Glocke, schlug irgendwann dienstags die Hausglocke und Sabrina stand vor der Tuer. Sie ist vorbei gekommen, um sich nochmal von allen gebuertig zu verabschieden, was wir dann mit einem Gang zum Giralda-Plaza nochmal offiziel gemacht haben. Es gab im Fogong Sport einen netten Burrito. Tacco oder wie auch immer man ihn nennen will. Ich liebe dieses Gericht. Als wir uns dann wieder im Hause Tinajero Baldus eingefunden hatten, wurde der Film Plan B in den Player gelegt und wir haben das SUESSE Popcorn mit einem Genuss zu uns genommen, denn auch in Taiwan ist suesses Popcorn die Sitte und nicht das salzige Zeugs, auf welches alle Ecuatorianer so abfahren. Film doof, Popcorn gut. Als Sabri und ich dann im Bett lagen, wurde noch ein bisschen das taiwanesische Schulsystem durchgenommen und dann wurden die schweren Lider auch schon in Ruhe gelassen.
Mittwoch morgen befand ich mich in einem aufgeregten Zustand, was wohl daran lag, dass ich meine Austellung im Museum der Stadt antreffen sollte. Dort angekommen, fein gemacht und auch sonstig vorbereitet mit der Kamera in der Hand, sollte dann eine Enttauschung auf mich warten. Die ausgestellten Bilder hingen geschlagene 2 Tage im Museum. Betrachtet von so manch einem - ausser der Fotografin selbst. Es wurde wohl fuer noetig gehalten, sie wieder abzunehmen. Die maechtige Enttauschung wollte gar nicht mehr aufhoeren durch meinen Koerper zu fliessen. Ein spendiertes Eis, sowie ein gewonnenes Deutschlandspiel gegen Ghana konnten diese genannte Enttauschung aber ein wenig besaenftigen, zum Vorteil saemtlicher Familienmitglieder. Darauf folgte dann eine weitere Partie meines geliebten Spieles - Phase 10. Ihr koennt mich auch Vizegewinnerin nennen. :) Irgendwann hat Sabrina dann das Haus verlassen, ich habe mich ein kleines Weilchen der Alleinsamkeit hingegeben, bis mein Vater mich dann zum burritos essen ausgefuehrt hat. Die, von der avenida sind echt die Besten. :) Das war's dann auch schon vom guten alten Mittwoch.
Am Donnerstag haben ich mich schon recht frueh auf zur Ivanna gemacht, der ihre Graduation vorraus stand. Die frisch gekauften, 200$ teuren Indu-Extentiones mit Kraft eingeklipst, ging es dann auch schon in das Lokal, wo dann ein paar Stunden spaeter alle frischen Abschlussschueler ihre Huete in die Luft warfen. Diese nur aus dem TV bekannte Sitte mal live zu sehen, war echt interessant. Anschlissend haben wir die frische Abschlussschuelerin in der tollsten Pizzaria Ecuadors gefeiert, welche aber erst spaeter eintreffen konnte. Adios jueves.
Freitags wurde dann eine Art Pyjama Party ueber Tag gestartet - geschmissen von meinen Schwestern und meiner Wenigkeite. Filme, Knabbereien. So soll es sein. Ich liebe solche Momente mit meinen Schwestern. Abends habe ich mich wieder auf den via a Guano gemacht um dort das letzte gemeinsame Dinner mit meiner Lieblingstaiwanesin zu mir zu nehmen. Traurig aber wahr. Warum muessen dir Ecuatorianer auch immer so ruehrseelige Reden halten? Dann ging es in die letzte Nacht, die wir leider mit einer Dunkelheit antreten mussten, da das Licht es mal wieder nicht fuer noetig hielt, uns Gesellschaft zu leisten. Gott sei Dank, Kerzen gibt es hier naemlich auch. :)
Der Samstag wurde mit High School Musical angetreten, fuer welches Ale und ich uns naemlich zum Start in den Tag entschieden hatte. Darauf folgte nach so vielen Monaten des Friedens mal wieder die Meerschweinchen-essens-Orgie. Que asco. Nicht weiter schlimm, wenn man bedenkt, dass es vorher Schweinhufensuppe gab. In meinem Haus der Alamos angekommen, wurde alle Kraft darauf verwendet, mich hebsch zu machen, bis ich dann auch schon von meinen tios zu der Graduacions-Party meines Cursos begleitet wurde. Ein Traum aus Pink und orange - die Farben des Festsaales. Hoert sich schlimmer an als es tatsaechlich auswahr. Sittengemaess standen die Jungs im schnieken Anzug und die Maedels in einem weissen, individuell gestalteten Kleid bereit.
Es folgte ein gutes Essen und viel Tanz. :) Coole Party, wenn nicht immer alle so agressiv werden wuerden unter Einfluss des Alkohols. Naja.
3 Uhr Sonntagmorgens im Haus der Prietos eingetroffen, ging es ans Klamotten wechseln und dann auf, auf nach Quito, wo ich mich von meiner geliebten Sabrinita verabschieden musste. Unglaublich traurig. Und mit einer Sekunde ist Johanna die einzige Austauschschuelerin in Riobamba. So lange man den Wunsch nicht aufgibt, die andere Person wieder zu sehen, wird das auch funktionieren, denke ich mir an diesen Punkten immer. Trotzallem: Mit dieser Person habe ich 10 meines wundervollen Lebens verbracht, sie ist wie meine Schwester und ich werde sie vermissen, wie Hulle. :( Danach ging es mit den verbliebenen Sebas, Ale und Papi No. 1 zu meinem Onkel, wo wir dann die wunderbare Partie Deutschland:England geschaut haben. Man, man. Ein Tacken mehr und ich waere geplatzt vor Stolz. Mein kleines Bruederlein war maechtig ange-pisst-, dass nicht die Mannschaft des Landes gewonnen hat, wo doch der Rock geboren wurde. Kranke Musikliebe. Nunja.
Jetzt in diesem Moment, lasse ich den Eclipse-Soundtrack ein bisschen auf mich eindudeln, da das so ziemlich das Einzige ist, wozu ich nach knapp 2 Tagen ohne Schlaf, faehig bin.
Ich wuensche euch noch eine gute Nacht.
Liebste Gruesse aus Ecuador.
Johanna

Dienstag, 22. Juni 2010

Ein Abschied jagt den anderen.

