Sonntag, 31. Januar 2010

Von Prieto zu Tinajero - mi segunda familia

Guten Abend!
Mittlerweile stehe ich schon kurz vor der 2. Nacht in meinem neuen zu Hause.
Ihr koennt euch gar nicht vorstellen, wie strange sich das anfuehlt.
Vorgestern Abend habe ich alle meine Sachen soweit fertig gemacht, sass ein bisschen mit meiner Familie zusammen, habe mir traurige Blicke zuwerfen lassen und habe ein bisschen mit meiner kleinen Schwester geweint. Sie hat mir etwas in mein Tagebuch geschrieben, wo man einfach nur weinen kann. Am naechsten Morgen ist mein ganzer Kurs + der Jahrgang unter uns in das Stadium Riobambas gefahren, um die Wahl der "señorita deportes" aus ganz Riobamba anzugucken. Ich war froh irgendwas zu unternehmen, was mal nicht mit dem Umzug zu tun hat, geschweigedenn mit irgendwas anderem, was gefuehlsmaessig anstrengend ist. Es herrschte ein Ambiente- Ui, mega cool. Alle Schulen aus Riobamba waren versammelt und haette ich es nicht besser gewusst, waere ich mir sicher gewesen, dass wir uns auf einem Tokio-Hotel-Konzert befinden, so dermassen wurde gekreischt. Die señorita aus meiner Schule ist aber nur 3. von ca. 20 geworden. Ay, que pena. :D Danach ging es dann nach Hause, wo ich den letzten Feinschliff an meinen Taschen gemacht habe, Zeit mit meinen Hundebabies verbracht habe und natuerlich mit meiner Familie. Dann habe ich nur noch bis 6 gewartet und dann klingelte es auch schon am Tor und meine neue Familie + Sabrina kamen zur Tuer herein. Ay... Keiner kann sich vorstellen, wie strange das war. Neue Koffer rein, meine Koffer raus - begleitet von Traenen. Sogar mein Bruder hatte glasige Augen. Ich war echt mega fertig mit der Welt, obwohl ich in der selben Stadt bleibe, ich weiterhin auf das gleiche colegio gehe und so weiter. Trotzdem ging's mir bei diesem Abschied fast schlechter, als beim Abschied von Deutschland nach Ecuador. Als ich dann meine letzte Tasche (die eine von gefuehlten 100 - wo kommen nur die ganzen Sachen her?) in's Auto gebracht habe, kam mein Prieto-Vater zu mir. Ich wollte ihn gerade fragen, ob ich die Schluessel fuer's Haus gleich Sabrina geben soll, da meinte er schon: "Nein, nein. Dieses Haus, bleibt dein Haus. Behalte sie und komm so oft zu uns, wie du kannst." Oh man. Wie tooooll! Dann ging's in mein neues Auto, in mein neues Haus, in mein neues Zimmer und zu guterletzt in meinen (haltet euch fest) BEGEHBAREN KLEIDERSCHRANK! Haben dann zu Abend gegessen, meine Gastgeschenke wurden mit Begeisterung aufgenommen und ich noch dazu. :) Trotz aller Vermissung der anderen Familie, kann ich echt sagen, dass ich eine super coole Familie abbekommen habe. Mein Vater heisst Ramiro, wie der alte, meine Mama Maria, meine Schwester, die in Quito studiert und nur am Wochenende da ist, heisst Isabella und die andere, die in Deutschland gerade ihren Austausch macht, heisst Maripaz. :) Das Haus ist ganz anders, als das andere. Viel ecuatorianischer und dazu noch viel groesser. Interessante Angelegenheiten. Mein erster Eindruck ist wunderbar. Heute sind wir direkt nach Baños gefahren mit meinen Grosseltern. :) Auch sehr nette Leute. :) Meine Schwestern, sowie mein Opa und meine Mama haben deutsche Staatsbuergerschaft, koennen aber kein Deutsch. Macht aber nichts. Mittlerweile kann ich Spanisch sprechen, was der einzige grosse Unterschied vom "Neuankommen" war. Wir haben Wasserfaelle angeguckt, eine Fabrik von Holzfiguren und wie Leute Bungee gesprungen sind. Sowas von cool. :) Bald machen meine neue Schwester und ich das, was man auf meiner To-do-list nachlesen kann. Soo, ihr seht liebe Leute, das Leben in Ecuador kann ganz schoen verwirrend sein. Von total am Boden, bis in den Himmel, oder wie man das sagt.
Ich gruesse euch mit den dicksten Wangenkuesschen.
Johanna

Freitag, 29. Januar 2010

Packen nach 5 Monaten familia Prieto

Meine Lieben daheim.
Hier wieder ein paar Woertchen von mir.
Im Moment sehr interessant hier, wie ich finde. Ivanna steckt mitten in ihren Vorbereitungen fuer den Austausch. Habe sie am Montag mit nach Ambato begleitet, da sie dort einen Test fuer Tubakolosis machen musste. Vorher waren wir aber noch im riobañenischen Krankenhaus. War schon immer ein bisschen aengstlich, dass man sich eher im Krankenhaus sebst eine Krankheit wegholt, als auf der Strasse; das war in Deutschland. Hier hast du quasi schon nach dem ersten Meter Krankenhausboden 3 Krankheiten. Unglaublich wie es dort gerochen hat. Besser gesagt gestunken. Dann ging's nach Ambato, wo wir in dem Krankenhaus die Eingeborenensprache studiert haben. Dort sind alle Tueren mit spanischen Ueberschriften versehen und darunter stehen sie dazu noch in Quechua. Meine Hausdame zum Beispiel kann Quechua sprechen. Es ist eine vollkommen andere Sprache. Wir verwenden so einige Begriffe im taeglichen Sprachgebrauch, aber wenn man die Leute sprechen hoert, versteht man rein gar nichts. Nachmittags binich mit Iva zu ihrer ersten Deutschstunde gegangen. Sehr witzig, wie es beigebracht wird, aber auch gleichzeitig voll interessant. So haette ich die Sache niemals angegangen. Abends sind wir zum Club gegangen, weil die neue Austauschschuelerin aus Australien jetzt endlich da ist. Freut mich total. In Portoviejo zum Beispiel gibt es 16 Austauschschueler und in meinem Club sind es mitihr jetzt wenigstens 4. Sie stand noch totalunter Schock - hat mir von den Kindern der Strasse erzaehlt. An den Anblick gewoehnt man sich zwar nicht gerne, aber bei mir ist es schon passiert. Es ist es so interessant zu sehen, wie sie alles wahrnimmt. Ich fuehle mich, als haette ich einen Spiegel aus meiner ersten Zeit vor mir.
Am naechsten Morgen musste ich nicht zur Schule gehen, da ich Bindy, die Australierin, mit zu meiner Ex-Spanischlehrerin genommen habe. Fuer sie ist es echt schwer mit der Sprache. Die kann rein gar kein Spanisch. Kann ich persoenlich nicht ganz verstehen, aber naja. In diesem Treffen habe ich ganz viele andere Schueler von meiner Ex-Lehrerin wieder getroffen. Beim 1. Treffen wurde nur auf Englisch gesprochen. Dieses Mal aber hatte Spanisch eindeutig die Ueberhand. Danach haben wir ein paar Sachen erledigt und dann ging es nach Hause, wo ich erst mit einem Freund aus Brasilien, dann mit meiner Mama und dann mit Andreas gesprochen habe. Ich vermisse Karneval jetzt schon. Am Mittwoch ging es wieder nach Ambato fuer die Auswertung des Testes und danach habe ich meine Taschen gepackt. Oh man, wie viel Zeugs man doch in 5 Monaten ansammeln kann. Habe quasi doppelt soviel Gepaeck, wie wie ich noch zu Anfang meines Austausches hatte. :D Abends gab es mein Lieblingsessen. Tacos. Ayyy, so lecker. Hermoso. Haben mit meiner Familie zusammen gesessen + Onkel, Tante und Ivanna. Es wurde alles Revue passieren lassen und dann ging's auch schon ins Bett. Heute hat's mich dann endlich mal wieder ins Colegio getrieben, was anschliessend von dem letzten Feinschliff der Packaktion uebernommen wurde. Die Waende habe ich zerstoert, was bedeutet, dass ich niemals vergessen werden kann. :D Oh man, mich durchtreiben echt wilde Gefuehle gerade. Fuehle mich ein bisschen so, als wuerde es jetzt schon nach Hause gehen, was ja mal absolut nicht stimmt. Ale hat mir was wunderschoenes geschrieben und da sind dann doch ein paar Traenchen gekullert. Ich hatte echt eine wunderbare Familie in den letzten 5 Monaten und bin super dankbar fuer alles, was sie mir ermoeglicht haben. Bin froh, dass es vorerst nur das andere Ende Riobambas ist, in dem ich wohnen werde und noch nicht das andere Ende der Welt.
Ab jetzt heisst es:
Neues Haus - neues Glueck. :)
Ich werde euch so schnell wie moeglich berichten.
Hab euch lieb,
Johanna

Samstag, 23. Januar 2010

Semana traquila... ;)

Hey!
Nach meinem grossen Trip nach Portoviejo habe ich es diese mal ein bisschen ruhiger angehen lassen.
Am Montag war ich erst 2 Stunden im Colegio, habe mich dann aber abholenlassen, da mir so schlecht war, dass ich fast die ganze Schule zugekot*t haette. Mein Vater hat mich dann abgeholt. Mir war ganz klar, wodran es gelegen hat, naemlich an dem Klimaumschwung + anderes Essen an der Kueste. Der restliche Tag wurde dann verschlafen.
Am Dienstag hat mich dann der groesste Schock ever erwartet. Bin mit Levke in die Stadt gegangen, haben einige Sachen erledigt + nervige Gesellschaft abgewimmelt. Danach musste ich Geld fuer meinen Trip in den Oriente abholen, was an 3 verschiedenen Schaltern nicht funktioniert hat!!!!!!!!!!! Bin fast ausgeflippt vor lauter Angst, dass irgendwas mit meinem Geld passiert ist. Als ich dann aber spaeter wieder zu Hause war, war das Geld noch auf der Karte. Na Gott sei Dank. :)
Am Mittwoch bin ich endlich eine vorruebergehende Ecuatorianerin geworden. Habe jetzt meinen eigenen Ausweis und muss jetzt keine Auslaendereintrittspreise mehr bezahlen. Keine Ahnung, warum das bei mir so lange gedauert hat, bis ich den Ausweis bekommen habe.
Am Donnerstag hatte Iva einen Kontest, wo sie ueber Moral reden musste, ich habe zugesehen und nachmittags haben wir gelabert. :) Die ganze Zeit. Am Freitag wechsel ich die Familie, was mich schon ein bisschen traurig stimmt.
Am Freitag sind Levke und ich mit dem Quarto Curso der Schule nach Quito gefahren. Um 5 ging es los. Nach 3 Stunden um Bus schlafen sind wir zu erst in das Museum des beruehmtesten Kuenstlers Ecuadors gegangen - GUAYASAMIN. Oh man, sowas von coole Bilder. Ohne Spass, ich war richtig beeindruckt. Sie stellen zwar fast nur Amut dar, aber in auf eine Weise, die echt beeindruckend ist. Habe mir auch eins fuer zu Hause gekauft. Leider war gestern nur eine Kopie drin. ;) Danach ging es in botanischen Garten Quitos. Sehr cool, auch wenn ich den aus Portoviejo bevorzuge, trotz der vielen Muecken. Anschliessend sind wir dann zu einem Planetarium gefahren, was ich auch super toll fand. :) Zum guten Schluss wurden wir dann noch vor einer Mall abgesetzt und haben San Luis unsicher gemacht. Die Mall, in der ich auch meinen Geburtstag gefeiert habe. :) Levke und ich haben es aber eher ruhig angehen lassen, uns Fruechte gekauft und Fotos geschossen. Als wir dann so gegen 9 wieder in Riobamba ankamen, taten meine Beine so weh, wie noch nie, was nach einem guten Tag aber nur so sein kann. :)
Jetzt in der naechsten Zeit kommen die neuen Austauschschueler an und ich freue ich schon total sie kennen zu lernen. :) Leider fahren aber auch coole Austauschschueler wieder nach Hause.
Soo, jetzt werde ich mich mal tagfertig machen und gucken, was es so zu tun gibt.
Bis bald,
Johanna

P.S. Meine Kamera ist im Moment in Reparatur. Fotos werden so schnell wie moeglich nachgeliefert.
Und nochwas, was gestern so ueber mich gekommen ist, als ich mit dem Blick ueber ganz Quito so mit meinem Keks da sass.

Auch, wenn ihr mir fehlt. ;)

Montag, 18. Januar 2010

Portoviejo

...und auf einmal uebernahmen die Straende wieder die Ueberhand!