Buenos dias, mis queridos.
Viele Abschiede wurden in den letzten Tagen hinter sich gebracht, alles andere als leicht, aber so ist nun mal das Ende eines Austausches.
Nach dem ich mich von Luise verabschiedet hatte, bin ich mit meiner Mutter und meiner Schwester zu Patchy gefahren, einer guten Freundin meiner Mutter. Sie ist einer besonderen Heilkunde maechtig und hat mir dann an Paci eine "limpieza" gezeigt. Eine Reinigung des Koerpers durch Magnete, die alle aufkommenen Krankheiten heilen und teilweise auch bereits Vorhandene. Dennoch bezweifel ich ein bisschen, dass es funktioniert. Oder bin mir noch nicht sicher, besser gesagt. War aber trotzdem mehr als interessant. :) Patchy, die Alex' erste Gastmutter war, hat Alex, Sabrina und mich dann noch auf einen Fruchtsalat eingeladen und als wir von diesem herrlcihen Essen nach Hause kamen, habe ich mich direkt hingelegt. Diesen Tag ging es mir gar nicht gut. Abends bin ich dann mit den Maedels noch im San Valentin essen gewesen, was irgendwie ganz komisch war, wegen der Bindy-Sache.
Am Freitag war ich den ganzen Tag ganz unruhig, da ich viel an Luise, Lukas und Uli denken musste, die so gegen 17 Uhr ecuatorianischen Boden verlassen haben. Davon wurde ich aber ein wenig abgelenkt von Sabrina, Alex und Ale, mit denen ich unseren letzten Fruchtsalat in der Gruppe zu mir genommen habe. Wir sind Tretboot gefahren und es war ganz idyllisch, wenn auch sehr traurig irgendwo. Mein ganzes ecuatorianisches Leben habe ich Fruchtsalate mit ihnen gegessen und das war's nun. :( Abends haben wir und mal wieder auf ins Tentadero gemacht, nachdem wir ein bisschen in der Classic Bar Karten gespielt haben. :) Ein letztes Mal habe ich mir "Sexy movimiento" gewuenscht und wurde bitterlich enttauscht, da sie es nicht gespielt haben. Anschliessend ging es dann auch schon zu Alex, wo wir ins zu viert in ein Einzelpersonenbett gequetscht haben und Harry 5 geguckt wurde. Sehr unbequem!!! Gegen halb 5 waren wir dann auch schon wieder putzmunter, haben noch ein bisschen gequatscht, bis dann der Morgen kam und somit auch der Abschied, der ersten Riobamba-Freundin. :( Alex. Wir haben zusammen gefruehstueckt und dann ging es auch schon samt Gepaeck nach unten in die Garage, wo die Motoren des Autos angeworfen wurde und es fuer uns Zeit wurde "Chau" zu sagen. Ich war so unendlich traurig. Das ganze Jahr habe ich mit ihr verbracht, bin durch dick und duenn gegangen und jetzt weiss ich noch nicht mal, wann ich sie wieder sehe. :( Sie, wie auch Sabrina und auch irgendwo Bindy, sind Ecuador fuer mich. Wie Schwestern und nun geht diese Zeit zu Ende.
Weinend wurden wir dann nach Hause gebracht, wo auch schon die ganze Sippe auf mich wartete. Alle Schwestern meines Vaters hatten sich in unserem Haus eingefunden, da am folgenden Tag der Vatertag folgte. Wir haben lecker gegessen und danach habe ich mit meinen Schwestern und meiner Cousine nochmals Recuerdame geguckt. Naja, ich habe geschlafen. Abends sind wir dann nochmal ausgegangen. Habe mich gut unterhalten und sehr gut getanzt. :) Meine Schwestern sind cool.
Am Sonntag war dann ecuatorianischer Vatertag. Nicht so gross wie Muttertag, aber trotzdem noch groesser als ein deutscher Muttertag. Verstanden? :D Haben uns mit allen Geschwistern auf gemacht zu meinen Grosseltern, wo wir wieder gegessen haben uns ueber Gott und die Welt diskutiert haben, besonders Fussball. Ich liebe Familienessen. :) Alle sind immer so nett zu mir und behandeln mich wie eine Tochter. :) Das war's dann auch schon vom Sonntag, weil alle noch total muede waren vom Vortag.
Gestern haben mich mein erster Gastvater, Sebas, Ale, Sabrina und natuerlich Bindy abgeholt, um sie zum Flughafen zu fahren. Trotzallem was passiert ist, ist sie mir ja immer noch wichtig und Freunde waren oder sind wir auch die laengste Zeit gewesen, von daher habe ich gar nicht anders ueberlegt, als sie zum Flughafen zu bringen. Nach 3 Stunden Fahrt, hat sie das Check-In hinter sich gebracht, bis sie dann nach einem Hamburger und ein paar Pommes entgueltig hinter dem Gate-Tor verschwunden ist. Ein sehr komisches Gefuehl. So traurig, wie bei Alex war es aber bei Weitem nicht, zumal sie sich sehr gefreut hat zu gehen.
So, jetzt fogt nur noch Sabrina's Flug am Sonntag und dann steht mein Abschied schon vor der Tuer.
Heute bin ich genau 10 Monate hier und habe noch 24 (Holt den Adventskalender raus, Leute!) Tage vor mir. Wie viel komischer koennen Gefuehle sein?
Liebste Gruesse,
Johanna