Hallo meine Lieben,
ich melde mich zurueck aus einer Woche, die man mehr oder weniger als Urlaub bezeichnen kann. Habe viele tolle Sachen erlebt, aber vorallem das typische Leben der ecuatorianischen Kueste kennen gelernt.
Am Sonntag ging es fuer Alex, Sabrina und mich in den Bus Richtung Guayaquil. Sind um 5 Uhr losgefahren (in der Kaelte) und kamen dann nach rund 5 Stunden in der groessten Stadt Ecuadors an. (in der hitzigsten Hitze ever) Es ist so interessant zu sehen, wie sich die Landschaft schon nach ca. 3 Stunden von den beindruckensten Bergen in Flachland mit Unmengen an Banaenbaumen verwandeln kann. Dort haben wir uns ein bisschen Zeit genommen um etwas zu essen - bei MCDONALDS(!). Als war dann endlich unser "gate" gefunden hatten ging es weitere 4 Stunden nach Portoviejo. Der "terminal terrestre" in Guayaquil aehnelt mehr einem Flughafen, als einem Busbahnhof und somit haben wir uns auch in dem naechsten Bus wie im Flugzeug gefuehlt, da Filme gezeigt wurden und es sogar Klimaanlagen gab. In Portoviejo angekommen wurde ich dann von meiner Familie abgeholt, wie auch die anderen von deren Familien. Ich war sehr aufgeregt sie alle kennen zu lernen. Das Haus der Familie Iñiguez ist typisch ecuatorianisch. Sehr anderes als mein Haus hier, aber nicht minder schoen. Es hat halt seinen eigenen Stil. Die Waende total hoch, knarrener Fussboden, gewoehnungsbeduerftige Moebel, aber einfach super familiaer. Alle haben mich total nett begruesst und ich war ein wenig ueberfordert, weil ca. 15 Leute mit mir am Tisch sassen, als ich gegessen habe und mich dazu noch vollgetextet haben. Daraufhin haben wir uns dann aufgemacht und sind an den Strand von Manta gefahren. Diese Stadt kannte ich bisher nur vom Rotarytrip, aber da haben wir nur zu Mittag gegessen. In Manta gibt es eine Caffee-Fabrik, die schon aus 20 Metern Entfernung riecht. :) Super lecker. Der Strand ist auch sehr schoen, wobei die Mutter meint, dass er super gefaehrlich ist. (Wie auch schon so manch andere Sachen.) Dann sind wir wieder "nach Hause", ich habe mein Zimmer bezogen und direkt geschlafen. Am naechsten Morgen bin ich vom zu meinem Zimmer hochschallenden Reggaeton aufgewacht.
...
Kurze Exkursion in das Ambiente der Kueste Ecuadors: Die Leute sind hier so viel offener und freundlicher. Viel einfacher im Umgang. Selbst am Tag machen die Personen Party. Es gibt jeden Tag Maerkte auf der Strasse und aus jedem Stand schallt andere Musik. Ueberall gibt es Staende mit Fruechten die Fruechte-Moegern das Herz hoeher schlagen laesst. Man gruesst sich freundlich unter Bekannten. Einfach ganz anders als das Leben in der Sierra.
...
Als ich dann Erlaubnis meiner Familie hatte, bin ich mit ein paar anderen Austauschschuelern an den Strand von Crucita gefahren, was ca. eine Stunde von Portoviejo entfernt ist. Diesen Ort kannte ich auch schon von der Rotary-Reise. War dieses Mal aber nicht so gut, weil es geregnet hat und wir nicht allzu viel machen konnten. Dann am Abend bin ich mit Brenda, meiner derzeitigen "Gastschwester" noch zu einem Freund nach Hause gefahren, der letztes Jahr auch einen deutschen Austauschschueler bei sich zu Hause hatte. Portoviejo ist grob gesagt eher haesslich und schmutzig, aber in diesem Viertel - unglaublich, was dort fuer ein Reichtum herrscht. Es gibt einen Pool fuer alle in der Mitte des Viertels, aber die meisten Hauser haben auch noch ihre eigenen. Ausserdem sind die Hauser, eher gesagt Villen ueberdimensional gross. Abends habe ich mich mit der Mutter unterhalten, als wir auf einmal ein riesen Krachen aus der Strasse hoerten. Alle sind sofort runtergestuerzt, um zu sehen, was passiert ist. Es war ein alter Herr, der auf einem Klappstuhl in einem dieser offenen Autos sass und daraus gefallen ist. Alle, die jetzt lachen, sollten ein schlechtes Gewissen haben, da es gar nicht witzig war. ... ;) :P Der Krankenwagen ist verhaeltnismaessig schnell gekommen und von daher war alles wieder gut.
Am Dienstag bin ich mit Brenda ein bisschen durch die Strassen gelaufen, die sich zu Maerkten verwandelt hatten. Seehr cool, wie ich ja oben auch schon mal beschrieben habe. :) Das Ambiente ist super. Na gut, eine Sache habe ich zu bemaengeln. Dadurch, dass die Ecuatorianer so offen und einfach sind, halten sie auch nicht an sich, wenn ihnen eine Auslaenderin gefaellt. Das gibts in Riobamba auch zu Hauf, aber hier ist es noch mal einen Tacken schlimmer. Zu Anfang fand ich es noch interessant zu sehen, wie die Leute auf einen raegieren, aber mittlerweile, und vorallem in diesem Pensum, nervt es! Dann bin ich mit Brenda zu einem SPA-Zentrum gefahren und habe zugesehen, wie sie behandelt wurde. Bin fast eingeschlafen. So mega cool. :) Abends haben wir dann noch einen Zwischenfall mitbekommen, naemlich, dass 3 Maenner eine Bank ausrauben wollten, sich dafuer einen Tunnel gebaut haben, der direkt in die Schatzkammer der Bank fuehren solle. Sind aber aufgeflogen und wurden dann samt Bild in die Zeitung gesetzt. Gar nicht mal so unschlau, die Kerlchen. Man darf nur nicht zu laut haemmern.
Am Mittwoch bin ich mit Brenda zu einem "Laden" gefahren, wo den ganzen Tag Frauen massgeschneiderte Kleider anfertigen. Brenda bekommt eins fuer ihren Abschluss und dieses Kleid kostet exakt 60 Dollar. Unfassbar, wie billig. Die Perlen werden sogar per Hand angebracht... Falls ich irgendwann heirate, wird das in Ecuador sein... ;) Nein, Spass! Da bin ich mir noch nicht so sicher. Danach bin ich mit den anderen Austauschschuelern nach San Clemente gefahren. Ein kleines unscheinbares Doerfchen, was sich an Karneval, wie ich gehoert habe, immer zu dem reinsten Partyort verwandelt. Dort haben wir Ceviche (eine kalte Fischsuppe) gegessen und haben ein bisschen im Pazifik geplanscht. :) Abends bin ich mit "meinem Vater" und Brenda noch in die "fruta prohibida" gegangen - ein Lokal, wo es nur Fruchtgerichte gibt und Sanwiches. Sooo lecker. :) Haben uns ueber Gott und die Welt unterhalten. Die beiden sind meine Lieblingsfamilienmitglieder.
Am Donnerstag bin ich mit der Mutter in ihr Colegio gefahren, wo sie als Englischlehrerin arbeitet. Ich fand es mega interessant, da dieses Colgio ein Oeffentliches ist und sich somit total anders ist als meins in Riobmaba. Eine Maedchenschule, auf der nur Maedchen sind, die nicht unbedingt so viel Geld haben. Da in der Kueste die Ferien immer so um diese Zeit beginnen und sie in den letzten Tagen Schule nicht viel machen, haben die chicas mich die ganze Zeit ueber alle moeglichen Dinge ausgefragt, bis sich dann irgendwann auch anderer Lehrerinnen gemeldet haben, ob ich denn nicht vielleicht auch mal zu ihnen in die Klasse kommen koennte. Letztendlich habe ich dann nachher vor 3 Klassen gestanden und Vortraege gehalten. Danach sind Emma (die Mutter) und ich in den "Jadin botanico" gefahren. Ein riesen Gelaende, auf dem alle Regionen Ecuadors durch ihre Pflanzen und Tiere dargestellt werden. Super schoen und super interessant, obwohl meine Beine jetzt von Mueckenstichn nur so uebersaeht sind, was dank vieler Impfungen aber gar nichts macht. ;) Danach habe ich mich mit einem deutschen Austauschschueler in der Stadt getroffen. Wir sind ein bisschen rumgelaufen, haben ueber Unterschiede der Sierra und der Costa diskutiert, bis er dann irgendwann gehen musste und ich auch. Habe mich mit einem Bekannten in einem Restaurant getroffen und wir haben den ganzen Abend gelabert. Echt mega cool.
Am Freitag habe ich den Morgen mit den ganzen kleinen Maedchen im Haus verbracht... :) Die Familie besteht aus Vater Mutter, 5 Kindern und diese Kinder wiederrum haben Kinder. Sehr suess sind die und seeeehr aufgedreht. Danach hat der Vater mich mitgenommen und wir sind ein bisschen durch die Stadt gefahren und haben uns ueber Gott und die Welt unterhalten. Ich hatte es ja vorher schon mitbekommen, dass diese Familie sehr religioes ist, aber da ist mir das noch mal ganz krass aufgefallen. Sie halten rein gar nichts von vielem Ausgehen, was trinken und tanzen beinhaltet; ausserdem Sex vor der Ehe und Rumgemache. MHHHHM... Das liegt zum Grossteil daran, dass sie Evangelisch sind. Hier sind die Evangelischen Leute weitaus glaubischer als die Katholischen. Das wusste ich vorher auch, aber dass es so krass ist, dann doch nicht. Naja, auf jeden Fall haben wir uns so unterhalten und da er der einzige Katholische in der Familie ist, tat er mir irgendwie Leid, da es offensichtlich war, dass ihm was im Leben fehlt. Der Spass. Ich habe ihn gefragt, ob ich am Abend weggehen duerfe, was er bejaht hat. Somit dachte ich, dass das alles gebont ist, da ich in meiner riobabeñischen Familie immer nur den Vater - als Oberhaupt der Familie - fragen muss. Bin also erst zu einem Karaoke-Abend gegangen, danach zum Kino "Sherlock Holmes" und danch bin ich mit einem Freund rausgegangen. Als ich am naechsten Morgen dann wieder in der Kueche sass, habe ich kritische Blicke von Emma zugeworfen bekommen, wo ich denn wohl am vorherigen Abend gesteckt habe. Oha. Pustekuchen... Von wegen nur den Vater fragen... War aber im Nachhinein nicht weiter tragisch.
Am Samstag bin ich mit Brenda nach "San irgendwas" gefahren, wo wir uns mit einem Boot uebersetzen haben lassen nach Bahia, einer Halbinsel. Seeeeehr schoen. Ein toller Strand. Es gibt fast keine Wellen, dafuer ist der Strom aber unter Wasser umso staerker. Brenda hat sich mit ihrer besten Freundin getroffen und ich habe einfach nur am Strand gechillt. Irgendwann habe ich dann einen Freund aus Deutschland von mir angerufen, der mich dann ein bisschen durch die Stadt gefuehrt hat. Danach bin ich dann nochmal ins Nachtleben Portoviejos aufgebrochen - aber nur bis 12. MHHHM... War aber genug, um nochmal einen Berg netter Leute kennen zu lernen. :)
Am Sonntagmorgen ging es dann ganz frueh wieder auf die Rueckreise, aber vorher hat Emma noch meine Hand genommen und hat fuer meine Zukunft gebetet. Oh man. Alles echt anders.
Dann noch einmal McDonalds und dann war ich auch schon wieder im netten Riobamba.
Soo, das waren die kleinen Geschichtchen von meiner Woche an der Kueste Manabis. :)
Jetzt gerade -ein Tag spaeter- habe ich Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Schnupfen. Wie Herrlich sind Klima-, Essenswechsel und so weiter.. ;)
Wie gehts dem Schnee dahinten?
Ich gruesse euch aus dem wunderschoen, vielseitigen Ecuador.
Johanna

P.S. Am 16. Juli komme ich wieder nach Hause!!!!!!!!!

Samstag, 9. Januar 2010

Un desfile mas, el cumpleaños de 15 etc.

Buenas tardes a todos!
Gibt viel zu berichten, deswegen lege ich doch mal gleich los.
Am Montag ging es zum ersten Mal nach den Ferien wieder zur Schule, was mich nach der 1. Stunde schon wieder angenervt hat. Der einzigst gute Grund zur Schule zu gehen ist Levke. :D Nachmittags ist das Licht wieder ausgefallen, bzw. der Strom weggegangen und ich habe mich mit der lieben Ivanita wieder einer Partie Monopoly Ecuador hingegeben nachdem wir uns leckeren Pudding, den mir meine Mama geschickt hat, gekocht haben. Mhmm... :) Abends haben wir dann noch ein bisschen zusammen gesessen, da es der Geburtstag von Sebas war.
Am Dienstag sind Levke und ich zusammen in die Stadt gegangen, haben da erst ein paar Anrufe getaetigt und sind dann zu ihr nach Hause wo wir mittraellernd "Mamma Mia" geguckt und Milchreis mit Erdbeeren gegessen haben. :) Herrlich. :) (der uebrigens auch von meiner Mama war :D) Hier etwas Deutsches zu essen ist einfach nur toll. Das Essen hier geht mir mittlerweile naemlich mal wieder auf die Nerven, da es echt so einseitig ist. Naja, Milchreis zu essen, obwohl es hier immer nur Reis gibt ist nicht besonders schlau, aber war trotzdem toll.
Am Mittwoch war ich in meiner dritten Messe innerhalb kurzer Zeit. Erinnert ihr euch, dass ich geschrieben habe, dass ich immer schon in Ecuador eine Messe miterleben wollte? JETZT IST DEFINITIV GUT. ... Es war der Tag des "niñitos". Davon habe ich ja auch schon mal berichtet. Diesmal habe ich beobachtet, dass ein Mann seinen Sohn, ein Kleinkind, auf dem einen Arm hatte und auf dem anderen Arm eine Puppe des Jesuskindes, welches mindestens so gross war wie das Echte. :D Oh man. Ist echt eine strange Sache. Wisst ihr eugentlich, dass ich auch schon mein eigenes habe? :D Achja, ausserdem sass ich diesmal mit einer Juedin, einer Protestantin und einer Nicht-Glaubischen in der Bank. Auch mal interessant. Danach sind wir in die Parade gestartet zu Ehren des Kindes. Wieder alle mit ihren Puppen. Colegio Jefferson als aller erstes in der Parade, so auch ich. Meine Schule ist die Elite, wie ich das Gefuehl habe. Die meinsten haben nichts in der Birne, dafuer aber Unmengen an Geld. Ohne Spass, wenn ich durch die Stadt gehe komme ich an dem Supermarkt vorbei; gehoert dem. Gehe ich an dem anderen vorbei, gehoert der dem anderen und so weiter. So ist das mit Geschaeften, Sportplaetzen und Malls. Naja, auf jeden Fall laufe ich mit der Parade und wer taucht auf einmal auf? Mein Uli! Wuaaah, habe ich mich gefreut. Es ist echt so cool, dass er auch in Ecuador ist. Eine der Personen, mit denen ich in Deutschland am meisten zu tun hatte und wir koennen uns hier in Suedamerika einfach so treffen. Coooooole Sache. Den Rest des Tages war ich nur noch muede, bin aber trotzdem noch mit Iva in die Stadt gegangen. Haben nicht viel gemacht und sind deswegen wieder nach Hause.
Am Donnerstag habe ich fast gar nichts gemacht ausser "gechillt" und Musik gehoert, mit diversen Leuten telefoniert bis wir dann irgendwann ist "casa del centro" gefahren sind um ein paar Bruedern meines Vaters "Adios" zu sagen, da sie wieder nach Brasilien aufbrechen.
Am Freitag bin ich mit ein paar Schulkollegen auf meinen ersten 15. Geburtstag gegangen. Hier ist es so, dass sich die Maedchen entscheiden koennen zwischen einer Reise und einer dicken Feier fuer diesen besonderen Geburtstag. Mit 15 wird das Maedchen hier zur Frau. Ich habe mich total gefreut, dass ich eingeladen wurde, da ich sowas schon immer mal sehen wollte. Gab leckeres Essen und Showeinlagen und alle waren schick angezogen. Unglaublich, muss Unmengen gekostet haben. Haben ein bisschen getanzt, bis wir dann irgendwann in die Stadt aufgebrochen sind, wo wir Mexikanisch essen gegangen sind. :) Dann haben Iva und ich noch eine Film geguckt und ich habe bei ihr geschlafen.
Heute Morgen bin ich mit Sabrina in die Stadt gegangen, da wir uns erkundigen wollten nach den Tickets fuer Guayaquil, da es fuer mich die ganze naechste Woche nach Portoviejo geht. Das ist eine Stadt in der Provinz Manabí, die ca. eine halbe Stunde vom Strand entfernt ist. Ich bin schon sooo mega gespannt und freue mich so dermassen. :) Stellt euch mal vor, ihr dahinten habt Unmengen an Schnee und ich Sand. Ist doch nett, oder? ;) Wir muessen erst 5 Stunden nach Guayaquil, da werden wir von einem meiner Freunde abgeholt, der uns dann zum neachetn Bus bringen wird, der direkt nach Portoviejo geht. :) Ich fahre mit Sabrina und Alex, die aber in andern Hausern bleiben als ich. In diesem Sinne verabschiede ich mich dann auch und wuensche euch eine schoene Woche. Ich komme am Sonntag naechster Woche wieder und melde mich dann.
Liebste Gruesse,
Johanna

Montag, 4. Januar 2010

Silvester, Neujahr und Co.