Donnerstag, 17. Juni 2010

Recuerdo

Hallo meine Lieben!
Wie geht's euch?
Alles im Lot aufem' Boot?
Keine Ahnung, was gerade mit mir los ist, aber irgendwie fuehle ich mich chuchaqui, obwohl ich nicht mal ein Glas angeguckt habe, was den gestrigen Abend betrifft. Ganz komisch. Kann vielleicht daran liegen, dass ich mich gestern durch meinen bisher groessen und laengsten Fressmarathon gegessen habe. Luise, hiermit beschuldige ich dich offiziel. :P
Aber jetzt mal von vorne.
Mein Montag hat ausschliesslich von der Presentation-Vorbereitung gehandelt. Naja, nicht wirklich ausschliesslich, denn immerhin hatte ich eine lange Konversation mit meiner deutschen Schwester und dazu kam natuerlich auch noch die Presentation am Abend. Der Tag war ganz schoen nerbenaufreibend, denn wenn man so bedenkt, dass man sich die ganze Zeit mit seinem Austauschjahr beschaeftigt, nochmals durch alle Gefuehle, Gedanken und Erlebnisse geht, dann kann einem schon mal mulmig werden. Der dazukommene Fakt, dass es die ABSCHLUSS-Presentation ist, macht die Sache auch nicht besser. :( Irgendwann ging es dann zum Club, wo Alex, Sabrina und ich dann sofort nach vorne gebeten wurden. Jede Einzige hatte ein einzigartiges Jahr und das konnte man auch in den Presentationen sehen. (Besonders cool: Jede hatte wenigstens ein Bild von unserem Lieblingsfruechteladen drin- das bedeutet doch mal was, gell?) Die Rotarier haben wild gejubelt und dann ging es nach einem Cafecito und einigen Auf-den-Arm-Nehmereien auch schon wieder nach Hause.
Am Dienstag bin ich nach langer Zeit mal wieder mit Levke in der Stadt gewesen, wo wir so einige Dinge erledigt und ein wenig gegessen haben. Abends haben wir uns dann noch Robert Pattinson in "Recuerdame" hingegeben und dann wurde sich auch schon auf unbestimmte Zeit verabschiedet. Sie fliegt am Sonntag.
Gestern wurde ich von Ivanna aus meinen Traumen gerissen, die auf einmal vor mir in meinem Zimmer stand. Ich war ganz verwirrt, weil sie ja eigentlich in der Fruehe dort nicht hingehoert. Habe mich geduscht und dann habe ich im Hause Donoso Rios auch schon zu Mittag gegessen, nachdem ich zum 2. mal in 2 Tagen "This is it" von Michael Jackson geguckt hatte. Ich habe das Problem begruesst, aber es war alles relativ okay. Dann sind Bindy, Sabrina und ich in die Stadt gefahren, um Alex zu treffen, um dann Fotos von uns schiessen zu lassen. Ein wunderschoenes Andenken, wie ich finde. :) Daraufhin habe ich dann die Luise vom Bahnhof angeholt, von wo aus im Aki eingekauft wurde. Zu Hause angekommen haben wir wieder einmal Michael geguckt und sind dann irgendwann zu unserem Rotary-Abschiedsdinner vom riobambenischen Club gefahren, wo wir wieder gegessen haben. Danach war der letzte Abend mit meiner Lu auch schon zu Ende. :( Jetzt fehlt ihr nur noch eine Nacht und dann betritt sie deutsches Land.
Sooo, jetzt habe ich sie gerade zum terminal gebracht und ueberlege, ob ich mir noch mal Michael reinziehen soll.
Liebste Gruesse aus dem verlassenen Ecuador,
Johanna

Falta un mes!

"So langsam wird's ernst..."
So lautete einst der post-Titel vom 23. Juli 2009, der Tag an dem mir noch knapp ein Monat bis zu meiner Ankunft in Ecuador fehlte. Heute ist exactamente wieder so ein Tag. Der 17. Juni 2010. In genau einem Monat und ein paar Stunden werde ich meine Familie und Freunde wieder in den Armen halten und Ecuador wird Vergangenheit sein. Zumindest was das physische Dort-sein betrifft. Es ist ein Gefuehl, was ich nicht beschreiben kann. So ziemlich all meine Freunde sind schon weg oder fliegen an diesem Wochenende. Dass es irgendwann mal enden wuerde, hat man zwar gewusst, aber nicht gefuehlt.
So langsam wird's ernst...

Montag, 14. Juni 2010

Extranjero Soy

Por un barrio voy caminando
Con mi maleta y con mi tumbao voy andando
Y siento que todo el mundo me está mirando
No vengo de acá y no entiendo que están hablando.