FROHES, NEUES JAHR, LIEBES DEUTSCHLAND!
Ich melde endlich wieder aus Riobamba, meiner geliebten Heimat hier in Ecuador.
Die letzten Tage waren anstrengend, aber auch cool.
Vamos a ver. ;)
Am 31. haben wir uns um 7 Uhr WIEDER mal auf den Weg nach Quito gemacht. Dort angekommen habe ich erstmal ein bisschen gechillt. Daraufhin gings in den Megamaxi - ein fetter, fetter Supermarkt, wo ich mich nach einem MP3-Player umgeschaut habe. Sie haben echt nur Ipods hier. :( Als wir wieder zu Hause waren, habe ich mich schick gemacht mit Kleid und Maske und dann ging's zu der "Año viejo"-Party ins Haus eines Onkels. Wuerde euch gerne sagen, wie er heisst, aber komm irgendwie nicht so ganz klar mit einer gefuehlten Million neuer Namen. Der Weg dorthin war... cool, sagen wir mal. Hier sind die Silvester-Sitten naemlich mehr als anders. Die Maenner verkleiden sich als Frauen und halten die Autos an in der Stadt. Dann tanzen sie fuer die Autofahrer, kassieren einen Cent und lassen die Autos durch. Soo cooool. Ich schwoer's euch. Das naechste Silvester werden die Jungs in Deutschland zum Tanzen verdonnert. :) Im Haus angekommen, sassen auch schon fast alle da mit ihren Masken und die Fresserei ging los. Ausserdem ist hier noch eine Sitte, dass ein alter Mann ins Haus der Festgesellscahft kommt und sein Testament vekuendet, da er zum Sterben verurteilt ist. (Das kann man sich ungefaehr so vorstellen, wie der Nikolaus. Es ist einfach ein Mann, der sich eine Maske aufsetzt und dann so tut, als ob er ganz alt ist. In unserem Fall war es mein Onkel.) Mein Testament war ein deutscher Satz, der mit irgendeinem billigen Translator uebersetzt wurde und den ich beim besten Willen nicht verstehen konnte. :D Aber suesse Idee. Dann irgendwann war es kurz vor 24:00 Uhr und da kommen wir zu der naechsten Sitte, naemlich dass man hierin der ersten Minute des neuen Jahres 12 Weintaruben verschlingt und sich fuer jede etwas wuenscht. Ausserdem soll man etwas Rotes tragen um Glueck in der Liebe zu haben, etwas Blaues um Frieden zu haben, Geld fuer's Geld, Gruen fuer Gesundheit... Ich kann mich nicht mehr ganz genau erinnern, wie die Reinfolge jetzt war, aber so ungefaehr. :) Mega cool. Um 12 wurden dann Feuerwerke in die Luft geschossen, wie in Deutschland auch und Puppen verbrannt, die alles Schlechte des vergangenen Jahres darstellt. Ich habe alles fleissig gefilmt. (Oh man, das wird ein langer DVD-Abend, Freunde!) Naja, den Rest der Nacht habe ich meinen Cousins beim Wii spielen zugeguckt, da ich nicht wirklich Lust hatte mit meinen Onkels auf typischer ecuatorianischer Musik zu tanzen.
Neujahr haben wir uns in dem Haus eines anderen Onkels getroffen, nachdem meine ganze Familie bis um 1 geschlafen hat. :D Dort haben wir gegessen und Caiperinhas gemixt mit seamtlichen Fruechten, die Ecuador so hergibt. Herrlich. Oh man, die Fruechte sind echt mit das Tollste hier. :) Es war soo mega witzig und ich liebe meine Cousinen und Cousins. Sind echt mega cool und das aller Coolste ist, dass sie jetzt alle "Basis-Deutsch" drauf haben. :)
Am naechsten Tag musste ich ganz frueh aufstehen um bei den Vorbereitungen zu helfen, da bei uns (bzw. im Haus meines Onkels und meiner Tante muetterlicherseits) eine riesen Bingoparty veranstaltet wurde. Haben also einbisschem rumgewirkt und sind dann irgendwann zu meinem ersten Kirchgang gefahren. War echt mega interessant und ich war erstaunt, dass in diesem Fall Ecuador mal ausnahmsweise nicht allzu unterschiedlich der deutschen Kultur ist, was ich naemlich eigentlich erwartet hatte. Es wird auf Spanisch gesprochen (man glaubt es kaum), der Orgel-Mann orgelt und singt fast alleine und die Hostie wird erst in Wein getunkt und einem dann in den Mund gelegt. Das war's an Unterschieden. Achja, was noch sehr anders ist, ist, dass jede Familie ein "niñito", ein Christuskind, in der Familie hat, was im wahrsten Sinne des Wortes vergoettert wird. Das wird mit in jede Messe genommen und dort gesegnet. Komisch irgendwie, weil sie echt vernatisch damit sind. Dann ging's wieder zurueck mit der gaaaaaaaaanzen Familie, es wurde gegessen und auf zu der grossen Bingo-Zockerei. Wir haben 5 Stunden gespielt, da es so viele Preise gab. Oh man und was fuer Welche. Unfassbar, wie reich meine Familie ist. Naja. Ich habe nichts gewonnnen. Sowie mein gesamter Tisch nicht. :D War aber trotzdem sehr witzig. Danach bin ich mit meinen Cousins ins Haus eines Cousins gefahren, wo wir ein bisschen Wii gespielt haben und nichts weiter. Hatte eigentlich damit gerechnet, dass wir noch ausgehen, was auch eigentlich so geplant war, aber nachher hatte keiner mehr Lust, ausser ich. Toll. -.- Naja, bin dann mit ins Haus meiner Cousine gefahren und habe da im Flur geschlafen, was irgendwie witzig war, da alle eher aufgestanden sind als ich und ich mich eher als Zootier gefuehlt habe, als Schlafende. :D Dann bin ich mit meiner Tante zu einem Markt gefahren, wo es typische Sachen gab. :) Ich liebe diese Maerkte. :) Von da aus sind wir zu einer anderen Messe gefahren, um dort die Eltern der gewaltigen Familie zu eheren. Ich wollte die ganze Ecuador-Zeit ueber in die Kirche und jetzt wo es Schlag auf Schlag kommt, bin ich mehr als unmotiviert. :D Als wir uns heute den Frieden gegeben haben (der uebersetzt nicht "Der Friede sei mit dir!" ausgesprochen wird sondern mit einem plumpen "FRIEDEN!"), haben ploetzlich alle geweint. Ich kann euch echt nicht sagen warum, habe es naemlich selbst nicht verstanden. Achja, wenn sie sich den Frieden geben, bleibt es uebrigens nicht bei denen, die einem am neachsten sitzen, sondern es aehnelt einer gewissen Person in der raesfelder Kirche. Ichnenne jetzt keine Namen. :D Danach ging es zum Friedhof, der einfach nur anders ist, als der unsere. Echt mega beeindruckend. Hier liegen die Grabsteine auf dem Grass und das war's dann auch schon, abgesehen einer Vase, die mit Blumen gefuellt ist. Ansonsten hat man vom quitenischen Friedhof eine Aussicht, die sich gewaschen hat. WOW. Wir haben am Grab meiner Gastgrosseltern gebetet und dann ging's zum Ceviche essen. Mag ja sein, dass Leute sich davon 8Liter am Tag reinziehen koennen - ich gehoere nicht dazu und habe fliessig meine Empanadas de Queso gegessen. :D Dann wurde sich verabschiedet. Von den meisten habe ich das fuer immer und immer und immer gemacht, aber wenn sie einhalten, was sie versprochen haben, dann kommen mich meine Cousins aus Brasilien besuchen. :) Dann haben wir uns unsere Sachen geschnappt und jetzt sitze ich wieder in Riobamba mit meinem frisch gekauften MP3-Player, den ich zum guten Schluss doch noch gefunden habe. :)
Ich hoffe, ihr habt auch gut gefeiert und seid gut ins neue Jahr gekommen.
Ich wuensche euchnur das Beste!
Habe euch lieb,
Johanna

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Relaxen und eine Mail, die erschreckt

Leute von heute.
Ein kleines, aber feines update fuer euch. :)
Sonntag sind wir wieder nach Hause gefahren. Ich habe den ganzen Tag eigentlich rein gar nichts gemacht, ausser im Internet gesurft und das war's dann auch schon. Iva war immer noch nicht da, von daher hat meine Erzaehllust sich noch ein bisschen zurueck halten muessen. Naja.
Am Montag habe ich den Tag so gut wie die ganze Zeit im Haus verbracht. Die Tage mit der Familie haben mich echt ganz schoen gestresst, von daher habe ich einfach ein bisschen relaxed und Filme geguckt. Am Dienstag sind meine Mutter und ich mit meiner Tante Leo aus Brasilien in die Stadt gefahren, um ecuatorianische Andenken zu kaufen. Oh man, die hat Geld. Sie hat fast den ganzen Shop aufgekauft. Danach haben wir uns auf ins "casa del centro" (das Haus, indem die Familie meines Vaters aufgewachsen ist) und haben da was gegessen, bzw. sind mit allen Cousins rausgegangen, um den extranjeras (Auslaendern :D) die Stadt zu zeigen. Dann haben wir noch "The green mile" geguckt, alle haben geweint und ab nach Hause. Heute Nacht haben dann auch noch welche von den Brasilanern bei uns uebernachtet, nachdem unser Hund das ganze Haus vollgekackt hat, da ihn keiner rausgelassen hat, um sein Geschaeft draussen zu erledigen. Oh man. Naja, dann haben wir am naechsten Tag gefruehstueckt und dann kam auch schon meine geliebte Ivanna wieder. Es gab seeehr viel zu erzaehlen, das sag ich euch.
Soo, jetzt werde ich mal meine Tasche zu Ende packen, dennmorgen geht's MAL WIEDER (argh) nach Quito. Kein Wunder, dass das Ozonloch immer groesser wird.
Mein Silvester wird wahrscheinlich ein Maskenball mit Kleidern und allem drum und dran. Auch mal schoen, gell?
Ich wuensche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Auf dass all eure Traume in Erfuellung gehen.
Ich habe euch alle schrecklich gern und vermisse euch.
Die liebsten Gruesse aus Ecuador sendet euch
Johanna

P.S. Heute habe ich eine Mail aus Deutschland bekommen, dessen Ueberschrift wie folgt lautete:
"
Rotary Rueckflug aus Ecuador"

Ich soll also jetzt schon meinen Rueckflug buechen. Es sind noch 7 Monate uebrig und man muss sich jetzt schon Gedanken ueber den Rueckflug machen. Das beunruhigt mich zu tiefst und teilt mir mit, dass selbst die schoenste und aufregenste Zeit mal ein Ende hat. :(
Damit ihr Bescheid wisst. Meine Wunschdaten, um nach Deutschland zu fliegen, sind:
  1. 16.07.2010
  2. 23.07.2010
  3. 17.07.2010
  4. 24.07.2010
Haltet euch diese Tage also schonmal frei, um mich am Flughafen abzuholen. ;)

Dienstag, 29. Dezember 2009

2. Quartalsbericht

Mein Lieben, hiermit schicke euch meinen 2. Quartalsbericht. Wieder nichts Neues - nur eine simple ZUSAMMENFASSUNG! :) Oh man, was eine Schreiberei.