Esquinas voy conquistando
Con mi sombrero mi tierra representando "extranjero soy"
Mantengo siempre luchando por un futuro
Por un futuro mejor

Duro me toca trabajar - pero no me voy a quejar
Sueños quiero realizar - siento que lo voy a lograr
Cien porciento voy a dar - te lo juro voy a triunfar
Antes no voy a regresar

Por un futuro mejor - si dios quiere
Por un futuro mejor - él me protege
Por un futuro mejor - yo sé que quiere
Para un futuro mejor

Duro me toca trabajar - pero no me voy a quejar
Sueños quiero realizar - siento que lo voy a lograr
Cien porciento voy a dar - te lo juro voy a triunfar
Antes no voy a regresar

Señor, te doy la gracias
Por darme las fuerzas
Para luchar y superarme
Cada día más
En este país tan lejos
De mi tierra natal
Soy inmigrante
Latino

- CULCHA CANDELA
(und von Luise drauf aufmerksam gemacht worden)

Asi pase el inicio del mundial

Hallo Leute!
Habe gerade den Countdown beobachtet, wie er von 34 Tage auf 33 Tage umgesprungen ist. Man, man. Jetzt fehlt nicht mehr viel und wir sehen uns schon bald wieder.
Am Freitag bin ich um 5 Uhr morgens in das Taxi gestiegen und bin mit 4 wildfremden Personen nach Quito zu fahren, um dort Dominic und Luise zu treffen. Grund hauptsaechlich war aber, dass Dominic am Freitag seine Abschiedsparty feierte, da es fuer ihn auch schon soweit war nach Florida zu fliegen. Soweit war es aber noch nicht ganz, als wir den ganzen Tag in Quito vor uns hatten. Sonne pur, 2 meiner besten Freunde da, aber vorallem: Das erste Mal allein in Quito. Habe das ganze Land alleine bereist, nur in die Stadt, die ich eigentlich am besten kenne, habe ich noch nie einen Fuss allein gesetzt. Als ich angekommen war, habe ich ein Fruehstueck, der feinsten Art von Dominic's netter Familie zu mir genommen, was mich aber immer noch nicht vom Schock des Hauses ablenkte. Man, man. Hab ja schon viele schoene Hauser gesehen, aber das ist einfach wunderbar. In einem ganz alten Stil gebaut, aber super modern eingerichtet. Ein Mix, in dem sich wohnen laesst. :) Danach sind wir in seine Schule gefahren, wo er sich noch ein letztes Mal von seinen Freunden verabschiedet hat. Eine kleine, suesse Schule, wo die Schuelerinnen um dessen Mathelehrerin weinen. Hehe. Danach sind wir im Bus nach Quito City gefahren, in dem wir unser erstes WM-Spiel angeschaut haben. Suedafrika - Mexiko. Als das Tor von Mexiko gefallen ist, ist der Bus abgegangen. Man, man, Ecuador. Dominic hat seine Sachen erledigt, als wir dann zum Plaza Foch gegangen sind, die Riesenpartymeile, um dort einen "Snack" einzunehmen. :) Ein super coole, morderne Bar, mit "englischen" Preisen. Alles in dieser Meile ist auf Englisch, da man nur auf Auslaender trifft. Und mit dem "nur" meine ich NUR! Mathilde und Uli sind auch noch dazu gekommen, von denen wir uns dann aber direkt wiedertrennen mussten. Danach ging es zum "San Luis" Shopping-Center, wo wir uns "Sexo en la ciudad" angeguckt haben und uns danach geschaetzte 10 Paar (insegsamt) Venus-Schuhe geklauft haben. Meine Guete, der Megamaxi ist ein Paradies. :) Danach sind wir samt Wein zu Dominics Haus gelaufen, wo nach nach die anderen Austauschschueler auftauchten, um sich vom kleinen Dominic zu verabschieden. Es war echt sehr witzig, auch wenn der Gastgeber selbst ein bisschen gestresst war. Haben contra la pared getanzt und auch hasta abajo war wieder dabei. ;) Dann irgendwann ging es zum Flughafen, wo wir Gott sei Dank noch auf Julia gestossen sind. Die Franzoesin. Dann irgendwann kam auch schon meine liebe Margaret, von der ich eigentlich dachte, dass ich sie mein ganzes Leben nicht mehr wieder sehen wuerde. Dominic und sie sind zusammen geflogen. Der Abschied von den beiden, war mit Abstand der Schwerste und wird es auch definitiv bleiben. Sie sind mir echt so ans Herz gewachsen. Nach der Verabschiedungssession, hat uns Dominic's Tante noch zum Fruehstueck eingeladen, welches wir gerne angenommen haben. Dann sind wir in dem Troly (einer Art Strassenbahn Quitos) zum Terminal in Quito-Sued gefahren, was super lange gedauert hat und dazu nicht ganz so angenehm war, wenn man bedenkt, dass die Leute noch mehr Gelegenheit zum Glotzen haben. Dort angekommen, haben wir uns Tickets fuer Salcedo gekauft, um den Uli zu besuchen. Seine ganze Familie war da und wir haben herrlich gegessen. :) Danach wurde getanzt und Sonstiges, wovon Luise und ich uns aber ein bisschen entfernt haben, da wir nach einer Nacht ohne Schlaf doch ein bisschen fertig waren. Das war's dann auch schon vom Samstag.
Heute haben wir nett gefruehstueckt und dann ging es auf einen Spaziergang, begleitet von frischer Luft. Unglaublich. Das kommt davon, wenn man in einem Vorort Latacungas auf dem Land wohnt. :) Echt schoen.
Dann musste Uli auch schon weg, Sebastian, Luise und ich sind aber trotzdem noch geblieben und haben uns die erste Partie Deutschland-Australien angeschaut. :) War echt cool die eigene Mannschaft mal wieder zu sehen, obwohl ich ja sonst nicht der groesste Fussballfan bin. :) Wobei mir die Deutschland Spiele immer gefallen haben. Und noch ein cooleres Gefuehl war es, in einem fremden Land zu sitzen und sein eigenes equipo gewinnen zu sehen! DEUTSCHLAND 4:0 AUSTRALIEN. Hehe.

Mit meiner australischen Freundin gibt es gerade so einige Probleme, was aber definitiv nicht an dem Ausgang des Spieles liegt. :(
Soooooooo, jetzt gibt es gleich etwas provisorisches (oder wie man das auch schreibt) zu essen, da der feminine Anteil meiner Familie in Quito ist und ich jetzt mit meinem Opa und Papa alleine bin. Danach geht's an meiner bevorstehende Presentacion und dann ins Bett!
Liebste Gruesse aus dem Sueden!
Freue mich, euch bald wieder zu sehen!
Johanna

Donnerstag, 10. Juni 2010

3 dias del ultimo cajon.

Hallooo!
Hier nochmal wieder das Neuste vom Neusten...
Nachdem der Schock des Abschieds am Sonntag ein wenig verfolgen war und ich bei meiner Tante in Nayon zu Mittag gegessen hatte, ging es auch schon wieder nach Riobamba, wo ich schon mit einem Festessen von meiner Familie erwartet wurde. :) Die sind echt suess. Danach konnte ich meine Augen auch schon kaum mehr aufhalten, was mich dann nach dem "Tasche-auspacken" direkt ins Bett fuehrte. :)
Am naechsten Morgen, dem Montag der Woche, konnte ich nicht wirklich lange schlafen, weil ich die ganze Zeit die Ausstellung im Kopf hatte. War ein wenig besorgt, da ich mit dem "Master" schon fast 2 Wochen, wegen des Trips, nicht mehr gesprochen hatte und als er dann keine meiner Mails beantwortete, weder meine Anrufe abnahm, bekam ich dann doch ein wenig des flauen Gefuehls. Wollte es, glaube ich, nicht wahrhaben, dass ich echt daran geglaubt hatte, dass es klappen wuerde, als ich dann endlich eine Antwort bekam, die lautete: "Hey, bin in Quito; habe deine Bilder bei mir; bin krank. Tut mir Leid." Das ist einfach zo typisch. Naja, wird Jojo dann doch nicht famous. :( Hoffe aber immer noch insgeheim, dass ich die Fotos irgendwann wieder sehe und sie mit nach Hause nehmen kann. Da ich mich ja sowieso schon nicht in einem guten Tag befand, wurde ich dann auch noch von meinen Maedels versetzt, die mich eine Stunde im verde limon haben warten lassen. Habe mich dann irgendwann zu Iva aufgemacht, die sich dann aber ganz lieb um mich gekuemmert hat. Immer noch im doofen Tag, sind wir dann irgendwann zum President meines Clubs gefahren, der 2 Tage vorher seinen Schwiegervater verloren hatte. Hier ist es so Sitte, dass wenn man nicht an der Beerdigung teilnehmen kann, sich einen Abend danach, noch mal bei den Angehoerigen trifft und Beileid wuenscht. Naja, das war mein auessert erfolgreicher Montag, der, wie ich vergass zu erwaehnen, von einer netten Grippe gespickt war. Naja, das war aber das kleinste Ding.
Der Dienstag ging aauch nicht gerade huebsch weiter, da die Grippe sich dazu entschloss, noch ein bisschen staerker zu werde, was mir nicht viel ueber lies, als zu stricken und meine letzten ungesehenen Grey's Anatomy Folgen anzuschauen.
Gestern bin ich mit den Riobamba-girls ins centrum gegangen, wo wir noch ein paar Einkaufe taetigen wollten, was uns aber durch den zu mirkrig gestalteten Markt nicht wirklich gelungen ist. Haben uns dann aus Frust auf ins Haus von Bindy gemacht und dort 5 Filme geschaut. Kein Spass. Da ich meinen Schluessel nicht bei mir hatte, meine Eltern nicht zu Hause waren und ich sie nicht anbetteln wollte, mich abzuhoen, wo sie doch auf einer fiesta waren, blieb ich dann auch dort mit ungeputzten Zaehnen.
Meine letzten 3 Tage.
Herrlich, gell?
Liebste Gruesse aus Ecuador.
Johanna

Montag, 7. Juni 2010

♥Almibartour♥

Nach wahrscheinlich den 9 besten Tages meines Lebens, finde ich nun endlich die Zeit alle erlebten Dinge fuer euch aufzuschreiben.
Den Freitag der letzten Woche habe ich damit verbracht, meine Sachen zu packen, bis ich dann zu Bindy gefahren bin, wo wir uns seelisch schonmal auf den super paseo eingestellt haben. Wir konnten bis 3 nicht wirklich einschlafen, was dan aber auch egal war...