Mit meinem 2. Quartalsbericht aus Suedamerika – Ecuador – Riobamba moechte ich die bisher gegebenen Eindruecke aus diesem wunderschoenen Land ein wenig ausweiten. In den letzten 3 Monaten habe ich so einige weitere Erfahrung sammeln, wie auch andere Seiten Ecuadors kennen lernen koennen. Der erste, super Eindruck meiner Familie hat sich voll und ganz bestaetigt. Sie haben mich aufgenommen wie eine Tochter, lassen mir Freiheiten und reisen mit mir. Ich kann mich echt sehr gluecklich schaetzen so eine tolle Familie bekommen zu haben. Am 30. Januar werde ich in die 2. Familie wechseln, die mir bisher noch nicht mitgeteilt wurde. Ich bin ein bisschen wehmuetig, freue mich aber auch schon eine andere Familie kennen zu lernen.
Das “Freunde finden” hat sich als ein kleines Problem erwiesen. Ich habe das grosse Glueck, dass ich eine Cousine in meinem Alter habe, die fuer mich wie eine beste Freundin ist. Die Maedchen aus meiner Schule sind auch sehr nett und geben sich Muehe, wie auch ich mir Muehe gebe mich mit ihnen anzufreunden. Die Jungs jedoch haben sich nach den mittlwerweile 4 Monaten mit einer blonden, blauaugigen Mitschuelerin immer noch nicht wirklich an meinen Anblick gewoehnt, was mich mehr oder weniger als Objekt fuehlen laesst und unangenehm fuer mich ist.
Im Oktober ging es fuer mich und die anderen Austauschschueler auf die erste Reise in die Provinz Manabí. Dort habe ich echte Freunde gefunden. Es ist schoen sich ueber alles austauschen zu koennen, da alle in der gleichen Lage stecken. Probleme, wie auch Hoehepunkte, der bereits vergangenen Zeit wurden bis ins kleinste Detail analysiert. Diese Reise war echt ein voller Erfolg. Wir haben so einige Staedte besucht und ausserdem konnte ich die Kueste Ecuadors kennen lernen, da ich bisher ja nur in der Sierra (den Bergen) herum gekommen war. Ausserdem konnte ich mit den ecuatorianischen Rotaract-Leuten den Chimborazo besteigen. Die Spitze dieses Vulkans ist der weit entfernteste Punkt der Welt zum Erdkern. Sehr beeindruckend und eindrucksvoll, wenn man oben steht und sich diese Tatsache vorstellt. Des Weiteren habe ich so einige Stadte kennen und lieben gelernt. An der Spitze steht Cuenca. Eine wunderschoene Stadt im Sueden Ecuadors mit 54 Kirchen – fuer jeden Sonntag eine. Ausserdem Otavalo, mit wunderschoenen und vorallem !BILLIGEN! Maerkten. In der Naehe Otavalos haben wir unteranderem auch eine herrliche Lagune besucht. In diesen Momenten wuerde man am liebsten weinen vor Glueck.
Mit dem Spanisch klappt es nach den besagten insgesamt 4 Monaten auch schon gut. Mein Gastvater hat “Spanischunterricht fuer Deutsche” fuer mich ausfindig gemacht, was mir sehr viel gebracht hat. Das Sprechen lernt man durch die alltaeglichen Konversationen; die Grammatik jedoch bleibt dabei ein bisschen auf der Strecke und somit kam mir diese Gelegenheit gerade recht.
Aussderdem gehe ich ein paar Mal woechtlich zur “Rumba Therapia”, was eine Art Tanzkurs ist, um meine Gewichtszunahme ein bisschen in Grenzen zu halten. Das Essen hier ist doch sehr anders, als das, was man aus Deutschland gewoehnt ist. Besonders das Essen der Kueste ist sehr lecker und laesst die Kilos nur so an meinem Koerper kleben.
Was mir fuer immer im Gedaechtnis bleiben wird, waren die sozialen Aktionen Rotarys. Wir haben unteranderem ein fuer November typisches Getraenk “colada morada” verteilt, wie auch im Dezember die Bonbontueten “fundas de caramelos”. Waehrend diesen Aktionen habe ich den bisher tiefsten Eindruck in die Armut Ecuadors bekommen. Es ist unglaublich schoen zu sehen, wie sehr sich die Leute ueber die genannten Dinge freuen, aber auch schrecklich mitanzusehen, wie sehr sie darauf angewiesen sind, da sie sich es niemals im Leben leisten koennten. Teilweise gibt es Leute, die in Huetten leben, die meine Freunde und ich frueher im Wald gebaut haben um darin zu spielen. Diese Armut kennt man in Deutschland nicht, zumindest nicht in diesem Masse. Andererseits habe ich in meinem ganzen Leben auch noch nie so viele Villen von Innen gesehen, da ich hier eindeutig in der Oberschicht Ecuadors lebe. Diese Unterschiede liessen mich schon so einige Male ueber die wirklich wichtigen Dinge des Leben nachdenken.
Die Weihnachtszeit in einem fremenden Land, die deutsche Familie einen Ozean entfernt, ist schon was anderes. Da hilft auch kein fleissiges Weihnachtsmusik hoeren oder Plaetzchen backen – Weihnachtsstimmung will bei 25 Grad und Ausblick auf Palmen einfach nicht aufkommen. Ausserdem gleicht der Heiligabend eher einer Party als einem besinnlichen Familienfest. Ich kann sagen, dass diese Tage gefuehlsmeassig bisher in meinem ecuatorianischen Leben die Schlimmsten waren, da ich meine Familie doch sehr vermisst habe, auch wenn ich die andere, neue liebe. Wir haben die Festtage mit den 11 Geschwistern meines Vaters + Anhang verbracht, was mich abgelenkt hat und mich wissen lassen hat, dass die Angst vor Weihnachten definitiv schlimmer ist, als das Weihnachtsfest an sich. Ich bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass man an Weihnachten zu seiner Familie nach Hause gehoert, auch wenn diese Zeit eine tolle Erfahrung fuer mich war.
Alles in allem bin ich nach wie vor immer noch sehr gluecklich hier und weiss jeden Tag mehr, dass ich mich fuer das richtige Land entschieden habe. Ecuador kann man nur lieben.
Vielen Dank fuer alles, Rotary!

Montag, 28. Dezember 2009

Mi navidad 2009 en Ecuador

Ein "Hola!" aus Ecuador!
Como estan ustedes?
Todo bien?
Hier der Bericht meines Weihnachtsfestes in Ecuador.
Am 24. bin ich richtig frueh aufgestanden, habe einige Sachen erledigt. Zum Beispiel habe ich fuer meine Gastfamilie Geschenke ausgesucht, da ich meine Gastgeschenke extra fuer Weihnachten aufgehoben habe. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. ;) Jaja... Um die Mittagszeit herum ging es dann auf ins Auto und mal wieder nach Quito. Was eine Reiserei. Im Auto haben mein Bruder und ich Filme geguckt und ich habe zum ersten Mal nicht geschlafen, waehrend eines "caminos". Gegen Ende der Reise hat mein Vater mir angeboten, ob ich nicht meine Familie zu Hause anrufen wolle. Habe ich dann auch gemacht, was einige Male Schlucken beinhaltete. Ist mir echt nicht leicht gefallen. Ich habe sie echt schrecklich vermisst in diesen Momenten. Als wir im Haus meiner "tios" ankamen, haben wir die "fundas de caramelos" noch ein bisschen aufgestockt, bis es dann ins Haus eines anderen Onkels ging, wo wir wieder die ganze Familie angetroffen haben. Meine Laune hob sich schlagmals und alles war TOP. :) Wir haben die letzte "Novena" abgehalten, was echt sehr feierlich war. Es wurden Lieder gesungen, Geschichten vorgelesen und so einige andere Dinge. Danach habe ich mit meinen Cousins und Cousinen getrunken, gegessen und getanzt. Hier ist Weihnachten bzw. Heiligabend eher eine Party als alles andere. :) Und wie toll man dann Spanisch sprechen kann - herrlich. Irgendwann wurden dann alle Geschenke zusammen getrommelt und wir haben sie erzogen. Ich hoffe, ihr wisst, was ich meine. Ich habe ein Kissen bekommen, ausserdem affentolle "funda de caramelos" und einen Pullover mit einem "P", welches fuer "Prieto" steht. Diesen Pullover haben jetzt alle Prietos und ich bin sehr stolz darauf, dass ich auch Besitzerin sein darf. Habe mich wie ein richtiges Familienmitglied gefuehlt. :) Mit dem bereist erwaehnten "trinken, essen, tanzen" ging es dann weiter, bis um 5 Uhr, als wir uns dann endlich ins Haus meiner Tios begeben haben.
Am 25. haben wir erst wieder meine Uroma besucht. Von daaus sind wir wieder ins das Haus meines Onkels Chicho gefahren, wo wir wieder einmal "Ceviche" gegessen haben. Rico pero no demasiado. Dort haben wir einen Film gegguckt und gar nicht viel mehr, weil alle noch so fertig vom Tag davor waren. :D
Am 26. ging es in ein eine Stunde entferntes Zentrum zum Entspannen. Mega gross und mit allen Dingen die man sich nur wuenschen kann, wie Schwimmbad, SPA-Zentrum, Spielplaetzen, Tretbooten, Haengematten und so was alles. Herrlich. Haben uns einen Grillstand klar gemacht und von da an fing die grosse Fresserei an. Unglaublich. Wie viel die alle verdruecken koennen. Meine ganze Familie war wieder mitdabei. Wir haben nicht viel Gebracht von den anderen Dingen gemacht, ausser dem Tretboot, was sich quasi gar nicht lenken lies. :( Von da aus ging es wieder in unsere Unterkunft, wo wir ein bisschen Monoply gespielt haben und jetzt kommt der Clue - naemlich die Edition ECUADOR. :D Super cool. Ich habe mir als erstes "Cuenca" gekauft. :)
So, das war mein Weihnachten 2009 in der Zusammenfassung.
Alles in allem kann ich sagen, dass die Angst vor Weihnachten in einem anderen Land ohne Familie definitiv schlimmer ist, als das Weihnachten an sich. :)
Ich hoffe, dass ihr euch alle fleissig beschenken lassen habt und gut gefeiert wurde.
Bis bald,
Johanna