Tag 1, Guayaquil:
...da es um 5 sowieso schon auf ins Auto ging. Wir wurden von meiner ersten Familie mitgenommen, da unser erstes Ziel die Distriktkonferenz in Guayaquil war, wo sie auch hinmussten. Auf der Hinterbank mit 4 Leuten liessen sich die 4 Stunden aber trotzdem gut aushalten, dank der Klimaanlage. In Guayaquil prallte auch schon wieder die Hitze auf uns ein. Wir kamen um 10 an, mussten auf die Ankunft der anderen aber noch bis um 2 warten. Konnten wir aber, durch einen kleinen Stadtbummel durch die schoene Stadt, gut ueberbruecken. Irgendwann nach einem Imbiss um KFC kamen die anderen auch schon an und wir wurden in unsere Hotel gebracht, um die Zimmer zu beziehen. Das Wiedersehen war suuuuuuper schoen, da man die Leute, die man nicht auf den anderen Reisen gesehen oder hatte, schon seit einem knappen Jahr nicht mehr gesehen hatte. Auch das Hotel war einfach nur geil, wenn ich das mal so ausdruecken darf. 5 Sterne! :) Super. Ich habe mich gefuehlt, wie eine reiche Darme, der man den roten Teppich ausrollen muesse. Wir haben uns alle ein wenig schick gemacht und dann ging es fuer uns auch schon auf die Distriktkonferenz. Keine hat wirklich aufgepasst, da es so viel zu bequatschen gab und dementsprechend angenervt waren auch die Rotarier. Untereinander hat ein unheimliches Gemeinschaftsgefuehl geherrscht, da alle mit ihren Blazern dort sassen und wir ueber die Themen reden konnten, ueber die man sonst mit keinem reden kann. Dann ging es zum Essen und danach wieder zum Malecon Guayaquil. Sind wieder einmal die vielen Stufen hochgestiegen, was diesmal aber noch spassiger war. Danach sind wir in dem wunderschoenen Pool des Hotels schwimmen gegangen, haben gesungen und so weiter, bis ich dann irgendwann versucht habe in mein Zimmer zu kommen, was nicht so leicht war mit der komischen Chipkarte.

Tag 2, Guayaquil-Machala:
Am naechsten Morgen haben wir wie Koennige gefruehstueckt mit einem Buffet, was sich gewaschen hatte. Ungluablich. Es war wie verde limon, nur alles umsonst. :) Dann wurde der Bus wieder besiedelt und ich hatte ein wundervolles Gespraech mit meinem lieben Nils aus Brake. :) War echt eine lange Fahrt, aber liess sich gutueberstehen mit allen. Haben zwischendurch angehalten und eine "Cameronera" besichtigt und gelernt wie man Krabben aus den grossen Becken fischt. Habe auch eine auf der Hand gehabt und fand sie eigentlich ganz suess... :) Dann ging es zu einer Bananen-Plantage, wo wir uns angeguckt haben, wie die Bananen wachsen, wie sie verarbeitet werden und so weiter. Es waren sogar welche aus unseren Supermaerkten in Raesfeld dabei. :) Irgendwann sind wir dann endlich in Machala angekommen, wo wir das heasslichste Hotel der Welt bezogen haben. Nach dem ersten wunderschoenen Hotel, hatte ich das gute Gefuehl, dass alle Hotels so sein wuerden. Pustekuchen! Es war wie aus einem Horrorfilm. Aber da die Party am Abend mal wieder wunderbar war, konnten wir das auch verkraften. :) Bevor die aber losging, sind wir tanzend im Bus zum Hafen Machalas gefahren und haben und die absolut grossen Schiffe angeschaut. Ui, ui.

Tag 3, Machala-Cuenca:
Am naechsten Morgen ging es dann auch schon wieder in den Bus Richtung Cuenca. Auf dem Weg haben wir Stop in einer Farm gemacht. Nicht irgendeine Farm- eine Straussen-Farm. Wir haben uns eine Straussenfuetterung angeguckt und konnten sie sogar beruehren. Naja, eher gesagt haben sie uns in die Finger gekniffen, was aber cool war, da sie keine Zaehne haben. Musste an dem Punkt an die armen "Ich bin ein Star-holt mich hier raus"-Kandidaten denken, die ja mal komplett von den Straussen abgepickt wurden. Das muss weh getan haben. Dann haben wir uns eine Kakao-Plantage angeguckt, wo wir geroesteten 100%-igen Kakao gegessen haben und auch wieder, wie auch schonmal im Jungel, eine Rohe Kakao Bohne. So dermassen lecker. Danach ging es zwischen Limonen-Baumen auf einen Spaziergang, der von verzogenen Gesichtern bestueckt war. :) Irgendwann war dann auch schon das Mittagessen angesagt, welches aus Salat, Reis und Straussenfleisch bestand. Ein wenig gewoehnungsbeduerftig, wenn man die Voegel gerade noch froehlich vor sich hinflattern sehen hat. Hat aber gar nicht so schlecht geschmeckt. Ein wenig wie Rind. Nach diesen reichlichen Erlebnissen ging es dann auch schon wieder in den Bus. Haben Halt in einem Museum gemacht ueber die Geschichte Cuencas, wenn ich mich recht erinnere. War aber nicht ganz so spannend und ausserdem hat es geregnet, was nicht gerade angenehm war, in den kurzen Klamotten, die man ja in Machala noch gebraucht hatte. Am Abend haben wir dann mein Lieblingshotel bezogen, welches total familiar war. Jeder Raum war individuell gestaltet und es hatte mal gar nichts von einem Hotel. Man haette denken koennen, dass in diesem Haus eine 200-koepfige Familie lebe. Die Jungs sind in einem anderen Hotel untergekommen, wo dann auch unser Spaziergang in der Nacht hinging. Dort habe ich dann erfahren, dass Lena den Eurovision-Songkontest gewonnen hat. Man, man, war das eine Freude. Luise, Rachel, Julia, Mathilde und ich haben uns dann noch ein bisschen bezhumiert, Grey's Anatomy geguckt (DIE LETZTE FOLGE AUS STAFFEL 6!!!!!!!!!) und sind dann schlafen gegangen.

Tag 4, Cuenca-Gualaceo-Chordeleg:
Wir sind wie immer so ca. gegen 7 aufgestanden, haben uns fertig gemacht, sind fruehstuecken gegangen und dann ging es auch schon in kleinen Grueppchen in die Stadt Cuencas. Ich kenne sie ja an sich schon auswendig und koennte mich blind zurecht finden, aber eine Tour habe ich dann noch nie gehabt. Es war richtig interessant jetzt auch mal etwas ueber die Geschichte zu erfahren, anstatt immer nur feiern zu gehen. :) Wir haben den Hauptplatz besucht, den Touri, die Kathedrale und unteranderem auch den Blumenplatz. Die Geschichte, die mich am allermeisten fasziniert hat, waren die dort in einem Kloster lebenen Nonnen, die, wenn sich sich einmal fuer dieses Leben entschieden haben, nie wieder aus dem Kloster heraus duerfen. Keiner hat sie nach ihrem Einzug je gesehen. Sie haben keine Haare, da diese fuer Staturen geopfert werden, verkaufen ihrer Produkte durch eine Drehwand und zu der Einrichtung ihrer Zimmer gehoert eine Peitsche, da sie Gott dadurch "naeher" sein koennen. Super interessant. Wir haben auch die Panama-Hut-Fabrik + das Museum besucht. Da ich mir aber schon einen Hut in Montechristi gekauft hatte, war das nicht mehr ganz so spektakulaer. Mittags haben wir dann in einer huebschen Hotelanlage gegessen und haben uns dann einer Partie Tennis gegen die Ecuatorianer gewidmet. War ganz cool. Am Nachmittag waren wir dann in Chordeleg, eine Stadt die nur aus Schmuckgeschaeften besteht. Aber wirklich nur aus Schmuckgeschaeften. Unglaublich. Ich verstehe immer noch nicht, wie die Wirtschaft da funktionieren kann. Abends hatten wir ein bisschen frei und ich bin meinen 2 Franzoesinnen in eine Karaoke-Bar gegangen. :) Das hat Spass gemacht. Am Abend wurde ein Maedchen nach Hause geschickt, da sie sich nicht an dei Rueckkehr-Zeiten gehalten hatte.

Tag 5, Cuenca-Riobamba:
Nach der letzten Nacht in Cuenca ging es wieder mal im Bus durch die gewaltige sierra Ecuadors. Fuer die Kuestenleute besonders spannend, da sie die Berge noch nicht wirklich kannten. Spannend mit anzusehen, weil all diese Gesichtsausdruecke auch schon mal ueber mein Gesicht gehuscht sind. Unser erster Stop dieses Tages war Ingapirca. Die grossten Inka-Ruinen Ecuadors. Um einiges groesser als Ingapirca ist natuerlich Machu Picchu in Peru, aber nicht minder interessant. Ich war super aufgeregt, die Ruinen zu sehen, da es eine der Sachen war, die ich vorher noch nicht kannte. Danach ging es auch schon wieder weiter in einen Vorort von Riobamba names Palmira. Dort haben wir dann, nach ein wenig Umsehen, zu Mittag gegessen. Wir haben uns auf einer Farm fuer Lamas befunden, da koennt ihr euch bestimmt denken, was es auf meinem Teller lag. Richtig, Lama-Fleisch. Ich bevorzuge Strauss. Danach sind wir ins Lama Museum gegangen und ich war echt erstaunt, wie interessant es war. Die Lamas sind fuer die Indios sowas wie Goetter. Sie trinken den Urin, das Blut... Wenn ein Lama eine Fehlgeburt hat, wir dieselbe beigesetzt als Zeichen der Trauer. Man, man. Dann haben wir noch Fotos mit den Lamas gemacht und uns aungeguckt, was man alles aus Lama-Fell machen kann. Angespuckt haben sie uns kein einziges Mal. :) Dann ging es auch schon ins Hotel Zeus in meiner geliebten Stadt Riobamba. :) Mein erster Papa, sowie Tante, Onkel, Ivanna und meine Familie haben uns besucht, was ich super cool fand. :) Habe die Chance ergriffen und bin fuer eine halbe Stunde mit ihnen nach Hause gefahren um meine bis dahin ca. 1000 videos von der Kamera zu machen. Danach folgte eine absolut geile fiesta in unserem Raum, die in einem Hotpot geendet ist. Wuhu. War das cool.

Tag 6, Riobamba-Baños-Quito:
Am naechsten Morgen haben wir versucht das Chaos wieder ein bisschen zu richten, mussten den Schluessel wieder finden und dann ging es Richtung Baños. Ich liebe Bañoooooooooos!!!!!!! Dort angekommen haben wir unsern ueberfluessigen Klamotten ausgezogen und sind zu einem GIIIGAAAANTISCHEN Wasserfall gelaufen. Wir mussten durch Hoehlen kriechen, bis wir dann irgendwann dort angekommen sind und uns darunter gestellt haben. Na gut, nicht ganz darunter, da man dann wahrscheinlich ernste Verletzungen davon getragen haette, vor lauter Wasserdruck, oder wie man das auch nennen soll. Es hat bei einer reingehaltenen Hand schon weh getan. Es war einfach nur geniaaaal. Das eisigkalte Wasser auf seiner Haut zu spueren von eines so maechtigen Wasserfalls!!!!!! Meine Guete, ich war ueberwaeltigt. Danach sind wir noch zu einer Bruecke gelafen, die nur von 5 Leuten gleichzeitig ueberquert werden durfte. Ein paar andere fanden es lustig und haben sich mit geschaetzten 14 Leuten darauf gestellt. Man, man. Lebensmuede. Danach haben wir in einem feinen Restaurant in Baños-City gegessen und hatten noch ein bisschen Zeit um die Stadt zu erkunden. Dann ging es wieder 3 Stunden in den Bus bis nach Tumbaco, ein Tal in Quito, wo wir dann in einer riesen Hacienda die Nacht verbracht haben. Wo das Wasser gebrannt hat, es Schlangen gab und das Wasser hervorragend geschmeckt hat.