P.S. Hier ein vielgesungenes Weihnachtslied. :)

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Vorweihnachtszeit - harte Zeit

Buenos dias!
Melde mich, um euch von meiner Vorweihnachtszeit und dessen Gefuehlstuecken zu berichten.
Am Samstag haben wir uns um halb 7 auf in das 3 Stunden entfernte Quito gemacht. Habe mal wieder die ganze Fahrt geschlafen, bis wir dann bei meiner Tante Aure angekommen sind, wo wir ausgiebig gefruehstueckt haben. Sie hat keine Kinder und freut sich immer so sehr, wenn wir kommen. :) Danach ging es zu meiner Uroma, die 93 oder so ist, krank war, aber jetzt schon wieder einigermassen fit ist. Von daaus haben wir dann den ersten Onkel abgeholt. (Wie ich wahrscheinlich schonmal berichtet habe, ist mein Vater Bruder und hat 11 weitere Geschwister) Er, Frau und Tochter kommen aus Brasilien und koennen dementsprechend nicht oft zu Besuch kommen. Quasi eine Ehre, dass ich sie kennen lerne. Alle waren ganz aufgeregt, dazu auch ich, weil mir aufgefallen ist, dass ich mich an meine ersten paar Minuten in Ecuador so gut, wie gar nicht mehr erinnern kann. Von daher war es komisch im Flughafen zu stehen, sich alle neu angucken zu koennen, obwohl man schonmal da war. Dann ging es zu einem anderen Onkel, wo wir Ceviche gegessen haben. (eine kalte Fischsuppe) War super lecker. Mir gefaellt das Essen der Kueste. Dieses Mal war es mit Camaron. Wie sassen mit geschaetzten 100 Leuten in dem kleinen Wohnzimmer und haben uns unterhalten. Ich muss sagen, bin stolz auf mein Spanisch. Funktioniert schon echt gut, besonders die Sachen, die ich schon eine Million mal gefragt wurde.
  • Wo kommst du her?
  • Trinkst du viel Bier?
  • Esst ihr echt nur Wuerstchen?
  • Tragen alle Lederhosen?
  • Ogdobafest?
Dann irgendwann wurde wieder eine Novena abgehalten und wir sind zur Tia Aure zurueck gefahren. Am Sonntag morgen ging es los Geschenke fuer meine Geschwister. Auf zu einem Musikshop, da deren Passion definitiv Musik ist. Die Leute, die schonmal mit mir geskypt haben wissen, wie es hier immer abgeht. Ale hat etwas fuer ihr Schlagzeug bekommen und fuer Sebas haben wir nach einer neuen Gitarre geguckt. Er hat eine gefunden, die aber leider 2000$ gekostet hat, was selbst meiner Familie nicht moeglich war zu kaufen. Das Problem an der Sache ist aber, dass er seitdem ununterbrochen von dieser Gitarre spricht. Unglaublich. Ich habe noch nie in meinem ganzen Leben jemanden gesehen, der so besessen von Musik ist, wie Sebas. Danach ging es wieder zum Familientreffen, dass diesmal in dem Haus meines Onkels Chicho war. So ein wunderschoenes Haus, unglaublich. :) Haben dort eine Art Kartenparty mit Grillen und allem drum und dran veranstaltet. Man beachte 20. Dezember! Danach wurde mit allen Cousins Wii gezockt und ein Film geguckt bis es wieder zur Aure ging. Am Montag sind wir mit allen zum Teleferico gefahren. Ihr erinnert euch noch? War ein bisschen langweilig fuer mich, da ich es ja schon kannte und so viel Neues gibt es dann doch nicht mehr da oben zu entdecken. Danach in das Haus von einem anderen Onkel, wo ich mit einer Freundin aus Deutschland gechattet habe, die im Moment in Mexiko ist. Wie haben auf Spanisch geschrieben - super cool, weil sie fuer so einige Dinge ganz andere Woerter als ich benutzt. :D Dann ging's nacht wieder zum Aeropuerto-Flughafen, wo wir wieder einen weiteren Teil der Sippe abholen wollten, was aber nicht moeglich war, da sie in Guayaquil unterkommen mussten, da irgendwas nicht korrekt mit dem Flieger war. Danach bin ich mit ins Haus meiner Cousine Maite gefahren, wo wir noch ein bisschen gequatscht haben, ich mir ueberlegt habe in wieviel verschiedenen Betten ich in Ecuador schon geschlafen habe und dann in meiner Traume uebergegangen bin. Am naechsten Tag bin ich dann mit ihrer Familie ins Quicentro gefahren, ein riesen Einkaufszentrum, wo meine Tante mir dann ein JAECKCHEN fuer 49 Dollar gekauft hat. Haette ihr fast den Vogel gezeigt, aber dafuer war das Teil dann doch zu schoen. Meine Oma hat diese Geste gestern mit: "Jaja, die Ecuatorianer sind grosszuegig!" kommentiert. Danach sind wir in das Haus eines anderen Onkels gefahren, was ganz ohne Witz dem Haus der Presidenten in Amerika geaehnelt hat. Unglaublich, wie gross. Die Kueche hat gehallt, obwohl wir viele waren. Von daaus ging es mit allen in einen Kleinbus, mit dem wir in die Stadt befoerdert wurden zu einem Punkt von dem man Quito in der vollen Sicht bestaunen konnte. Unglaublich wie gross und eindrucksvoll das ist. Die vollkommene Dunkelheit und deren kleine Lichter. :) Schoen. Dort haben sich die anderen, wie auch schon an den anderen Tagen Rum geingezogen. Danach ging es (!wieder!) durch's Verkehrchaos in ein gemuetliches Restaurant, wo wir mal wieder typisch ecuatorianisch gegessen haben. Ich mag das Essen hier wohl, aber nicht so sehr, dass ich es andauernd essen muss.
Am naechsten Tag haben mein Vater und ich uns aufgemacht nach Riobamba, weil er hier irgendwas erledigen musste. Eigentlich hatte das ueberhaupt keinen Sinn, weil wir naemlich spaeter schon wieder zuruck nach Quito fahren, also nur einen Tag hier waren. Fuer mich macht das aber sehrwohl Sinn, da die letzten Tage zwar schoen waren, aber auch hyper anstrengend. Ich kannte die Leute vorher alle nicht und dann jeden Tag bis in die spaeten Abendstunden mit ihnen zusammen zu hocken ist etwas viel. Ausserdem sind die letzten Tage im Allgemeinen schwierig, weil halt Weihnachten ist. Ein Fest der Familie, was ich noch nie in meinem Leben gefeiert habe, waehrend ich einen Ozean von meiner Familie getrennt war, geschweigedenn nur ein Haus weit. Bevor ich hierher gekommen bin dachte ich immer: "Achja, das steckst du locker weg!", was aber definitiv nicht der Fall ist. Alte Sitten lassen sich nicht allzu gut mit neuen Eindrucken verbinden. Naja, ich sehe die ganze Sache als eine neue Erfahrung, wobei es schwer faellt sich die ganze Zeit an diese Sichtweise zu erinnern.
Bin trotzallem gluecklich hier und wuensche euch mit dieser Erkenntnis wunderschoene Weihnachten! Lasst euch die Festessen schmecken, rodelt mit den Schlitten durch den Schnee und denkt an mich.
Habe euch lieb!
Johanna

Freitag, 18. Dezember 2009

Was soll man dazu sagen?

Liebe Leute im fernen Deutschland.
Hier mal wieder ein paar Neuigkeiten aus dem warem Ecuador.
Die letzten Tage waren seeehr anstrengend. Nicht, dass ich ueberdimensional viel gemacht habe, sondern, dass es so einige Probleme gab.
Nehmen wir den Dienstag. Ich war nicht in der Schule, was bedeutet, dass ich es an sich gar nicht mitbekommen habe. Levke war auf jeden Fall "alleine" in der Schule, dazu nicht allzu gut drauf und hat sich in Computacion (sowas wie Informatik, wobei man in der Klasse nichts lernt) in die hinterste Reihe gesetzt. Irgendwann kam dann ein Klassenkamerad an und hat sie die ueblichen bereits genannten Fragen gefragt und ist an die aussersten Grenzen der sexuellen Belastigung gestossen, wenn er die nicht sogar ueberschritten hat. Irgendwann war es dann naemlich wieder soweit, dass er gefragt hat, ob sie nicht seinen Intimbereich sehen wolle. Das hat er dann einige Male wiederholt, bis sie irgendwann "Mach doch!" gesagt hat, mit dem Gedanken, dass er ja eh nicht mutig genug ist. Tja, Pustekuchen. Ja, was sie daraufhin gesehen hat, muss ich denke ich nicht erklaeren. Naja, seitdem geht's ordentlich ab in der Schule. Ein anderes Maedchen hat es naemlich auch gesehen und es der Lehrerin gesagt. Levke wurden in den "Zeugenstand" gerufen, hat aber weder bestaetigt, dass es stimmt, noch dass es nicht stimmt. Somit ist der Kamerad einer Schulsuspendierung entkommen, musste sich aber vor dem ganzen Kurs entschuldigen. Jetzt kommt aber das allergroesste Problem. Man koennte meinen, dass alle gescheit ueber die Sache denken und sagen, dass er in psycholigische Behandlung benoetigt und sonstige Dinge, aber es gibt in meiner Klasse wirklich Leute, die ihn verteidigen und sagen, dass es ja nicht seine Schuld gewesen sei, da Levke ja "zugestimmt" haette. Diese Leute sind meine nahestehensten, was mich schon irgendwo ziemlich traurig und boese macht. Mit seinen 17 Jahren macht er solche Sachen. Mag sich einer vorstellen, was er mit 30 Jahren im Schilde fuehrt. Ich kann diese Naivitaet einfach nicht verstehen und deswegen herrscht jetzt so ziemliche Funkstille, was nicht gerade zu meinem Wohlbefinden beitraegt.
Generell aber vorallem nicht bei unserem gestrigen Weihnachtsessen der Klasse. Die Stimmung bei Levke und mir, war echt im Keller, weil alle so getan haben, als ob nichts geschehen sei.
Naja, ansonsten gibt's zu erazehlen, dass es in Ecuador ein ziemlich schoenes Ritual fuer Weihnachten gibt. Bin zwar nicht die Christliste, aber mir gefaellts. Wir machen 9 Abende vor Weihnachten jeden Abend eine "novena", was bedeudet, dass in der Familie zusammen gebetet wird oder Weihnachtslieder gesungen werden. Dauert nur einige Minuten, aber hilt ein bisschen Weihnachtsstimmung zu bekommen. Mit Sonnenbrand aber doch etwas ungewoehnlich.
Den Babies geht es super gut, aber leider ist gestern eins gestorben. :( Ist aber echt krass, wie schnell die Kleinen wachsen. Ich freu mich schon so, wenn sie die Augen oeffnen. Das wird so toll.
So, ich werde mich jetzt mal an meinen Quartalsbericht machen, da ich morgen nach Quito fahre und noch keinen blassen Schimmer haben, wie lange wir dort bleiben. Dort werde ich hoechstwahrscheinlich Weihnachten und Neujahr verbringen.
Habe einfach gar keine Lust auf Weihnachten, aber auch das wird eine Erfahrung. Naja, freue mich jetzt auf naechstes Jahr Weihnachten mit euch, liebe Familie!
Bis bald dann...
Ich vermisse euch sehr!
Denke an euch!
Johanna

P.S. Uebrigens hat meine Familie saemtliche roten Waende gestrichen, da der Feng-Shui-Mann ihnen Gruen empfohlen hat, um die positiven Energien aufzubessern.

...

:D

Dienstag, 15. Dezember 2009

Ayy, que emocion!

Oh man, da habe ich wieder was erlebt.
Hallo erstmal.
Gestern, wie auch heute war ichmal wieder nicht zum Colegio. Die anderen Austauschschueler und ich haben naemlich die bereits erwaehnten "fundas de caramelos" an die Kinder der armen Colegios Riobambas verteilt, wie auch damals schon das "Colada Morada"-Zeugs. Es war mal wieder eine einmalige Erfahrung und ich kann nur noch mal betonen, wie ich die Kinder hier liebe. So dankbare und lebensfreudige Wesen. Habe ich gestern auch schon meiner deutschen Mama gesagt, dass man sich eigentlich gar nicht vorstellen unter welchen Vorraussetzungen die Menschen hier teilweise leben. Sie wohnen in Hausern, die meine Freunde und ich uns frueher als Spielhuette im Wald gebaut haben. Sie bauen sich irgendwelche Spielsachen aus Aesten und haben Spass hoch 10. Was habe ich frueher bekommen? Wunderschoene Puppen, wertvolle Pollypockets, Dublo in Unmengen. Nicht, dass ich nicht dankbar gewesen waere, aber bestimmt war ich niemals so gluecklich, wie diese Kinder, die heute eine Tuete mit ein paar Kaugummis, fahlen Keksen und Schokolaedchen bekommen haben.
Wie gesagt, dass haben wir gestern und heute gemacht, dass ich dementsprechend muede von Eindruecken bin und weil wir so viel gereist sind.
Nachdem wir gestern nach Hause gekommen sind habe ich erst mit meiner Familie in Deutschland geredet und dann kam ein Anruf von meiner ecuatorianischen Mama, das unsere Huendin endlich ihre Babies bekommt. Alle waren vollkommen aus dem Hauschen und dann ging es auch direkt zum Tierarzt, wo wir dann die ersten 4 bestaunen konnten. Das 5. hat sich dann auch nicht mehr viel Zeit gelassen und es waren alle ueber gluecklich. Dann kam das grosse Warten, da der Doctor sich sicher war, dass noch ein kommen wuerde, also haben meine Mutter und ich gewartet. Irgendwann fragte der Arzt, wer von uns Blut sehen koenne und das ich es war, stand ich dann die ganze Zeit neben dem Tisch und habe Sali ruehig gehalten. Wer aus meinen Erzaehlungen schon mal von ihr gehoert hat, weiss, was ich fuer eine Angst hatte von den kleinen Schnauzer-Zaehnen zerbissen zu werden. Da sie aber einen improvisierten Maulkorb um die Schnauze hatte, ging's mir gut. Bis auf die Sache, dass ich mir deeeeeerbe Sorgen um sie gemacht habe, da sie am ganzen Leib gezittert hat vor lauter Schmerz. Ich kann das irgendwie gar nicht rueber bringen, wie es wirklich war. Ich war dafuer zustaendig, dass sie ruhig haelt, was echt gar nicht mal so einfach war. Oh man. Irgendwann haben wir das Warten in der "Klinik" (HAHA) dann abgebrochen und haben sie nach Hause gebracht. Dort wollten wir gerade essen, als meine Tante schrie, dass die 6. Geburt losging. Meine Mama und ich sind aufgesprungen und haben es geboren. Oh man. Dann haben wir die Geburtsmassagen gemacht, so wie es uns gezeigt wurde, aber es half nichts. Es war tot. :( Oh man, ich war traurig, wenn auch gluecklich ueber die anderen 5. :) Dann bin ich irgendwann ins Bett gegangen und heute morgen stuermt meine Mutter ins Zimmer und verkuendet die frohe Nachricht: ES SIND WIEDER 6! Sali hat um halb 1 in der Nacht noch einen Welpen geboren. :) Wuuuah, hab ich mich gefreut.
Es sind 5 Jungs und 1 Maedel.
Man, man... Emotionale Sache.
Sooo, das wollte ich euch auch nur eben mitteilen.
Liebste Gruesse von der stolzen "Tante". :)
Johanna