Tag 7, Quito-Cotacachi-Ibarra:
Am naechsten Morgen sind wir ins historische Zentrum Quitos gefahren und haben da Kirchen und sonstige besichtigt, die ich aber schon kannte, da mich mein Onkel mal herum gefuehrt hatte. Trotzdem war es interessant. Danach ging es wieder mal zur "mital del mundo", die Mitte der Welt, was ich auch kannte. Aber naja, mit so vielen Leuten ist es ja doch was ganz anderes und vorallem viel cooler. Nach dem Essen, was typisch war, ging es 3 Stunden lang mal wieder in den Bus auf in die Stadt Ibarras. Haben ab uns zu mal Halt gemacht, um die wunderschoene Landschaft zu bestaunen. In der hacienda angekommen haben wir uns mal wieder ein bisschen bezhumirt und ernste Gespraeche gefuehrt, aber dann ging es auch schon ins Bett.

Tag 8, Ibarra-Otavalo:
Ich war eine der Gluecklichen, die mit dem ersten Bus nach Otavalo fahren konnte und somit extra viel Zeit hatte. Otavalo, eine kleine Stadt, die samstags aus einem gigantischen Markt besteht. Ein Markt voller billiger Indio-Sachen! :) Man, man, ein Paradies. Lukas und ich haben uns zu einem harmonischen Grueppchen zusammen getan und sind 3 Stunden wie die Irren durch die Gassen dieses Marktes gerannt. :) Ein Spass hoch 10. Was ich alles ergattert habe, kann ich leider nicht verraten, da ihr sonst wuesstet, was ich geschenkt bekommt. :) Haaach, ich freue mich jetzt schon, die ganzen regalos zu uebergeben! :) Danach ging es in ein Colegio in Ibarra, wo wir an einem Projekt teilgenommen, welches beinhaltete, einen Baum zu pflanzen. Wir hatten alle keine Ahnung, dass es sowas Wichtiges sein wuerde und dass wir nach dem Baum in die Erde setzten, einen Urkunde erhalten wuerden. Sie haben Taenze fuer uns aufgefuehrt und dann uns behandelt wie Koenige. "Sie" sind in diesem Fall die Schueler des Colegios. Es ist immer noch erstaunlich zu sehen, wie anders und besonders man doch fuer die Menschen ist, nur weil man aus einem anderen Land kommt, eine andere Augen oder Hautfarbe hat. Haben dort auch zu Mittag gegessen und sind anschliessend in ein Dorf gefahren voller Lederwahren. Und wieder mal frage ich mich, wie die Leute da alle Geschaefte machen koennen. Es war ein sehr erfolgreicher Shopping-Tag. :) Danach ging es zu der wunderschoenen Lugune, die ich aber auch schon mal gesehen hatte. Dann ging es wieder ins Hotel, wo unsere letzte Nacht auf uns wartete, fuer die von den Rotarieren eine Party mit DJ und so weiter organisiert wurde. Alle haben die "Sau" rausgelassen, trotz bereits vorhandener sentimentaler Stimmung. Es war einfach nur genial.

Tag 9, Ibarra-Quito...Riobamba:
Morgens frueh aufgestanden, konnten man schon direkt die schwere Stimmung bemerken. Alle Sachen wurden gepackt, die schweren Einkaufte wurden in den Bus getragen und dann ging es nach einem kleinen Broetchen auch schons verabschieden von den Leuten aus Ibarra. Eine der schwersten Verabschiedungen musste ich schon dort hintermich bringen. Von Margaret, die ich echt sehr in mein Herz geschlossen habe. Sie kommt und aus den Staaten und wer weiss, wann man sie wieder sehen wird. Einige Traenen gelassen ging es mit den anderen nah Quito. Es hat fast keiner geredet. Als wir dann aus dem Bus gestiegen sind und in Quito, dem Ziel, angekommen waren, konnte ich es erst gar nicht fassen, dass wir uns echt verabschieden mussten. Es war definitiv einer der schwersten Momente meines Lebens. Alle haben geweint, alle. Sogar meine Tante, die Bindy abgeholt hat, hat aus Sympatie mitgeweint. Erst habe ich nicht eine Silbe rausbekommen, aber irgendwann als ich es dann gerafft hatte, dass es fuer immer sein wuerde kamen auch mir die Traenen, die bis zum Abend nicht mehr weg gegangen sind.

Esa gente que conoci en este año son mis mejores amigos. Se fueron por los mismos sentimientos que yo tenia y estaban a mi lado todo el tiempo. Significa todo para mi tenerles a ustedes y a mi no me importa si hay 1000000 de kilometros entre nosotros. Nunca en mi vida les olvidare. Ese tiempo, ese año era lo mas dificil, lo mas educado de mi vida pero lo mas importante: Era lo mejor de mi vida. Y eso es "culpa" de ustedes! Ustedes son mi familia y les amo con todo mi corazon!

Niemals in meinem Leben werde ich diesen Trip vergessen!
Ich hoffe, es geht euch gut.
Liebste Gruesse aus Riobamba,
Johanna